60-Jähriger folgt in Twistringen auf Famulla: „Der SCT ist mein Heimatverein“

Küpker erhört den „Blaumeisen“-Ruf

Uwe Küpker ist zurück beim SC Twistringen. Und Spartenleiter Stefan Funke ist überzeugt, den richtigen Coach gefunden zu haben: „Er weiß, wo die Hebel anzusetzen sind.“

Twistringen - Von Daniel Wiechert. Das Smartphone leuchtete und klingelte in einer Tour, ehe es Uwe Küpker zu bunt wurde. „Ich habe das Gerät gerade schon weggelegt“, sagte der 60-Jährige am Montagabend: „Ist ja Wahnsinn, wie schnell das heute durch den Äther geschickt wird.“ Der Fußballtrainer, Inhaber einer aktuellen B-Lizenz, hatte sich gerade erst mit den Verantwortlichen des Bezirksligisten SC Twistringen auf eine erneute Zusammenarbeit geeinigt, da meldeten sich bereits etliche alte Weggefährten. Beispielsweise Nils Unger, der in Oythe und Wetschen unter Küpker trainierte. „Ich habe ihm alles Gute gewünscht“, verrät der Torjäger des TSV Brockum: „Der SCT liegt ihm am Herzen, und ich bin sicher, dass er dort das Ruder herumreißen wird.“

Am Dienstagabend stellte sich Küpker seiner neuen Mannschaft vor, am Samstag (15.00 Uhr) nimmt er im Heimspiel gegen den TSV Wetschen erstmals wieder auf der SCT-Bank Platz. Nach knapp vier Jahren ohne Trainer-Engagement. Wegen „persönlicher Eitelkeiten“ habe er die Rückkehr ins Fußballtagesgeschäft nicht gebraucht, stellt Küpker klar: „Aber ich lebe in Twistringen, der SCT ist mein Heimatverein – und der Club steckt gerade in einer Lage, die nicht wirklich rosig ist.“ Deshalb packe er noch mal mit an. Schließlich stehen die „Blaumeisen“ nach 13 Spielen mit mageren neun Punkten da. Zum ersten Nichtabstiegsplatz fehlen bereits acht Zähler. Die Verantwortlichen sahen sich gezwungen, sich nach nur wenigen Monaten von Coach Friedhelm Famulla zu trennen.

Nachdem Stefan Müller vor zwei Jahren den Verein verlassen hatte, kommt der SCT auf der Trainerposition nicht zur Ruhe. „Kontinuität wäre sehr wünschenswert“, betont Spartenleiter Stefan Funke: „Wenn ständig Unruhe herrscht, ist das für die Mannschaft natürlich auch nicht gut.“ Küpker soll nun Brandherde löschen, wenngleich er betont: „Ich sehe mich nicht als Feuerwehrmann.“ Er sei nicht für fünf, sechs Spiele gekommen: „Ich kann mir schon vorstellen, dass es etwas Längerfristiges wird. Doch erst einmal müssen wir uns beschnuppern – und dann schauen wir weiter.“

Die Wende plant Küpker mit Michael Schultalbers und Jens Lange, die dem Club als Co-Trainer beziehungsweise Torwarttrainer erhalten bleiben. Auch aufgrund dieser Konstellation glaubt Funke, dass Küpker „sofort durchstarten“ kann: „Er weiß, wo die Hebel anzusetzen sind.“

Der 60-Jährige ist zwar schon länger nicht mehr als Trainer in Erscheinung getreten, war als Zuschauer aber sehr häufig auf den regionalen Fußballplätzen anzutreffen. So hat er auch die jüngsten beiden Niederlagen der Twistringer mitverfolgt. Es gebe „vielversprechende Spieler“ im Team, sagt Küpker. Erst mal ist er jedoch als Psychologe gefragt: „In der Mannschaft gibt es eine Menge junger Leute, und die kennen eine Situation wie die jetzige nicht unbedingt. Da versuche ich mit meiner Erfahrung zu helfen.“ In der jetzigen Situation gehe es nur darum, „mitzuhelfen, dass der SCT die Liga hält“. Dafür müssen schleunigst Punkte her, am besten schon gegen Wetschen. Ausgerechnet Wetschen. Dort hatte Küpker 2015 sein letztes Trainerengagement. Dass er danach ein paar Jahre raus aus dem Tagesgeschäft war, sei gar nicht schlecht, betont der 60-Jährige, der den SCT 2009 zur Meisterschaft in der Bezirksliga führte: „Es ist immer gut, auch mal über den Tellerrand zu schauen, um nicht betriebsblind zu werden.“

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