WAS MACHT EIGENTLICH . . . ? Danny Fütterer nicht lange Profi / Heute golft er lieber

„Magaths Training hart, richtig hart“

Standen früher viele Jahre bei Werders Fußball-Amateuren im Team, können aber mittlerweile auch mit dem kleinen Golfball gut umgehen: Danny Fütterer (rechts; Handicap 6,7) und Björn Schierenbeck, der jetzt das Werder-Leistungszentrum leitet.
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Standen früher viele Jahre bei Werders Fußball-Amateuren im Team, können aber mittlerweile auch mit dem kleinen Golfball gut umgehen: Danny Fütterer (rechts; Handicap 6,7) und Björn Schierenbeck, der jetzt das Werder-Leistungszentrum leitet.

Er hat nur ein Bundesligaspiel für den SV Werder bestritten, aber dennoch möchte der Weyher Danny Fütterer seine Zeit bei den Grün-Weißen nicht missen. Zwiegespalten denkt er an seine Zeit unter Trainer Felix Magath zurück und spricht sehr wohlwollend über Coach Thomas Schaaf. Heute hat der 45-Jährige wenig mit Fußball am Hut, sondern geht lieber zum Golfen.

Weyhe – Nicht gerade viele Kicker der hiesigen Region kamen bislang in den Genuss, im Bremer Weserstadion auflaufen zu dürfen: An den Sulinger/Syker Michael Schulz erinnert man sich natürlich noch bestens, vielleicht auch an den Weyher Björn Schierenbeck und ganz sicher an den Bassumer Christian Schulz, der 2004 mit den Grün-Weißen das Double gewann. Aber nicht nur dieses Trio sammelte für Werder Bundesliga-Minuten, auch der Weyher Danny Fütterer brachte es auf einen Einsatz im Oberhaus. Wie er den 7. Mai 1999 noch in Erinnerung hat und wo die Unterschiede zwischen den damaligen Trainern Felix Magath sowie Nachfolger Thomas Schaaf lagen, erzählt der sympathische 45-Jährige im folgenden Gespräch.

Herr Fütterer, wie haben Sie als langjähriger Werderaner den Abstieg erlebt?

(seufzt) Er kam ja nicht aus dem Nichts, sondern hatte sich schon länger angedeutet. Aber natürlich hat es auch mich getroffen. Ich habe mir die letzten Spiele alle angeschaut und bis zuletzt gehofft.

Zumal in Thomas Schaaf ein alter Förderer von Ihnen am Schluss wieder auf der Trainerbank saß . . .

Genau. Gerade Thomas hätte ich es total gegönnt. Er war der beste Coach, den ich hatte. Ein Trainer mit einem ganz klaren Plan und zudem mit typischem norddeutschen Humor ausgestattet.

Wie fanden Sie seine jüngste Verabschiedung durch den Verein? Alternativlos oder eher stillos?

Also ich hätte mir für Thomas einen Abschied durch die Vordertür gewünscht. Vielleicht vor einer Partie im ganz großen Rahmen und einer entsprechenden Würdigung seiner Verdienste. Mehr möchte ich dazu aber auch nicht sagen.

Wann sind Sie denn in Ihrer aktiven Zeit erstmals auf Herrn Schaaf getroffen?

Ich bin in meinem zweiten A-Jugendjahr zum SVW gewechselt. Thomas war da zwar noch Bundesligaspieler, hat sich aber trotzdem schon um die A-Jugend gekümmert.

Mit welchem Erfolg?

Wir sind bis ins Finale um die Deutsche Meisterschaft gekommen und haben dort nur knapp gegen Borussia Dortmund verloren. Bereits damals war das riesige Trainertalent von Thomas deutlich zu erkennen.

Wie lief es für Sie persönlich? Bedeutete der Wechsel vom „kleinen“ SC Weyhe zum „großen“ SV Werder Bremen eine mächtige Umstellung?

Das ging eigentlich. Ich bin ja sofort zum Jugendnationalspieler geworden und habe mich eigentlich gut durchgesetzt. Der Sprung von der A-Jugend zu den Werder-Amateuren war deutlich schwieriger. Gerade im ersten Jahr.

Steckbrief

Alter: 45 Jahre

Wohnort: Weyhe

Beruf: Bankangestellter

Vereine: SC Weyhe, SV Werder Bremen, VSK Osterholz-Scharmbeck

Größter Erfolg: Einsätze in der Jugend-Nationalmannschaft

Privates: Verheiratet; eine Tochter

Woran lag es?

In der Jugend waren die Unterschiede einfach kleiner. Aber bei den Amateuren ging es völlig anders zur Sache. Die Geschwindigkeit, die Technik – das war schlichtweg ein ganz anderes Niveau. Die erste Saison unter dem legendären „Kalli“ Kamp diente eher zur Eingewöhnung. Erst danach lief es deutlich besser.

Und wieder kreuzte Thomas Schaaf Ihren Weg . . .

Das stimmt. Thomas übernahm von Kalli und ich schaffte den Durchbruch zum Stammspieler.

Reiften da erste Träume, vielleicht Bundesligaprofi werden zu können?

Träumen tut jeder jüngere Spieler. Aber da gehört viel Glück dazu. Es muss im richtigen Moment alles passen.

Und passte bei Ihnen alles?

Zumindest bekam ich meine Chance. Aufgrund von Verletzungsproblemen durften einige Amateure häufiger bei den Profis unter Trainer Felix Magath mittrainieren. Darunter auch ich.

War das Training des berüchtigten „Quälix“ tatsächlich so schlimm? Viele verglichen es ja mit der Bundeswehr-Grundausbildung . . .

(lacht) Da ich Zivildienst gemacht habe, kann ich das nicht beurteilen. Aber das Training von Magath war schon hart, also richtig hart. Zum Glück kam ich bei meinem Spiel viel übers Körperliche. Es ging also noch.

Wie war Magath denn so als Typ? Harte Schale, doch ein weicher Kern?

Eher unnahbar, sehr distanziert und nicht besonders kommunikativ. Aber ich habe ihm meinen einzigen Bundesligaeinsatz zu verdanken.

Wie kam es dazu?

Wieder durch die vielen Verletzten. Der heutige Ehrenspielführer Dieter Eilts hatte sich den Zeh gebrochen, und es fehlte vor der Partie gegen Eintracht Frankfurt jemand, der die Kreise von Thomas Schneider einengen sollte.

Hatten Sie damit gerechnet, dass die Wahl auf Sie fallen könnte?

Im Leben nicht. Ich war völlig baff, als Felix Magath im Hotel vor dem Spiel meinen Namen auf die Tafel schrieb. Wahrscheinlich hatte Thomas ihm einen Tipp gegeben, dass ich als Gegenspieler zu Schneider passen könnte.

Werder verlor die Begegnung am Ende 1:2, Felix Magath wurde entlassen, es folgte Thomas Schaaf .

Thomas sorgte sofort für frischen Wind und eine deutlich bessere Stimmung. Es war wieder eine richtige Gemeinschaft zu spüren, die im Klassenerhalt und dem sensationellen Pokaltriumph über Bayern München gipfelte.

Im DFB-Pokal spielte Fütterer mit den Werder-Amateuren gegen die ganz Großen. Da traf er 2002 auf Claudio Pizarro (re.), der damals für die Bayern spielte.

Selbst unter Ihrem alten Mentor reichte es für Sie persönlich aber nicht zu weiteren Einsätzen?

(lächelt) Was jedoch nicht an Thomas lag. Realistisch betrachtet war mein Niveau schlichtweg nicht hoch genug und die Konkurrenz zu groß. Auf meiner Position als Sechser musste ich mich zum Beispiel mit Simon Rolfes messen. Einem späteren Nationalspieler. Und selbst der schaffte bei Werder nicht den Durchbruch. Das sagt alles.

Trauern Sie der verpassten Profi-Karriere denn kein Stück nach?

Nein, wirklich nicht. Ich habe einen guten Job im Bankgewerbe, meine Knochen sind auch noch heil und lebe mit meiner Familie sehr zufrieden im schönen Weyhe.

Kicken Sie zumindest noch ab und zu zum Spaß?

Anfangs noch rudimentär in der Werder-Traditionsmannschaft. Aber mittlerweile halte ich mich nur mit Laufen und Fahrradfahren fit. Außerdem spiele ich gerne Golf.

Womit wenigstens ein Klischee des Ex-Fußballers erfüllt wäre . . .

(lacht). Stimmt. Und richtig Schweiß vergieße ich dabei auch nicht. Trotzdem macht es mir Spaß, und ich kann es mit jedem spielen. Das Alter spielt dabei keine Rolle.

Haben Sie noch Kontakt zu alten Werder-Kollegen?

Leider kaum. Ab und an habe ich mal Björn Schierenbeck beim Golf getroffen. Sonst ist der Kontakt ziemlich abgerissen. Aber ich erinnere mich gerne an die Trainingseinheiten mit Stars wie Marco Bode oder Dieter Eilts zurück. Ich wurde als Youngster vorbildlich aufgenommen. Das war damals einfach noch die alte Werder-Familie.

Zu Ihrem langjährigen Förderer Thomas Schaaf haben Sie auch keine Verbindung mehr?

Das verläuft sich nach dem Karriereende. Aber ich habe Thomas kürzlich beim Einkaufen getroffen. Er hat mich sofort umarmt und sich nach meinem Befinden erkundigt. Er hat sich im Erfolg nicht verändert.

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