Mittelfeldakteur hat schon fünf Tore erzielt

Lembcke zum Kapitänsamt: „Ich war selbst etwas verwundert“

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Diepholz’ Kapitän Daniel Lembcke traf gegen Kirchdorf sehenswert – und legte per Elfmeter nach.

Diepholz - Von Felix Schlickmann. Wie schafft man es, fußballerische „Drecksarbeit“ zu erledigen und gleichzeitig immense Torgefahr auszustrahen? Dieses Kunststück gelingt Daniel Lembcke zurzeit nahezu in Perfektion. Der Kapitän der SG Diepholz läuft „sehr gerne und sehr viel“, wie er seinen eigenen Spielstil beschreibt. Doch in dieser Saison glänzt er nicht nur mit kämpferischen Leistungen, sondern erzielte in acht Spielen bereits fünf Saisontore. Zuletzt gelang ihm beim 3:1 (3:0)-Sieg gegen den TuS Kirchdorf ein Doppelpack.

„Eigentlich hatte ich den Ball schon verdaddelt“, gab Lembcke bei der Beschreibung seines frühen ersten Tores zu: „Zum Glück hat mein Gegenspieler nicht so richtig geschaltet. Dann ist der Ball noch mal komisch aufgetickt, aber ich glaube, ich habe ihn ganz gut getroffen.“ Eine maßlose Untertreibung. Der zentrale Mittelfeldspieler traf den Ball perfekt und jagte ihn in den rechten Winkel. „Ein Traumtor“, beschrieb sein Trainer Marcell Katt den Treffer. Für das 3:0 sorgte der Student (duale Logistik) per Strafstoß. „Ein großer Dank geht an Halil Akbas, der mir beim ersten Tor den Ball abgelegt und vor dem zweiten den Elfmeter herausgeholt hat“, meinte Lemcke bescheiden und war nach dem Spiel trotzdem nicht ganz zufrieden: „Ich hätte kurz vor der Pause sogar noch ein Tor schießen können.“ Seinem Trainer war’s egal: „Er hat ein Riesen-Spiel gemacht!“

Und das, obwohl von einem Einsatz zunächst gar nicht auszugehen war. „Ich hatte am 25. September eine Weisheitszahn-OP. Eigentlich soll man danach zwei Wochen keinen Sport machen“, erzählte Lembcke. Doch er habe nie wirklich Schmerzen gehabt, und so spielte er letztlich durch. „Ich war froh, dass er dabei war“, zeigte sich Katt sehr zufrieden mit seinem Mittelfeldanführer, den er vor der Saison gemeinsam mit der Mannschaft zum Kapitän gemacht hatte – trotz seiner erst 23 Jahre. Lembcke ist sich bewusst, in diesem Alter ein noch junger Spielführer zu sein. „Ich war selbst etwas verwundert“, erklärte er. Doch sein Stil passe dazu: „Ich habe schon immer gerne Kommandos und meinen Mitspielern Tipps gegeben. Seit meinem zweiten Herren-Jahr habe ich Verantwortung übernommen und seit dieser Saison auch als Kapitän.“

„Ich wollte das eigentlich nicht“

Im Spiel ist der Akteur mit der Nummer elf im Moment auf der „Achter“-Position zu finden. „Wir spielen seit einiger Zeit ein anderes System“, erklärt Lembcke, „dadurch bin ich etwa offensiver aufstellt als vorher auf der ,Sechs‘.“ Das erklärt zumindest teilweise seine Torgefahr, die für diese Postion eigentlich eher ungewöhnlich ist. Ein anderer Ansatz: Lembcke war in seiner Anfangszeit als Fußballer Stürmer. Bis sein damaliger Trainer Jörg Winkelmann auf die Idee kam, ihn nach hinten zu ziehen. „Ich wollte das eigentlich nicht“, intervenierte Diepholz’ Kapitän damals: „Als junger Spieler will man immer Tore schießen.“ Doch sein Coach bestand darauf. Also probierte er es aus – und geht heute als Kämpfer im zentralen Mittelfeld beim Bezirksligisten voran.

„Ich würde sagen, ich spiele ähnlich wie Bastian Schweinsteiger“, nennt Lembcke den Spieler, dessen Stil seinem am nächsten kommt. Sein Vorbild ist aber ein anderer deutscher Mittelfeldspieler: „Ich hätte gerne die Fähigkeiten von Borussia Dortmunds Mario Götze, ich halte ihn für einen großartigen Fußballer.“ BVB-Fan ist er deshalb aber nicht: „Da halte ich es eher regional, unterstütze Werder Bremen.“

Das liegt wohl auch an Lembckes Cousins, die ihn überhaupt erst zum Fußball brachten. „Ich habe früher mit ihnen im Garten gekickt und dann mit sieben Jahren im Verein angefangen.“ Eine klassische Fußballergeschichte also.

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