Maik Behrens knipst sich in Stephen Bohls Abwesenheit ins Rampenlicht

Mehr als ein Lückenfüller

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Maik Behrens schoss erst Twistringen mit drei Toren ab, nun legte er beim 2:0 gegen Hoya einen Doppelpack nach.

Sudweyhe - Von Daniel Wiechert. Mehr als das nackte 0:4 beim Bezirksliga-Dominator Wetschen nervte die Sudweyher am 30. Oktober die Rote Karte gegen ihren Alleinunterhalter Stephen Bohl. Der TuS-Stürmer hatte bis dahin zwölf von 24 Toren erzielt. Und plötzlich war die Mannschaft von Trainer Wilco Freund gezwungen, fünf Spiele ohne ihren Goalgetter auszukommen. Viereinhalb Wochen später lässt sich dank Maik Behrens sagen: halb so schlimm. Der 21-Jährige kam in Bohls Abwesenheit ins Rollen – traf zuletzt fünf Mal in zwei Spielen.

Nach seinem Hattrick beim 5:1 gegen Twistringen legte Behrens am Sonntag mit einem Doppelpack gegen Mitaufsteiger Hoya (2:0) nach, liegt jetzt bei acht Saisontoren. Vor allem das 1:0 bewies, dass der Angreifer auf dem Platz einen siebten Sinn zu haben scheint. Er spekulierte auf einen zu kurzen Pass von Ridvan Gören, stieß dazwischen und vollendete eiskalt. „Maik hat einfach ein extrem gutes Laufverhalten“, sagt sein Trainer Freund: „Er ahnt, wo die Bälle hinkommen.“ Der TuS-Coach ist ohnehin voll des Lobes. „Maik arbeitet viel mit, steht nicht nur vorne herum. Zudem kann er Bälle stark gegen mehrere Gegenspieler behaupten“. Doch nicht nur beim Kreieren von Torchancen ist Behrens stark, erklärt Freund: „Wenn er dann vor dem Tor ist, bleibt er cool. Er guckt sich den Torwart aus, schießt nicht planlos drauf.“ So zu beobachten beim 2:0 gegen Hoya, als der 21-Jährige eine Kombination von Lars Hasselbring und Nico Riekers mit dem Tor krönte.

Der vorerst letzte Höhepunkt eines steilen Comebacks. Noch in der Rückrunde der Saison 2012/13 sah es danach nicht aus. Gegen Dreye wurde der beidfüßige Offensivspieler nach einem harten Foulspiel verletzt ausgewechselt. Erst nach mehrmaligen Untersuchungen konnten die Ärzte einen Wadenbeinbruch diagnostiziert: Das Saison-Aus.

Auch deshalb lief es in der vergangenen Spielzeit zunächst durchwachsen für Behrens, doch peau a peau kam er an die erste Elf heran. „Er musste sich bei mir erst reinkämpfen“, gibt Freund (TuS-Trainer seit 2013) zu: „Doch letztlich hat er sich im Laufe der vergangenen Saison schon einen Stammplatz erkämpft.“ Mehr noch. Behrens hat nachhaltigen Eindruck bei Freund hinterlassen: „Maik ist absolut auf dem Weg. Er wächst zu einer Führungsperson heran.“

Auffällig ist, dass Behrens explodierte, nachdem er durch Bohls Ausfall von Linksaußen in die Sturmmitte gerutscht war. Aus der Not könnte Kontinuität werden. „Es gibt keinen Grund, in der Sturmzentrale zu wechseln“, sagt Freund: „Stephen Bohl muss sich erst wieder herankämpfen. Oder er geht auf die Außenposition.“ Behrens selbst will von einer möglichen Wachablösung im Sturm nichts wissen. „Ich habe keine Wunschposition“, sagt der Fachoberschüler (Technikbereich): „Wenn der Trainer sagt, ich soll hinten links spielen, spiele ich auch dort.“ Überhaupt möchte der 21-Jährige die Lorbeeren nicht alleine einheimsen. „Es liegt nicht an mir“, wiegelt Behrens ab: „Wir haben momentan einfach eine gute Harmonie im Team.“

Einheimsen durfte Behrens aber eine Playstation 4. Vor der Partie gegen Twistringen hatte er mit seinem Vater Uwe Behrens, einst selbst beim TuS aktiv, gewettet: Sollten dem 21-Jährigen drei Tore gegen die Blaumeisen gelingen, wollte Papa Behrens die Spielkonsole besorgen. Der Junior traf, der Senior hielt Wort. „Mein Vater ist jetzt vorsichtiger geworden“, sagt der 21-Jährige mit einem Lachen: „Ich glaube kaum, dass er sich in naher Zukunft noch einmal zu so einer Wette hinreißen lässt.“

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