Landesliga-Fußballer des TuS Sulingen gewinnen nach 4:0-Triumph den Bezirkspokal

Da ist das Ding!

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Große Freude über den erneuten Pokalsieg.

Bad Pyrmont - Aus Bad Pyrmont berichtet Arne Flügge. Gerade einmal elf Kilometer waren am Samstag von Bad Pyrmont in Richtung Heimat zurückgelegt, da wurde um exakt 19.46 Uhr im Mannschaftsbus von Fußball-Landesligist TuS Sulingen bereits der Getränke-Notstand ausgerufen.

Also Ausschau halten nach dem nächsten Supermarkt, rechts ran und reichlich eindecken mit „Sprengstoff“ aller Art für eine dann knapp zweistündige Partysause auf Rädern. Gut zwei Stunden zuvor hatten die Sulinger vor 1000 Zuschauern nach einer Klasseleistung bei sengender Sonne den Bezirkspokal gewonnen. Mit 4:0 (3:0) wurde der Landesliga-Aufsteiger Spvgg. Bad Pyrmont zerlegt. Und das auch in der Höhe völlig verdient.

Pierre Neuse (8.), Pascal Löhmann (31.), Mehmet Koc (38.) und der überragende Tim Rieckhof (76.) schossen die Tore für eine absolut dominante Sulinger Mannschaft, die in den gesamten 90 Minuten nur eine Chance des Gegners zuließ und selbst noch genügend Möglichkeiten hatte, weitaus höher zu gewinnen. Es war eine Demonstration fußballerischer Klasse und taktischer Stärke. Bad Pyrmont hatte dem trotz Heimvorteils nichts, aber auch gar nichts entgegenzusetzen. „Ich bin stolz auf diese Mannschaft“, jubelte Torschütze und Routinier Mehmet Koc, „gerade, was die jungen Spieler leisten, wie sie sich entwickelt haben, ist unglaublich. Es macht einfach nur Spaß, Teil dieses tollen Teams zu sein.“

Tolle Gesten und das Wir-Gefühl

Wie sehr diese Mannschaft zusammengeschweißt ist, auch mit dem ganzen Trainer- und Betreuerstab, zeigen zwei bemerkenswerte Gesten während der Partie und auch danach. Als Tim Rieckhof, der sein letztes Spiel für die Sulinger machte und dabei eine bärenstarke Leistung auf der linken Seite bot, in der 76. Minute zum 4:0-Endstand traf, rannte der 22-Jährige auf Horst Vielhauer zu und sprang dem Physiotherapeuten in die Arme. „Ich hatte Horst versprochen, dass ich ihm mein letztes Tor widmen werde, wenn ich noch die Chance bekommen, eines zu schießen“, sagte Rieckhof, der zum Bremer SV wechselt, später.

Rieckhof war in der Stunde des Triumphes natürlich glücklich, sich mit dem Pokal und einem Tor zu verabschieden. Andererseits sei er aber auch „ein wenig traurig, weil der TuS Sulingen ein geiler Verein ist und ich hier viele Freunde gefunden habe“. Doch wegen seines Studiums in Bremen sei es ihm nicht mehr möglich, immer nach Sulingen zu fahren.

Die zweite große Geste des Tages fand während der Siegerehrung statt. Nachdem TuS-Kapitän Dennis Neumann den Bezirkspokal vom NFV-Spielausschussvorsitzenden August-Wilhelm Winsmann überreicht bekommen hatte, gab er die Trophäe an Rieckhof weiter. Er sollte den Pokal in die Höhe stemmen und der Mannschaft präsentieren. „Ich war schon ziemlich gerührt. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass Dennis mir diese Ehre erweist“, sagte Rieckhof. Für Neumann eine Selbstverständlichkeit. „Tim hatte sich das absolut verdient. Er hat heute ein klasse Spiel gemacht. Er ist nicht nur ein glänzender Fußballer, sondern auch ein super Typ mit einem tollen Charakter. Er wird uns fehlen“, meinte Sulingens Spielführer.

Dann war aber Party angesagt. Noch auf dem Platz sangen, tanzten und hüpften die Spieler wild durcheinander, Dennis Neumann stimmte vor den gut 100 mitgereisten Sulinger Fans die Humba an. „Es ist Wahnsinn, dass uns so viele Leute begleitet haben. Sie haben 90 Minuten Dampf gemacht und uns super unterstützt“, strahlte der TuS-Kapitän: „Wir wollten unbedingt diesen Pokal, nachdem uns in der Meisterschaft zuletzt ein wenig die Luft ausgegangen war.“

Landesligist TuS Sulingen holt Bezirkspokal

Und daher ist für Dennis Neumann der Pokalsieg 2016 auch wertvoller als der von 2013. „Damals war das noch mit dem Aufstieg verbunden. Wenn wir den Pott jetzt nicht geholt hätten, hätten wir mit leeren Händen dagestanden. Von daher ist dieser Pokalsieg schön etwas wichtiger.“ Sprach’s und verabschiedete sich in den Party-Marathon. Der dann – wie bereits erwähnt – nach elf Kilometern Busfahrt unterbrochen werden musste, um „aufzutanken“.

In Sulingen wurden die Pokalhelden von einem Fan-Spalier empfangen, durch das sie schreiten mussten, um im Party-Zelt schließlich weiter Gas zu geben. Es soll – so war zu hören – eine ziemlich lange Nacht geworden sein.

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