„Man kann nie fit genug sein“ 

Bendix Schröder macht das Beste aus der tennisfreien Zeit

Derzeit eher Regel als Ausnahme: Bendix Schröder beim Laufen – und ohne Tennisschläger in der Hand. FOTO: SCHRÖDER
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Derzeit eher Regel als Ausnahme: Bendix Schröder beim Laufen – und ohne Tennisschläger in der Hand.

Barrien - Tennis und Schule – das sind die beiden ganz großen Konstanten im Leben von Bendix Schröder. Zehnmal in der Woche steht das 17 Jahre alte Top-Talent des Barrier TC auf dem Court – normalerweise. Doch derzeit ist eben nichts normal. Das Thema Corona betrifft jeden. Manche weniger, manche mehr – und manche extrem. So wie Bendix Schröder.

Sowohl Schule als auch Tennis sind für den Syker Gymnasiasten mit Beginn der vergangenen Woche nahezu komplett weggebrochen. Was also anfangen mit der Zeit, die er plötzlich im Überfluss hat? Bendix Schröder wäre nicht Bendix Schröder, wenn er nicht auch für diesen Ausnahmezustand einen klaren Plan hätte. „Man kann nie fit genug sein“, lautet sein Motto. Und das lebt er gerade im Moment voll aus.

Um acht Uhr geht der Wecker. „Ich will im Rhythmus bleiben“, erklärt Schröder. Dann macht er sich frisch und zieht die Laufschuhe über. „Mindestens acht Kilometer“ möchte er die kommenden zwei Wochen täglich morgens abspulen, wenn er sich „gut fühlt“ gerne auch mal mehr. Außerdem möchte er in den nächsten Wochen vermehrt auf „Ausdauer und Ernährung“ achten. Nur samstags nimmt er sich frei, um an den Sonntagen dann „an die Grenzen zu kommen“. Im Klartext: Dann sollen es doch bitte mindestens 15 Kilometer werden.

In den geplanten Wochen drei bis fünf möchte er dann eher „sprinttechnisch“ und an seiner „Leichtfüßigkeit“ arbeiten, jeweils „15 Minuten Intervalltraining“ und ein „tennis-spezifisches Workout“ absolvieren.

Er will in Form bleiben, sich sogar noch besser in Form bringen und „vielleicht noch das eine oder andere Kilo abnehmen“, meint er mit einem Grinsen. Nicht, dass er es wirklich nötig hätte.

Wenn er sein (Lauf-)Pensum des Tages abgespult hat, geht es für Schröder mit einem Workout für die Bauchmuskeln weiter, danach trainiert er mit Gewichten seine Arme und Schultern. Anschließend steht Gymnastik auf dem Programm. Erst danach gönnt er sich das wohlverdiente Frühstück.

Dieses strikte Programm, diesen „Plan“, wie Schröder es selbst nennt, hat er sich allein zusammengestellt: „Eigentlich wollte ich neulich noch bei den Regionsmeisterschaften spielen, den Fitness-Plan hatte ich mir für die Osterferien gemacht.“ Doch das Virus zwang ihn zum Umplanen und Ausdehnen seiner Ideen.

Und zum Teil auch zur Kombination von Fitness und Schule. Die Muskeln regenerieren beim Liegen auf einer Wärmematte, währenddessen liest er eine Lektüre weiter. Generell muss er zwischendurch etwas für die Schule tun, am Montag haben die Lehrer Schröder Mails geschickt, in denen „zum Beispiel Aufgaben in Physik“ zu finden waren, berichtet er.

Vielleicht ist das gar nicht so schlecht, könnte doch sonst trotz der vielen Fitness-Übungen schnell Langeweile aufkommen. Zuletzt habe er mit der Axt Holzstämme zerschlagen, erzählt Schröder und lacht, „als Zeitvertreib“. Zur Not greife er auch mal zum Streaming-Dienst Netflix, der Serien-Kosum halte sich aber „in Grenzen. Ich schaue vielleicht eine Stunde pro Woche.“

Lieber würde er natürlich wieder den Schläger in die Hand nehmen, eine Ballwand oder Ähnliches steht ihm allerdings nicht zur Verfügung. „Ich hätte gerne ein Auffangnetz, damit ich dort wenigstens ein paar Bälle reinschlagen kann, um ein bisschen das Ballgefühl zu behalten“, meint Schröder.

Es wäre wahrscheinlich die einzige Möglichkeit in den nächsten Wochen, überhaupt mal ein bisschen Tennis oder zumindest etwas Tennis-Ähnliches zu spielen, schließlich ist bei seinem BTC nicht nur die Halle dicht, auch die Außenplätze sind noch nicht fertig. Und der Arbeitseinsatz, um die Courts auf Vordermann zu bringen, darf auch nicht stattfinden.

„Ich finde die ganzen Maßnahmen ein bisschen übertrieben“, schildert das Top-Talent seine Sicht der Dinge: „Beim Tennis steht man 20, 30 Meter auseinander, Kontakt hat man da eigentich eh nicht. Außerdem dürfen die meisten ja auch noch arbeiten, und der Arbeitseinsatz am Platz wäre da nichts anderes. Bei uns ist aber die die komplette Anlage dicht. Das finde ich schwierig.“

Für ihn ist derzeit auch ein Ende der Einschränkungen noch nicht absehbar. „Ich kann mir vorstellen, dass es noch länger dauern wird“, prophezeit Schröder. Dabei findet er es schon jetzt „heftig, was Familien momentan aushalten müssen. Man muss doch irgendwie seine Energie loswerden, sonst werden doch irgendwann alle verrückt.“ Er selbst weiß noch nicht, „ob ich das aushalte“.

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