Unermüdlicher Vorsitzender des FC Sulingen Kreissieger der DFB-Aktion „Ehrenamt“

Lars Grunert lenkt lieber vom großen Lob ab

Urkunde und limitierte Uhr als kleine Anerkennung großartiger Arbeit: Fußballkreis-Vorsitzender Andreas Henze (vorn links) und der Kreisehrensamtsbeauftragte Heino Dahlskamp (rechts) zeichneten Lars Grunert als Kreissieger der DFB-Aktion „Ehrenamt“ aus. Grunerts Vorstandskollege Kai-Christian Siemering (links) hatte den Club-Boss des FC Sulingen dazu vorgeschlagen.
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Urkunde und limitierte Uhr als kleine Anerkennung großartiger Arbeit: Fußballkreis-Vorsitzender Andreas Henze (vorn links) und der Kreisehrensamtsbeauftragte Heino Dahlskamp (rechts) zeichneten Lars Grunert als Kreissieger der DFB-Aktion „Ehrenamt“ aus. Grunerts Vorstandskollege Kai-Christian Siemering (links) hatte den Club-Boss des FC Sulingen dazu vorgeschlagen.

Die Bewegungsmelder erweckten die energiesparenden Deckenlampen an diesem Abend aus der Winterpause und ließen die scheinbar frisch gestrichenen Wände ähnlich strahlen wie Lars Grunert. Der Vorsitzende des FC Sulingen begrüßte den Fußballkreis-Vorsitzenden Andreas Henze und den Kreisehrenamtsbeauftragten Heino Dahlskamp „in seinem Revier“, lotste die Gäste vorbei an den erst vor kurzem sanierten Kabinen und Duschen ins während der Coronakrise gründlich renovierte Clubheim.

Sulingen - Die Getränke servierte er selbst, denn auch hier kennt sich der 49-jährige aus – wie überall auf dem gut fünf Hektar großen Vereinsareal. Fast täglich legt er hier Hand an. Deshalb bekam er jetzt eine scheinbar überfällige Auszeichnung, die ihm trotzdem noch ein wenig unangenehm war.

Denn Grunert lenkte lieber vom eigentlichen Thema ab und verschwand erst mal hinter der Theke. „Montags und mittwochs, wenn hier die Oldies trainieren, bin ich sowieso da. Dann übernehme ich hier den Ausschank“, schilderte er beiläufig. Grunert darf sie Oldies nennen – denn der Familienvater spielt selbst in der Ü 40 und Ü 50. Als Trainer hat er es hingegen mit deutlich Semestern zu tun – nämlich der U 15 II und U 15 III der JSG Sulingen. „Manche von denen fragen mich, ob es für sie noch was wird mit dem Fußballprofi, anderen muss ich noch die Schuhe zubinden“, skizziert er das breite Aufgabenspektrum seines Übungsleiter-Daseins. „Ich will die Jungs weiterentwickeln und Werte weitergeben, die ich selbst früher von alten FC-lern mit auf den Weg bekommen habe“, sagt der Mann, der hier seit 1994 spielt – zu besten Zeiten mit der Ersten in der Bezirksliga.

Henze und Dahlskamp wussten, dass sie und ihre Vorstandskollegen mit ihrer Entscheidung, Lars Grunert aus allen Nominierten als Kreissieger der DFB-Aktion „Ehrenamt“ gekürt zu haben, goldrichtig lagen. Denn er ist nicht nur Vorsitzender des 500 Mitglieder starken Vereins, sondern krempelt überall selbst die Ärmel hoch, stellt die Rasensprenger um, reinigt die Mähroboter, organisiert Arbeitseinsätze, motiviert Mitstreiter und sanktioniert auch mal aufmüpfige Jugendliche.

Wer ihm so zuhört, kann sich schwer vorstellen, dass der Industriekaufmann mit einem 24-Stunden-Tag auskommt. „Lars ist die Seele des Vereins“, stellte Dahlskamp, selbst Mitglied des FC, heraus.

„Man muss sich schon manchmal aufraffen“, gesteht „Schoko“. Doch er schafft es, weil der FC einer seiner Lebensinhalte ist. „Herzensangelegenheit“ – dieses Wort sprudelt mehrfach aus ihm heraus, während er gestenreich über seine engagierte Vorstandsriege, die vielen Helfer und vieles weitere in den Reihen der Nordsulinger berichtet.

Grunert darf sich im Zuge dieser Ehrung als einer von neun Niedersachsen in die Aufnahme des „Clubs 100“ vom Deutschen Fußball-Bund freuen. „Das bedeutet eine Extra-Ehrungsveranstaltung sowie ein Dankeschön-Wochenende im Sporthotel Barsinghausen und Eintrittskarten für ein DFB-Länderspiel“, schilderte Henze. Zudem erhält die FC-Jugend neue Mini-Tore und hochwertige Fußbälle.

Schon jetzt erhielt „Schoko“ neben der Ehrenurkunde auch eine der strengen limitierten DFB-Uhren.

Einer seiner ersten Gratulanten war Fußball-Spartenleiter Kai-Christian Siemering, der die mehrseitige Nominierung geschrieben hatte. Trotz dieser Ausführlichkeit kam während der Ehrung heraus, dass der Vorstandskollege noch einige Aspekte von Grunerts herausragendem ehrenamtlichen Einsatz vergessen hatte. „Von den meisten seiner Termine bekommen wir gar nichts mit“, ahnte Siemering folgerichtig.

Der derart Gelobte gab das Lob zurück: „Was Kai an Administrativem für uns leistet, ist aller Ehren wert.“ Wieder hat er also abgelenkt. Schon zuvor hatte er sein Vorstandsteam hervorgehoben, „denn nur mit dem kann das funktionieren. Auch deshalb ist uns während der Coronakrise kein Mitglied abgesprungen. Wir sind eben eine Familie.“

Apropos Familie: Von seinem Sohn, der natürlich ebenfalls beim FC spielt, bekam Grunert mal einen besonderen Auftrag zugesteckt: „Bennet hat gesagt: Du musst so lange Vorsitzender bleiben, bis ich den Posten übernehmen kann.“

So lange wird dem Papa nicht langweilig: „Wir bräuchten eigentlich zwei weitere Kabinen – und müssen den einer Tribüne vorantreiben.“

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