450 Zuschauer verfolgen sehenswertes Topspiel in Diepholz

Linné verwandelt nervenstark Siebenmeter zum 31:31

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Der Barnstorfer Jan Linné steigt in dieser Szene vor den Cloppenburgern Tobias Freese (r.) und Ole Harms hoch und erzielt aus der zweiten Reihe ein Tor. Der 23-jährige Ex-Nettelstedter steuerte im Spitzenspiel am Freitagabend zum 31:31 elf Treffer bei.

Diepholz - Von Matthias Borchardt. Da herrschte am Ende Einigkeit unter Spielern, Trainern und Zuschauern: Das war Werbung für den Handball. In einem spannenden Nachbarschaftsduell stoppte Handball-Oberligist HSG Barnstorf/Diepholz am Freitagabend vor 450 Zuschauern in der Diepholzer Mühlenkamphalle den Siegeszug des TV Cloppenburg (neun Siege in Folge), knöpfte dem Tabellenvierten beim leistungsgerechten 31:31 (15:17) einen Punkt ab.

„Kompliment an meine Mannschaft, denn wir haben trotz unserer personellen Situation ein richtig gutes Spiel gemacht“, bescheinigte Barnstorfs Trainer Dag Rieken seinen Schützlingen eine starke Leistung. „Das Unentschieden ist gerecht, wir haben ein gutes Spitzenspiel gesehen“, urteilte Cloppenburgs Coach Barna-Zsolt Akacsos.

Auch nach der Partie sorgte die letzte Aktion für Gesprächsstoff. Die Cloppenburger brachten für den letzten Angriff den siebten Feldspieler. Die Barnstorfer fingen den Ball zum Kreis ab. Raul Lucian Ferent wollte die „Pille“ ins leere Tor werfen, aber Cloppenburgs Mark Schulat unterband die Aktion. „Das war eine klare Torchance und hätte für uns einen Siebenmeter geben müssen“, wetterte Rieken. Die Unparteiischen Volkmar Hustedt/Heiko Bujalla (TSV Daverden/TV Oyten) sahen es anders, gaben Freiwurf und zeigten Schulat die Rote Karte. „Das war zunächst ein sauberer Block, erst danach folgte der Schlag“, erläuterte Hustedt die Aktion aus seiner Sicht.

Cloppenburgs Kreisläufer Ole Harms, der sich mit HSG-Kapitän Cedric Quader intensive Zweikämpfe lieferte, fand die Leistung der Schiris auch nicht sonderlich gut: „Sie haben bei mehreren Aktionen unglücklich gepfiffen.“ Trotz der Euphorie, die bei den Südoldenburgern nach zuletzt 19:1 Zählern herrscht, sagte er auch: „Wir müssen auf dem Boden bleiben, immerhin haben wir einen Punkt beim Tabellenzweiten geholt. Es lag allerdings auch mehr drin.“

Die ersten 20 Minuten gehörten den Cloppenburgern, die von Beginn an vorn lagen und nach einem Treffer von Harms (2) mit 13:8 (20.) führten. Vor allem Mittelmann Tobis Freese (6) nutzte die Abwehrschwächen aus. Rieken reagierte, brachte nach 17 Minuten für den glücklosen Frederik Hohnstedt Torhüter Donatas Biras, der beim Stand von 7:11 gleich einen Strafwurf von Harms parierte. Die Barnstorfer steigerten sich nach einer Auszeit, der eingewechselte Linkshänder Jan Linné verkürzte mit einem Doppelpack auf 10:13 (22.). Auch Rückraumakteur Stefan Beljic (10/1) übernahm Verantwortung, traf mit seinem fünften Tor zum 15:16 (29.).

Den besseren Start nach dem Wechsel erwischte die Heimmannschaft: Beljic (2) und Linné brachten den Tabellenzweiten mit drei Treffern in Folge erstmals mit 18:17 (33.) in Front. In der Folgezeit schenkten sich beide Teams nichts. Beim Stand von 19:20 (36.) kaufte der eingewechselte TVC-Keeper Niklas Planck Linné einen Siebenmeter ab. Die Cloppenburger legten weiter vor, aber die Hausherren egalisierten immer wieder. Routinier Raul Lucian Ferent (2) glich mit einem Kempa-Tor (Anspiel kam von Linné) zum 29:29 (57.) aus. Sekunden zuvor hatte Biras beim Stand von 28:29 (55.) einen Tempogegenstoß von Linkshänder Edwin de Raad (5) gehalten.

Nervenstark verwandelte Linné in der Schlussminute seinen fünften Strafwurf zum 31:31-Endstand. Der elffache Torschütze war nach dem Abpfiff total platt (ein grippaler Infekt steckte noch in den Knochen): „Wir haben einen Punkt erkämpft – damit bin ich zufrieden.“ Dem stimmte auch der verletzte Abwehrchef Tomas Lenkevicius zu: „Wir können mit dem Unentschieden gut leben.“

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