Stürmer arbeitet nach Kreuzbandriss am Comeback

Lanz träumt mit dem Barnstorfer SV von der Bezirksliga

Bei der Arbeit mit Maske: Physiotherapeut Jörg („Jockel“) Behrens behandelt nach einem Kreuzbandriss Barnstorfs Stürmer Philipp Lanz auf der Massagebank.
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Physiotherapie auf der Massagebank: Physiotherapeut Jörg („Jockel“) Behrens behandelt nach einem Kreuzbandriss Barnstorfs Stürmer Philipp Lanz. Der 23-Jährige hat am rechten Knie eine sieben Zentimeter lange Narbe.

Kreuzbandriss, Corona-Pandemie - Philipp Lanz, Stürmer beim Kreisliga-Spitzenreiter Barnstorfer SV, hat schon über ein Jahr kein Fußball gespielt. Der 23-Jährige hofft, dass er im Februar kommenden Jahres wieder einsteigen kann.

  • Geburtstag im Krankenhaus in Vechta verbracht.
  • Bei Spielen nur zuzuschauen, fällt Offensivmann schwer.
  • Die Mischung passt beim Barnstorfer SV.

Barnstorf – Mehr als ein Jahr ist Philipp Lanz, Offensivmann beim Fußball-Kreisligisten Barnstorfer SV, bereits verletzt. Am Donnerstag, 21. November 2019, passierte ihm im Heimspiel gegen den TuS Sankt Hülfe-Heede (1:1) ein Malheur, als er in der Endphase nach einem Pass aus der Drehung mit dem rechten Bein wegknickte. „Ich konnte das Knie nicht mehr strecken und auftreten, hatte starke Schmerzen“, erzählt der 23-Jährige rückblickend. Im Krankenhaus in Vechta ließ er das Knie röntgen, Ärzte diagnostizierten zunächst eine Meniskusprellung. Trotz mehrerer Salbenverbände blieben die Schmerzen.

Lanz bemühte sich um einen MRT-Termin, musste bis zum 2. März dieses Jahres warten. Nach der Untersuchung wusste er endlich Bescheid: Der in Barnstorf wohnende Fan des FC Bayern München mit seinem Lieblingsspieler David Alaba hatte sich das vordere Kreuzband gerissen. Am 18. Mai wurde er in Vechta operiert. Vier Tage musste er im Krankenhaus bleiben – am letzten Tag hatte er Geburtstag. Lanz denkt an jenen 21. Mai nur ungern zurück: „Aufgrund des ersten Lockdowns durfte ich keinen Besuch im Krankenhaus bekommen. Das war wirklich ein blöder Geburtstag.“ Fünf Tage ging er an Krücken, trug während der Reha (Lymphdrainage und zweimal wöchentlich Krankengymnastik) zweieinhalb Monate eine Knieorthese.

Achteinhalb Wochen war der Land- und Baumaschinenmechatroniker krankgeschrieben, geht mittlerweile seiner Arbeit in Twistringen schon länger wieder nach. „Ich kann mein Knie wieder voll belasten“, sagt der gebürtige Vechtaer, der in seiner Freizeit angelt und gern Videospiele an der PlayStation spielt.

Bis zum zweiten Lockdown in der laufenden Saison verfolgte der verletzte Stürmer die Begegnungen seiner Mannschaft: „Das ist mir schwergefallen, da zuzuschauen. Wenn ich den Ball sehe, dann will ich Fußball spielen.“ Eines unterstreicht der Akteur mit der Nummer 6: „Ich muss den Sport als Ausgleich haben.“ Krankengymnastik, joggen und einmal in der Woche zum Krafttraining ins Fitnessstudio – der 1,85 Meter große und 88 Kilogramm schwere Lanz arbeitet an seinem Comeback: „Wenn der Spielbetrieb im Februar aufgenommen wird, dann möchte ich auch wieder spielen.“ Er gewinnt dem zweiten Lockdown etwas Positives ab: „Die Corona-Pandemie ist eine blöde Situation, spielt mir aber in die Karten. Ich verpasse nicht so viele Spiele.“

Der BSV-Stürmer, der gern mit seinen Kumpels und Mitspielern feiern geht, verfolgt ein Ziel: „Wir haben einen guten Kader, die Mischung von Jung und Alt passt. Ich würde gerne mit dem Barnstorfer SV in der Bezirksliga spielen.“ Nach acht Begegnungen sieht es für den BSV nicht schlecht aus, denn er liegt mit 19 Punkten in der Kreisliga Süd auf Platz eins.

Trainer Behrens baut auf den Angreifer

BSV-Trainer Jörg Behrens nennt Stärken und baut auf den Angreifer: „Philipp lebt von seiner Körperlichkeit und Geschwindigkeit, er hat einen starken linken Fuß mit guter Schusstechnik und eine enorme Power.“ In einem Punkt ist sich der 39-jährige Physiotherapeut sicher: „Von seinem Potenzial her ist er noch lange nicht am Ende.“

Wenn Lanz wieder einsteigt, verspricht er: „Ich bin top motiviert.“

Lanz: „In Diepholz hatte ich tolle Fußball-Jahre“

Mit vier Jahren erlernte Philipp Lanz das Fußball spielen bei den G-Junioren des Barnstorfer SV. Mit zehn Jahren wechselte er zu den E-Junioren der SG Diepholz. Im Leistungsbereich ging’s für ihn dann ab 2012 zum JFV Rehden-Wetschen-Diepholz (RWD), hier sammelte er in den nächst höheren Altersklassen in der Bezirksliga auf der Zehn Erfahrungen. „In Diepholz hatte ich tolle Fußball-Jahre“, sagt der 23-Jährige rückblickend. In der Saison 2015/2016 zog es ihn zurück zum Barnstorfer SV. Trainer Oliver Marcordes setzte den Youngster in der Kreisliga als Innenverteidiger ein. In der Serie 2016/2017 versuchte der gebürtige Vechtaer sein Glück beim damaligen Bezirksligisten BSV Rehden II. Die Mannschaft stieg ab, löste sich danach auf. Lanz schloss sich wieder seinem Heimatverein an und fühlt sich seit vier Jahren beim BSV wohl.

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