Hieke landet bei Premiere auf Rang elf

Kirchweyher Rhönradturner holt bei WM Gold bei den Junioren

Jakob Kremer überzeugte bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz voll und ganz: Neben zwei dritten und einem zweiten Platz sicherte sich der 15-jährige Athlet von der SV Kirchweyhe Gold in seiner Parade-Disziplin.

Magglingen - Mit unterschiedlichem Erfolg sind die Rhönradturner Lorena Hieke und Jakob Kremer (beide von der SV Kirchweyhe) mit der deutschen Nationalmannschaft von der Weltmeisterschaft im schweizerischen Magglingen zurückgekehrt. Während Hieke im Mehrkampf der Juniorinnen etwas mit ihrer Nervosität zu kämpfen hatte und den Wettkampf mit dem elften Platz abschloss, sorgte Kremer bei der mitgereisten Kirchweyher Fangemeinde für schier grenzenlosen Jubel: Der 15-Jährige erturnte sich Gold im Sprung.

Für eine ganze Woche waren Hieke und Kremer mit dem deutschen Nationalteam ins idyllische Magglingen gereist. Für die Flachländer aus Niedersachsen waren die 60 Meter Höhenunterschied zur Wettkampfhalle allerdings eine echte Herausforderung, auch wenn sich die Sorgen über den langsamen punkt-elastischen Boden sowie den aus Spanplatten ausgelegten Spiraleboden als unbegründet erwiesen.

Pünktlich zu Kremers erstem Wettkampftag, konnte sich der Youngster der Unterstützung der extra angereisten Kirchweyher Schlachtenbummler – bestehend aus über 20 Personen – sicher sein. Zunächst ging die besondere WM-Atmosphäre aber nicht spurlos an dem 15-jährigen Athleten vorbei, sodass seine Nervosität deutlich erkennbar war. Trotzdem kämpfte er sich – abgesehen von kleinen Unsicherheiten im Sprung (seiner Lieblingsdisziplin) und im Geradeturnen – achtbar durch den Wettkampf und musste lediglich im Spiraleturnen das Rad verlassen, was einen größeren Abzug mit sich brachte.

Am Ende distanzierte der Kirchweyher unter anderem die amerikanische Konkurrenz und gewann hinter Milan Lessel und Malte Schröder aus dem deutschen Team Bronze. Außerdem qualifizierte er sich für alle drei Finalwettkämpfe.

Das Teilnehmerfeld im Mehrkampf der Juniorinnen bestand aus 38 Starterinnen aus zehn Nationen. Lorena Hieke begann den Wettbewerb als erste Starterin im Geradeturnen und auch sie zeigte bei ihrer ersten WM- Teilnahme Nerven. Ein Element glückte nicht wie geplant und das Rad rollte in die falsche Richtung, sodass sie etwas improvisieren musste und mit 9,05 Punkte nicht zufrieden war.

Auch im Spiraleturnen unterlief Hieke ein Fehler, der zu einem Großpunktabzug führte und somit trotz sonst sehr ordentlich geturnter Übung nur eine Wertung von 7,65 Punkten ergab. Ihre letzte Chance, ein Finale zu erreichen, blieb noch in ihrer Paradedisziplin – dem Sprung. Einzig die Berührung der Matte mit der Hand nach dem Strecksalto rückwärts mit ganzer Schraube verminderte eine bessere Wertung des ansonsten tollen Versuches.

Da es noch einen zweiten Durchgang gab, begann nun das große Bangen, ob die Konkurrenz an ihre Wertung herankommen würde. Als Trainerin Mona Kronenberger ihren Schützling nach dem Wettkampf hinter den Kulissen traf, flossen Tränen – nur knapp hatte es nicht gereicht. So stand am Ende ein elfter Platz unter Hiekes WM-Premiere.

Zum Abschluss stand dann das große Ziel von Kremer auf der Tagesordnung: Er wünschte sich, Milan Lessel wie bei der deutschen Qualifikation im Sprung zu schlagen. Bei seinem ersten Sprung musste Kremer noch korrigieren, nach einer kurzen Ansprache des Bundestrainers Stefan Serth zeigte der junge Athlet dann aber einen nahezu perfekten zweiten Sprung.

Dann hieß es abwarten, was die anderen Junioren und vor allem Mitfavorit Lessel zeigten. Nach den Wertungen und lautstarkem Jubel der Kirchweyhe-Fans war klar, wer der Weltmeister ist. Sichtlich gerührt stand der Jüngste im Feld ganz oben auf dem Treppchen, mit der Goldmedaille um den Hals und lauschte der deutschen Hymne, die für ihn gespielt wurde. Überreicht wurde diese vom Mehrkampf Weltmeister Yasuhiko Takahashi aus Japan.

Sichtlich beflügelt von seinem Erfolg, erturnte Kremer anschließend noch einen dritten Platz im Geradeturnen sowie einen zweiten Platz in der Spirale, womit er seine Medaillensammlung komplettierte. Bei den anschließenden Gratulationen flossen bei einigen der mitgereisten Anhänger sowie dem Trainerteam um Isabell Ewald und Kronenberger die Freudentränen. - ntr

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