Schlobohm erlegt ideenlose Melchiorshauser

„Lassen zu schnell die Köpfe hängen“

Melchiorshausen - Von Daniel WiechertHeiner Böttcher wickelte schon die Kabel der Lautsprecheranlage zusammen. Dabei waren noch acht Minuten im Bremer Landesliga-Spiel zwischen TSV Melchiorshausen und SG Findorff zu spielen.

Doch der TSV-Abteilungsleiter schien zu wissen, dass er am heutigen Tag keinen Torschützen seines Team mehr würde durchsagen müssen. Er behielt Recht. Melchiorshausen verlor sang- und klanglos mit 0:2 (0:0).

Zu keinem Zeitpunkt fand das Team von Mike Barten gegen die Mannschaft aus dem Tabellenmittelfeld zu spielerischen Mitteln, um die dicht gestaffelte Findorffer Defensive knacken zu können. Die erste Halbzeit war von Fehlpässen im Spielaufbau bestimmt, Strafraumszenen waren mehr als eine halbe Stunde lang Mangelware. Dann übernahm Melchiorshausens Niklas Katsis die Initiative, suchte den Doppelpass mit Tim Cohrs. Doch der Schuss des 20-Jährigen rauschte am rechten Pfosten vorbei (33.). Trotz der spielerischen Armut seines Teams war Barten mit dem ersten Durchgang einverstanden: „Wir haben Druck aufgebaut, waren nah am Gegner dran und haben sie so zu Fehlern provoziert. Mein Team will ja auch Fußball spielen, aber das ist auf dieser Kuhwiese nicht möglich“, sagte der TSV-Trainer.

In der zweiten Halbzeit war es dann auch mit der defensiven Stabilität bei Melchiorshausen dahin. Einen Findorffer Steilpass aus dem Mittelfeld konnte Dennis Dörgeloh mit seiner Grätsche nicht entscheidend klären, Alexander Schlobohm nutzte die Chance, ging an TSV-Keeper Florian Aschoff vorbei und schob zur 1:0-Führung der Gäste ein (56.). Erst jetzt zeigte Melchiorshausen wieder ein offensives Lebenszeichen, doch Yannik Funck (58.) scheiterte aus kurzer Distanz am stark aufgelegten SG-Torwart Daniel Griesbach. Findorff war effektiver: Uwe Bialdyga tankte sich auf der rechten Seite bis zur Grundlinie durch und spielte in die Mitte. Schlobohm hatte so viel Zeit, dass er die Kugel sogar noch annehmen konnte und sie aus kurzer Distanz ins linke Eck chippen konnte – 2:0 (75.). Auf der anderen Seite ließen Funck (78.) und Oliver Riekers (79./88.) auch die dicksten Chancen liegen, so dass es beim 0:2 blieb.

„Man hat gemerkt, dass uns nach Sascha Ottens Verletzung die Stabilität gefehlt hat“, analysierte Barten. Otten war bereits in der 40. Minute mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt worden. Doch TSV-Trainer Barten hatte auch andere Gründe für die Niederlage ausgemacht: „Die Jungs lassen derzeit zu schnell die Köpfe nach einem Rückstand hängen. Jeder spielt dann seinen eigenen Stiefel herunter, aber Fußball funktioniert nunmal nur zu elft.“

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