Anna-Lena Freese zieht sich Oberschenkelverletzung zu und muss WM sausen lassen

„In der Kurve hat es knack gemacht“

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Das ist zum Heulen: Die Brinkumer Sprinterin Anna-Lena Freese empfahl sich mit Top-Leistungen für die WM in Moskau, muss wegen einer Verletzung jetzt aber absagen. ·

Brinkum - Von Gerd TöbelmannSie hatte sich über die Nominierung zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Moskau (10.-17. August) über alle Maßen gefreut, doch dieser Traum platzte für die Brinkumerin Anna-Lena Freese am Freitag jäh. Beim Training in Dortmund für die Sprint-Staffel zog sich die 19-Jährige einen Muskelfaserriss und Sehnenanriss im Oberschenkel zu. Ein Start in Moskau ist undenkbar.

Dass Freese am Boden zerstört ist, versteht sich von selbst. Am Wochenende suchte die junge Athletin Trost bei ihrer Familie in Brinkum, am Montag ging es dann weiter zum Stützpunkt nach Hannover, wo sie sich auch noch einmal in ärztliche Behandlung begeben hat. „Das ist alles so bitter. Ich habe mich toll gefühlt und war locker drauf. Nichts hat darauf hingedeutet, dass es mich erwischen würde. Und dann ist es passiert. Beim zweiten Lauf des Staffeltrainings am Freitag hat es ausgangs der Kurve knack gemacht. Ich wusste sofort, dass da was kaputtgegangen ist.“

Zusammen mit Thomas Kremer (52), dem Sprint-Bundestrainer der Frauen, fuhr Freese sofort zum Arzt und danach zur Kernspintomographie. Dort stellte der Radiologe eine Muskelverletzung und eben auch den noch schlimmeren Sehnenanriss im Oberschenkel fest. „Eine derartige Verletzung ist bei Sprintern ziemlich ungewöhnlich. Anna-Lena hat sich gut aufgewärmt. Es war einfach nur Pech“, erklärte der Wuppertaler, der mit Wohlwollen zur Kenntnis nahm, „dass sich Anna-Lena bis dahin gut in die Gruppe integriert hatte.“

Doch jetzt scheint die Saison für die Brinkumertin vorbei zu sein. „Sechs Wochen muss ich mindestens pausieren, vielleicht auch länger. In diesem Jahr werde ich wohl keine Wettkämpfe mehr bestreiten“, sagt Freese traurig, blickt aber auch schon nach vorn: „Dann geht es eben im nächsten Jahr weiter.“

Landestrainer Björn Sterzel war auch ziemlich geknickt: „Ich habe eine Nacht lang nicht geschlafen. Ich werde Anna aber wieder aufkommen und bin sicher, dass sie stärker als je zuvor zurückkommt.“ Sterzel war zwar am Freitag in Dortmund, erlebte die Verletzung aber nicht als Augenzeuge, weil ihm vom DLV untersagt wurde, ständig die Trainingseinheiten zu beobachten.

Bundestrainer Kremer:

„Ich behalte sie im Auge“

So bitter die Verletzung und das WM-Aus für Anna-Lena Freese auch sind – Bundestrainer Kremer machte der jungen Athletin auch Mut: „Anna wird im nächsten Jahr vom C- in den B-Kader aufsteigen und damit besser gefördert. Dies umfasst unter anderem auch Trainingslager, zum Beispiel auf Teneriffa. Zudem werde ich sie natürlich im Auge behalten. Dies gilt besonders im Hinblick auf die EM 2014 in Zürich.“ Momentan dürfte Freese das nur wenig trösten.

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