Startnummer 13

Sven Schröder tankt Kraft mit Weltmeister

+
Startnummer 13: Speerwerfer Sven Schröder

Asendorf - Er war am Tiefpunkt. Ende September 2014 quält sich Sven Schröder unter Schmerzen beim Speerwurf-Wettkampf in Sarstedt auf die Weite von 61,63 Meter. Das Ende eines sportlichen „Seuchenjahres“ (Trainerin und Mutter Ute Schröder).

Für Sven Schröder lief in der Saison 2014 gar nichts zusammen – aus einer Oberschenkel-Zerrung war eine bedrohliche Verletzung geworden. „Der Adduktor war zu 95 Prozent abgetrennt“, erinnert sich der 27-Jährige: „Ich hatte teilweise Bedenken, ob es überhaupt nochmal etwas wird.“ Auch weil ihm viele gesagt hätten, dass er es mit dem Sport vergessen könne: „Doch ich wollte das nicht hinnehmen, habe an mich geglaubt.“ Deshalb wollte er unbedingt in Sarstedt antreten. „Der ganze Schenkel war dunkelblau“, berichtet Ute Schröder: „Ich habe ihm von einem Start abgeraten. Aber er sagte, dass er diesen Wettbewerb braucht. Um zu sehen, dass es irgendwie weitergeht.“ Um mit einem halbwegs guten Gefühl aus dem Seuchenjahr rausgehen zu können.

15 Monate später lässt sich festhalten – der Athlet vom TSV Asendorf hielt Wort. 2015 war ein gutes Jahr, vor allem wenn man an die Vorgeschichte denkt. Im Januar wurde er Landesmeister im Winterwurf. Anfang April ging es ins Trainingslager nach Kienbaum, zwei Wochen später nach Zypern. Trainingswoche mit dem Bundeskader. Seite an Seite mit dem 2011er-Weltmeister Matthias de Zordo (27) legte Schröder die Grundlagen für eine erfolgreiche Sommersaison. „Ich kenne Matthias schon seit 2005, da haben wir uns im Jugendlager des DLV kennengelernt“, erinnert sich Schröder: „Seitdem sind wir befreundet, haben immer den Kontakt gehalten. Umso schöner war es daher, jetzt auf Zypern die Chance gehabt zu haben, eine Woche gemeinsam zu trainieren.“ Während bei der Technik jeder seine Eigenheiten habe, sei bei den Kraftübungen vieles identisch. „Die Woche hat sich auf jeden Fall ausgezahlt“, sagt der studierte Projektmanager, man habe sich viel voneinander abschauen können.

Im Juni landet Schröders 800 Gramm schweres Sportgerät nach 67,96 Metern – Norddeutscher Meister. Wenig später kommt der Landesmeister-Titel (65,83 m) hinzu. Erfolge und Weiten, mit denen 2014 keiner rechnen konnte. Trotzdem schwingt gerade beim Rückblick auf die Norddeutsche Meisterschaft in Göttingen noch ein wenig Enttäuschung mit bei Schröder: „Ich hätte schon gerne die 70 Meter geknackt. Aber da hat auch etwas die Konkurrenz gefehlt. Wenn es da enger gewesen wäre, hätte man sich vielleicht noch ein bisschen mehr pushen können.“

So blieb die „magische 70“ in diesem Jahr unerreicht. Vier Jahre ist es jetzt her, dass Schröder die Marke geknackt hatte: Erst bei der Kreismeisterschaft in Hoya (70,24), wenig später bei der Deutschen Meisterschaft in Kassel (70,07). „Die Trainingseinheiten haben aber gezeigt, dass ich diese Weiten immer noch in mir habe“, sagt der 27-Jährige, der seit September in Darmstadt im Veranstaltungsmanagement des DLV tätig ist: „Denkt man an 2014 zurück, kann ich aber sagen, dass ich 2015 das Optimum herausgeholt habe.“ Auch Ute Schröder bedauert, „dass die 70 nicht gefallen ist, aber vom Kraftverhältnis und von der Technik her hat er es auf jeden Fall drin.“

Sie ist immer noch nah dran – auch wenn Sven Schröder mittlerweile viereinhalb Autostunden von Asendorf entfernt lebt. „Ich schreibe ihm noch immer die Trainingspläne“, sagt sie: „Was das Sportliche angeht, sind wir nicht Mutter und Sohn, sondern Trainerin und Athlet.“

Sven Schröder hat in Darmstadt eine Traininggruppe gefunden, macht auch viel eigenständig: „Mein Appartement sehe ich nicht so oft. Eigentlich bin ich immer bei der Arbeit oder beim Training. Ich kann sagen, dass ich von der Athletik her wohl so gut wie nie drauf bin.“ Gute Aussichten, dass sich 2014 nicht wiederholt.

wie

Mehr zum Thema:

Prinzessin Caroline von Monaco feiert 60. Geburtstag

Prinzessin Caroline von Monaco feiert 60. Geburtstag

Mega-Zoff nach Ekel-Prüfung - So war Tag Zehn im Dschungelcamp

Mega-Zoff nach Ekel-Prüfung - So war Tag Zehn im Dschungelcamp

Entsetzen bei Bad Boys nach WM-Aus

Entsetzen bei Bad Boys nach WM-Aus

Retter geben Hoffnung auf Lawinen-Überlebende nicht auf

Retter geben Hoffnung auf Lawinen-Überlebende nicht auf

Meistgelesene Artikel

Arambasic geht das Herz auf

Arambasic geht das Herz auf

Kreisauswahl gewinnt Sichtungsturnier

Kreisauswahl gewinnt Sichtungsturnier

Keine Schiris – Zwangpause für Sulingen

Keine Schiris – Zwangpause für Sulingen

HSG Barnstorf/Diepholz unterliegt in Edewecht – 28:33

HSG Barnstorf/Diepholz unterliegt in Edewecht – 28:33

Kommentare