Walter Brinkmann und Björn Wnuck sind mehr als nur Trainer-Konkurrenten in der Bezirksliga

Lehrmeister trifft Vorzeigeschüler

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Kreiszeitung Syke

Sulingen - Von Arne HelmsMeisterschaft? Check. Bezirkspokalsieg? Check. Der TuS Sulingen zwei Spieltage vor dem Saisonende satt und zufrieden? Trainer Walter Brinkmann zögert mit der Antwort. Mit Wörtern wie satt und zufrieden hantiert der Coach auf dem Fußballplatz nicht. Schließlich entscheidet er sich für ein Nischenziel: „Zusammen mit Heiligenfelde sind wir in der niedersächsischen Fairnesstabelle weit vorne dabei – da gibt es also noch einiges zu gewinnen.“

Nun könnten die Gastgeber gegen den ersten Verfolger (der längst kein Verfolger mehr ist) mit 0:6 verlieren, dabei keine Gelben und Roten Karten vom Schiedsrichter sehen – und beiden Teams wäre geholfen. Sulingen würde seinen Fairnessquotienten halten, Rehden wäre definitiv Zweiter und könnte beruhigt auf den 5. Juni warten, wenn die vorsorgliche Relegationsrunde zur Landesliga starten soll. Walter Brinkmann ist zwar Björn-Wnuck-Fan (dafür ein paar Zeilen Geduld), so weit geht die Bezirksliga-Freundschaft dann aber nicht. „Die Jungs sind schon gewillt, die letzten zwei Spiele auch noch zu gewinnen“, glaubt Brinkmann.

Sollte allerdings noch eine Mannschaft in der Lage sein, dem Meister die zweite Saisonniederlage beizufügen, dann ist das wohl Rehdens Regionalliga-Reserve. Im Hinspiel (2:3) hatte das Team von Björn Wnuck den Spitzenreiter ganz nah am ersten Punktverlust (Brinkmann: „Das war bislang mit unsere schwerste Aufgabe“). Natürlich ein Verdienst vieler Regionalliga-Leihgaben, aber vor allem auch des jungen Wnuck in dessen erstem Trainerjahr – sagt Meistermacher Brinkmann und hält seine Laudatio auf den 28-Jährigen: „Ich halte eine ganze Menge von Björn. Er hat ein sehr positives Coaching. Das sieht man selten. Aus einer Mannschaft mit ständig verändertem Personal, in der das Leistungsgefälle durch viele junge Leute sehr groß ist, hat er viel rausgeholt. Es überrascht mich nicht, dass Rehden mit seinem total modernen Fußball so weit oben steht. Es würde mich freuen, sollten sie am Ende auf dem zweiten Platz landen.“

Wnuck stutzt kurz, als er das hört, „aber da kann ich den Bogen zurückspannen. Walter ist jetzt mein Lehrmeister, und wir haben ein super Verhältnis.“ Ende des vergangenen Jahres legte Wnuck die Prüfung zum C- Lizenz-Inhaber mit Bestnote ab. Ab August möchte er Stufe B angehen. Dazu muss er ein Jahr mit der C-Lizenz arbeiten („Das tue ich ja gerade erfolgreich“), und im Stützpunkt für 20 Einheiten bei den Verantwortlichen Hermann Schlake, Heinrich Neddermann und Brinkmann hospitieren.

Dass die neuen Übungsformen auf dem Trainingsplatz des BSV Rehden II auf fruchtbaren Boden fallen werden, ist längst absehbar. „Wenn ich vergleiche, wie wir vor einer Woche gegen Stuhr (3:0, Anm. d. Red.) gespielt haben und dann die Vorbereitung vor Augen haben – da liegen Welten dazwischen“, sagt Wnuck und erklärt: „Unsere Defensive ist die Basis. Da können wir uns mittlerweile aus Drucksituationen spielerisch befreien. Und ein Tor schießen wir fast immer, weil wir es schaffen, im richtigen Moment zuzustechen.“ Mit Ausnahme des 0:4 in Wietzen im April ging der BSV tatsächlich nie ohne eigenes Tor vom Platz.

Zusätzlich hat es Wnuck vollbracht, einigen Spielern den Kick zu geben, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war. Torwart Tim Becker hatte sich nach einem Trampolin-Unfall Gedanken darüber machen müssen, ob er je wieder Sport machen kann. Nun führt er die Mannschaft mit aller Leidenschaft und Ruhe, die es als Kapitän braucht. Patrick Fröhling kam mit Kreisliga-A-Erfahrung aus Lembruch und ist als Sechser ein unumstrittener Stammspieler geworden. Zudem Tomasz Tomasik, der nach nur einem Jahr in Rehden zum TuS Sulingen weiterzieht – und das „nicht zu Unrecht“, findet Wnuck.

Für Rehdens jungen Coach, den der Verein gerade für weitere zwei Jahre an sich band, sind das genug Gründe, um mutig nach Sulingen zu fahren. Daran, dass der Meister schlagbar ist, habe er „ohnehin geglaubt“. Auch, als Brinkmann zur Motivation noch keine Fairnesstabelle bemühen musste.

Es fehlt (Sulingen): Sören Sandmann (private Gründe).

Es fehlt (Rehden II): Mark Roshop (im Urlaub).

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