Mit erstem Saisonsieg bringt Stuhr Spitzenreiter Seckenhausen erste Niederlage bei

Leidenschaft schlägt Ballbesitz

Zweikämpfe ohne Ende gab es gestern im Gemeinde-Derby zu sehen. Hier kann sich Stuhrs Marc-Dennis Hussels (oben) gegen Seckenhausens Sercan Durmaz behaupten.
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Zweikämpfe ohne Ende gab es gestern im Gemeinde-Derby zu sehen. Hier kann sich Stuhrs Marc-Dennis Hussels (oben) gegen Seckenhausens Sercan Durmaz behaupten.

Stuhr – Sie waren fast zu erschöpft, um den Sieg nach dem Abpfiff gebührend zu feiern. Kein Kreis, kein Gegröle wie „Derbysieg, Derbysieg“. Aber die Zufriedenheit stand den Spielern des Fußbal-Bezirksligisten TV Stuhr ins Gesicht geschrieben. Mit einem 2:0 (0:0) im Gemeinde-Derby gegen Spitzenreiter TSG Seckenhausen-Fahrenhorst war ihnen vor 100 Zuschauern der erste Saisonsieg gelungen. Gleichzeitig kassierte die TSG ihre erste Niederlage in dieser Spielzeit.

Und es war ein verdienter Erfolg. Stuhr war vielleicht technisch nicht zwei Tore besser als der Gegner – aber Kampf und Leidenschaft waren gestern allemal drei Punkte wert. „Das war wirklich ein Befreiungsschlag für uns. Endlich haben wir mal gewonnen. Und dass das gegen Seckenhausen geklappt hat, ist natürlich besonders schön“, meinte Stuhrs Torschütze Timo Wetjen.

Sein Trainer Christian Meyer fügte noch hinzu: „Heute Abend wird es mir besser gehen als in den Wochen zuvor. Der erste Sieg fühlt sich wirklich gut an. Und den haben wir uns auch wegen unserer Leidenschaft in der zweiten Halbzeit verdient.“ Meyers Trainer-Kollege Stephan Stindt legte den Fokus auf die erste Halbzeit: „Da müssen wir eigentlich schon 2:0 oder 3:1 führen.“

Seckenhausens Coach Iman Bi Ria war in seinem Statement ein fairer Verlierer: „Glückwunsch an Stuhr. Sie waren heute kämpferisch wirklich sehr stark. Wir dagegen haben gerade im Angriff zu kompliziert gespielt. Aber unsere erste Niederlage wird uns nicht umwerfen.“

Die Gäste nahmen gleich das Heft in die Hand, waren im Abschluss aber nicht gefährlich. Bei Stuhr sah das ganz anders aus: Weniger Ballbesitz – dafür aber hochkarätige Chancen. In der 20. Minute scheiterte Torben Drawert freistehend an TSG-Keeper Maurice Lutterklas. Danach klatschte ein Heber von Timo Wetjen nur auf die Latte (26.), und in der 37. Minute war Lutterklas Sieger im Duell gegen Jesso Luca Wehrhahn. Seckenhausen hatte vorn wenig zu bieten. Lediglich ein Schuss von Offensivmann Marcel Dörgeloh war gefährlich (35.), doch den drehte TV-Torhüter Niklas Lührs um den Pfosten.

Nach der Pause blieb es bei der Optik: Stuhr stabilisierte die Defensive – Seckenhausen machte das Spiel. Doch jetzt fielen auch Tore. In der 60. Minute wurde Drawert von Lutterklas gelegt – Elfmeter. Wetjen blieb eiskalt und knallte die Kugel zum 1:0 ins linke Eck.

Es folgten fast schon wütende TSG-Angriffe, um zumindest ein Remis zu holen. Doch zunächst scheiterte Howard Barbosa an Lührs (66.), und in der 80. Minute setzte Kapitän Philip Kleingärtner den Ball einen halben Meter über den Balken. Zu diesem Zeitpunkt war „Pipo“ schon längst nicht mehr im Abwehrzentrum zu finden, sondern wurde von Bi Ria nach vorn beordert. Letztlich ohne Erfolg.

Stuhr warf sich weiter in alles, was sich bewegte und kaufte den Gästen damit den Schneid ab. Bi Ria forderte sein Jungs auf, den Ball immer wieder zu Dörgeloh zu spielen. In der Hoffnung, dass „Celly“ vielleicht noch ein Geniestreich gelingen würde. Gestern nicht. Ganz im Gegenteil: In der vierten Minute der Nachspielzeit machte der eingewechselte Andre Kück mit dem 2:0 alles klar.

Von Gerg Töbelmann

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