Diepholzer Mittelfeldakteur nimmt Katt viele Aufgaben ab

Kschuev rechte Hand des Trainers

Selbst ist der Mann: Johann Kschuev hielt am Montag beim Gießen des Betons für sein Einfamilienhaus in Rehden den Ablassschlauch in das Fundament. Foto: Borchardt
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Selbst ist der Mann: Johann Kschuev hielt am Montag beim Gießen des Betons für sein Einfamilienhaus in Rehden den Ablassschlauch in das Fundament.

Diepholz - Keine Frage: Johann Kschuev ist beim Fußball-Bezirksligisten SG Diepholz die rechte Hand von Trainer Marcell Katt. Der gebürtige Rahdener lobt den 30-Jährigen: „Johann nimmt mir viele Aufgaben ab, sorgt für den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Wenn ich aus beruflichen Gründen nicht kommen kann, dann führt er die Trainingseinheiten allein durch.“ Der vielseitig einsetzbare Mittelfeldakteur, der sich immer wieder mit Kniebeschwerden herumschlägt und die eine oder andere Partie nicht mitmachen kann, wird aber nach wie vor auf dem Spielfeld gebraucht. „Er soll weiter spielen, zumal seine Freistöße eine Waffe sind“, sagt der 37-jährige Katt.

Kschuev ist als spielender Co-Trainer mit viel Elan dabei: „Es macht mir definitiv Spaß, ich bereite mich vor, wenn ich Übungseinheiten leite. Ich würde gern einen Trainerschein machen, momentan fehlt mir dazu aber die Zeit, weil ich gerade ein Haus baue.“ Der Russland-Deutsche, der in Drushba das Licht der Welt erblickte und 1992 mit seinen Eltern nach Wagenfeld zog, lobt die Zusammenarbeit mit Katt: „Es passt mit Marcell, er ist sehr aufgeschlossen.“

Als Fußballer hat Kschuev, der seit 2016 mit seiner langjährigen Freundin Natascha verheiratet ist, schon einiges erlebt und mitgemacht. Er begann als Torwart in der G-Jugend des Barnstorfer SV, spielte von der F- bis zur C-Jugend bei der SG Diepholz. In seinem zweiten C-Jugend-Jahr wechselte er zum BSV Rehden, gewann später sowohl mit der B-Jugend als auch der A-Jugend den Bezirkspokal. Der zweikampfstarke Mittelfeldakteur schaffte im Herren-Bereich in der Saison 2008/2009 unter anderem mit Sören Sandmann, Christian Hegerfeld und Alexander Finke den Sprung in den Oberliga-Kader des BSV Rehden. „Wir haben als Mannschaft einiges unternommen, hatten viel Spaß“, sagt der gelernte Steuerfachangestellte rückblickend. Er machte damals zwar noch die Vorbereitung unter Jürgen Stoffregen mit, bekam aber zu wenig Spielanteile und zog einen Schlussstrich. Er folgte seinem Jugend-Trainer Marco Hegerfeld, schloss sich zur Landesliga-Serie 2011/2012 der SG Diepholz an. Hier fasste Kschuev Fuß, wurde Stammspieler.

Warum hat es beim BSV Rehden nicht zum Durchbruch gereicht? „Verletzungen haben mich immer wieder zurückgeworfen“, unterstreicht der Fan von Borussia Dortmund. Bänderrisse und eine Knochenabsplitterung im Sprunggelenk sowie zwei Meniskusoperationen und ein Knorpelschaden im linken Knie zwangen ihn immer wieder zu Pausen.

Seit 23 Jahren lebt Kschuev, der russische Gerichte mag und gern grillt, nun schon in der Kreisstadt. Er fühlt sich bei der SG Diepholz wohl: „Es tut sich auch im Umfeld etwas. Wir bekommen einen Kunstrasenplatz.“ Er blickt der neuen Spielzeit hoffnungsvoll entgegen: „Qualitativ sind wir in der Breite besser aufgestellt. Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz.“

Aktuell lässt Kschuev in Rehden ein Einfamilienhaus bauen. Das eine oder andere wird auch in Eigenleistung gemacht, da packt er selbst mit an. „Das ist ein guter Ausgleich zum Fußball und zu meiner Arbeit als Industriekaufmann im Einkauf“, schmunzelt der 30-Jährige. Auch Katt sowie beispielsweise die Mitspieler Henning Johanning und Athanasios Milios helfen mit. Das schätzt der Co-Trainer an der Mannschaft: „Wir verbringen gemeinsam viel Zeit. Wenn Hilfe gebraucht wird, dann packen wir mit an.“

Motto: Weitermachen

Trotz mehrerer Verletzungen will Johann Kschuev weiter Fußball spielen, sich noch nicht voll auf eine Traineraufgabe konzentrieren. „So lange die Knochen mitmachen, bleibe ich dabei“, sagt der 30-jährige Mittelfeldakteur der SG Diepholz. In einem Punkt ist er sich aber sicher: „Ich werde nicht so lange spielen wie Marc Pallentien.“ Er hat früher mit „Palle“ bei den Kreisstädtern in einer Mannschaft gekickt. Pallentien ist mittlerweile 46 Jahre alt und zählt beim Kreisligisten Barnstorfer SV noch zu den Leistungsträgern.

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