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Linnés Last-Second-Tor zum 26:26

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Von: Cord Krüger

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Unverwüstlich: Nach seinem Bänderriss spielte Cedric Quader weiter und warf fünf Löwen-Tore.
Unverwüstlich: Nach seinem Bänderriss spielte Cedric Quader weiter und warf fünf Löwen-Tore. © Krüger

Diepholz – Was für ein Wahnsinns-Finish in der Diepholzer Mühlenkamphalle! In vorletzter Sekunde vergab Marko Pernar den Ausgleich gegen den TvdH Oldenburg, den Abpraller nach der Parade von Keeper Jannik Rohde versenkte Jan Linné dann zum 26:26 (12:13) für die HSG Hunte-Aue Löwen. Warum es noch vier Sekunden obendrauf gab – egal: Löwen-Torwart Donatas Biras entschärfte den letzten Angriff des Tabellen-Vierten mit seiner achten Rettungstat und sicherte dem abstiegsbedrohten Handball-Oberligisten einen Zähler.

„Dieser Punkt ist wichtig – für die Tabelle und für den Kopf“, urteilte Löwen-Co-Trainer Denis Maksimovich, der den an Corona erkrankten Chefcoach Heiner Thiemann vertrat: „Wir haben das Maximum dessen gezeigt, was wir momentan können – und sind vielleicht über unsere Grenzen gegangen.“

Quader fightet verletzt

Sein Kapitän Cedric Quader strahlte – trotz seines Bänderrisses aus Minute 35, der ihn trotzdem nicht am Weiterspielen hinderte: „Mit so einer Leistung bleiben wir drin, wenn wir das konservieren können. Wir haben gekämpft und mit unserer Abwehr Oldenburg vor Probleme gestellt.“

Routinier Lenkevicius räumt in der Abwehr auf

Neben Thiemann hatte sich auch Dennis Wulf eine Covid-Infektion eingefangen. Für ihn räumte der 43-jährige Tomas Lenkevicius hinten mächtig auf. „Der Gegner hat clever gespielt, aber wir haben uns zurückgearbeitet. Die Mannschaft hat Moral gezeigt“, freute sich der Litauer.

Keeper Kowalski gibt Comeback

Lenkevicius’ Platz im Aufstellungsbogen musste Torhüter Frederik Hohnstedt räumen, nachdem er sich noch mit den Kollegen aufgewärmt hatte. „Freddy hat die ganze Woche über krank gefehlt“, erklärte Maksimovich. Dafür gab es ein Comeback zwischen den Pfosten: Peter Kowalski, der sich Mitte März einen Muskelbündelriss zugezogen hatte, meldete sich in dieser Woche fit.

Der 20-Jährige begann auch, bekam aber relativ wenig auf seine Hütte – dank einer äußerst galligen Deckung seiner Vorderleute. Auch deshalb blieb die Partie lange offen, denn vorn warfen die Hausherren zu viele Bälle weg. Marko Pernar hatte vor der Pause mit 4/1 Treffern noch die beste Quote – und sorgte mit dem 9:8 (23.) für die erste Führung der Löwen. Danach riss sich der Favorit zusammen, zog zwischendurch auf 12:10 davon, mit einem Treffer ins leere Tor zur Halbzeitsirene schaffte Kevin Heemann aber den Anschluss zum 12:13.

Es sollte bis drei Minuten nach Wiederanpfiff der letzte HSG-Treffer bleiben, ehe Patryk Abram auf 13:15 verkürzte. Danach blieb Quader vor dem eigenen Tor liegen, weil er in der Abwehr unglücklich aufkam und sich übel am linken Knöchel verletzte. „Ich hatte da vorher schon einen Bänderriss und einen Anriss, jetzt ist das Ding wohl endgültig durch“, vermutete der Capitano.

Während seiner Behandlung fightete sich sein Team mit Toren von Pernar, Luis Varela und Patryk Abram zu einer 16:15-Führung (38.). Zwei Minuten später war der massiv bandagierte Quader zurück auf der Platte und markierte das 17:17. Nun verschärfte sich die Abwehrschlacht. Der anscheinend unverwüstliche Quader verkürzte auf 19:20 (50.) und gab den Auftakt zu einer dramatischen Schlussphase – die mit dem hochverdienten Punkt für die Löwen endete.

HSG Hunte-Aue Löwen - TvdH Oldenburg 26:26 (12:13)

Löwen: Kowalski, Biras - Beljic, Varela (1), Wilkens, Lenkevicius, Lengauer (3), Steinke, Linné (3), Quader (5/2), Pernar (8/3), Abram (3), Pishchukhin, Heemann (3). Siebenmeter: Löwen 6/5, Oldenburg 4/3, Zeitstrafen: Löwen 4, Oldenburg: 7. Schiedsrichter: Marcel Lichtenberg und Jan Schweier (HSG Verden/Aller), hatten das Spiel jederzeit im Griff. Zuschauer: 110.

Von Cord Krüger

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