Die zwei Seiten des Mehmet Koc

Liebevoller Papa, brutaler Vollstrecker

Sulingen - Von Arne FlüggeEs wurde eine lange Nacht. Nachdem die Bezirksliga-Fußballer des TuS Sulingen im Stadtderby den FC Sulingen mit 6:0 abgefertigt hatten, ging’s für den Spitzenreiter direkt zur großen jährlichen TuS-Party. Mittendrin freilich auch Mehmet Koc, der mit vier Toren fast allein für die Demütigung des Ortsrivalen gesorgt hatte. „Wir haben richtig schön gefeiert, am meisten der Trainer (Walter Brinkmann, d. Red.), denn der war mega-stolz“, schmunzelt Koc.

Um kurz vor drei Uhr in der Früh waren dann auch Koc und seine Frau Tiffany daheim. „Es hat sich im Rahmen gehalten, ich habe kein Vollgas gegeben. Obwohl wir sturmfreie Bude hatten, denn die Kinder waren bei den Eltern“, berichtet der Stürmer. Ohnehin ist Mehmet Koc nicht der ganz große Partytyp. Mit mittlerweile 30 Jahren dürfte er sich den Großteil der Hörner auch bereits abgestoßen haben. „Ich bin eher ein Familienmensch, unternehme viel mit meiner Frau und den Kindern.“

Die sind der ganze Stolz im Hause Koc. Söhnchen Can wird im Februar drei Jahre, Töchterchen Emilia wurde am 12. September geboren. Zudem haben die Kocs jetzt auch ein Haus in Sulingen gefunden. „Das Familienglück ist perfekt, jetzt ist auch Ende“, grinst Koc: „Wir haben einen Sohn und eine Tochter. Das ist perfekt.“ Nicht zu vergessen der Golden Retriever, der auf den ungewöhnlichen Namen „Whiskey“ hört. „Wir haben ihn wegen seiner Fellfarbe so genannt – und das im nüchternen Zustand“, grinst Koc.

Manchmal begleitet „Whiskey“ sein Herrchen auch zu den Fußballspielen. Sohn Can ist jedes Mal dabei. „Er hat noch kein Spiel verpasst“, berichtet Koc: „Für ihn gibt es nur Fußball, Fußball, Fußball. Und das erst mit zwei Jahren. Als Papa ist man da natürlich richtig stolz.“ Wächst da bereits der nächste Stürmer heran? „Na klar“, sagt Koc, „er ist Linksfuß und hat schon einen richtig guten Schuss.“ Und so ist es fast schon zu einem Ritual geworden, dass Mehmet Koc nach jedem Spiel zuerst ein paar Bälle mit dem Junior kickt, ehe es unter die Dusche geht. „Er fragt schon immer: Darf ich jetzt zu Papa? Das macht einfach großen Spaß“, berichtet Koc.

Was auch für ihn gilt, wenn er über seine Mannschaft spricht. Im Sommer war Koc zusammen mit Verteidiger Manuel Meyer – hauptsächlich aus beruflichen Gründen – vom Regionalliga-Aufsteiger BSV Rehden nach Sulingen gekommen. „Wir wurden sofort super aufgenommen, bei der Arbeit und in der Mannschaft. Man hatte gleich das Gefühl, schon ewig hier zu sein. Das ist alles sehr familiär.“

Dazu kommt natürlich auch der sportliche Erfolg. Nach 13 Spielen stehen für den TuS Sulingen 13 Siege zu Buche. Auch dank Koc, der es nach seinem Viererpack gegen den FC Sulingen auf mittlerweile 15 Saisontore gebracht hat. „Eigentlich bin ich ja mehr ein Vorbereiter“, berichtet der 30-Jährige, „aber es gibt Tage, da klappt einfach alles. Manchmal treffe ich allerdings auch aus drei Metern kein Scheunentor.“ Im Stadtderby hatte er einen Sahnetag erwischt. „Wir wollten beweisen, dass wir die beste Mannschaft in Sulingen sind. Das ist uns eindrucksvoll gelungen“, sagt Koc – und lobt die Kollegen: „Gerade die vielen jungen Leute in unserer Mannschaft spielen eine Bombensaison.“ Für Mehmet Koc gilt das in gleichem Maße.

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