Wie Lars Behrens zu seinem Spitznamen kam / Mit 37 Jahren weiter Gold wert

„Und vorn spielt Latte“

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Melchiorshausens Stürmer Lars Behrens hat von seiner Torgefahr nichts eingebüßt.

Melchiorshausen - Von Arne Flügge. Oldie but Goldie, heißt es. Ein Spruch, der zu Lars Behrens passt, wie die Faust aufs Auge. Gestern wurde der Stürmer des Bremer Fußball-Landesligisten TSV Melchiorshausen 37 Jahre alt, für seinen Club ist er aber weiterhin Gold wert.

Am Sonntag erzielte der Blondschopf beim 5:1 in Sebaldsbrück drei Tore. Sein wievielter Dreierpack es in seiner fünften Saison für den Verein war, „das weiß ich gar nicht so recht. Ich führe darüber kein Buch. Es waren auch schon mal vier oder fünf dabei“, schmunzelt Behrens. Ein Mal sogar sechs: Im Pokal vor zwei Jahren gegen Lesum.

Dass der Lehrer für Sport, Mathematik, Politik, Erdkunde und Technik überhaupt noch auf dem Platz steht, grenzt allerdings fast an ein Wunder. Der Linksfuß hatte im Verlauf seiner Karriere bereits diverse schwere Verletzungen, zuletzt einen Kreuzbandriss vor zwei Jahren. „Damals habe ich wirklich gedacht: War’s das nun? Ich war 35 Jahre, und da macht man sich natürlich seine Gedanken“, erinnert sich Behrens. Doch er habe noch Lust gehabt „und eine tolle Reha, in der ich richtig gefordert wurde und die mir den Bock auf Fußball zurückgebracht hat“. Behrens ist eben ein Fußballverrückter im positiven Sinne. „Ich komme nicht davon los“, räumt er ein, „es gibt sicherlich nicht viele Stürmer in meinem Alter in der Landesliga. Aber ich fühle mich noch richtig gut und nicht als reiner Altherrenspieler.“

Und ginge es nach Wilco Freund, so dürfte Behrens ruhig noch ein paar Jahre auf dem hohen Niveau für den Club spielen. „Lars ist absolut wichtig für uns, eine Führungspersönlichkeit auf dem Platz und eiskalt vor dem Tor“, lobt der Trainer des TSV Melchiorshausen seinen Angreifer: „Er geht im Training immer voran, stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Er ist zudem ein toller Mensch, der die jungen Spieler absolut weiterbringt.“

Da drängt sich ja fast der Vergleich mit einem anderen Stürmer auf, der vor kurzem einige Kilometer weiter nördlich angeheuert hat. Auch Claudio Pizarro wird 37 Jahre alt, auch er ist eiskalt vor dem Tor und ein Führungsspieler, der noch voll im Saft steht. Lars Behrens – der Pizarro Melchiorshausens? „Kann man so sagen“, lacht „Latte“.

Zu seinem Spitznamen ist Behrens übrigens gekommen, wie die Jungfrau zum Kinde. Während seiner Zeit beim SC Weyhe saß die Mannschaft einmal kurz vor einem Spiel in der Kabine. Trainer Fred Kröger gab die Aufstellung bekannt. „Und vorn im Sturm spielt Latte“, sagte er damals. „Wir haben uns alle angeschaut, denn keiner kannte einen Latte“, grinst Behrens: „Bis Kröger auf mich zeigte. Warum er mich damals so genannt hat, weiß ich immer noch nicht.“ Der Spitzname ist geblieben.

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