Kreisligist steigt in die Bezirksliga auf / „Freude riesengroß“ / Dreye tritt nicht an

Mörsen besiegt den Fluch

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Mediengruppe Kreiszeitung

Mörsen - Von Arne Flügge. Sie galten schon fast als die Unaufsteigbaren. Neun Jahre lang hat der SV Mörsen-Scharrendorf versucht, aus der Fußball-Kreisliga wieder in die Bezirksliga hochzugehen – acht Mal war der Club gescheitert. Und meistens nur hauchzart. Seit gestern Abend nun hat Mörsen diesen Fluch besiegt. Es ist vollbracht! Am vorletzten Spieltag ist die Mannschaft von Trainer Rainer Gläser vorzeitig in die Bezirksliga aufgestiegen. Wobei Schlusslicht SV Dreye gestern Abend kurzfristig nicht antrat, das Spiel mit 5:0 für Mörsen gewertet wird.

„Ich bin immer für den sportlichen Wettbewerb. Das ist mir ein Gräuel, ärgert mich maßlos“, meinte Mörsens Spartenleiter Andreas Siegmann zur Absage des Gegners. Dennoch müsse jetzt die Freude über den Aufstieg überwiegen. „Und wir werden heute Party bis zum Morgengrauen machen, so wahr ich Andreas Siegmann heiße.“ Die Spieler nahmen ihn beim Wort und verpassten ihrem Vereinsboss erstmal eine deftige Sekt- und Bierdusche.

Vier Fässer Bier hatte der SVMS-Boss ohnehin schon anrollen lassen. „Wir sind alle unheimlich stolz und glücklich, dass es jetzt im neunten Jahr endlich geklappt hat“, jubelte Siegmann: „Es war in den vergangenen Jahren auch nervlich ein Kraftakt, immer wieder die Energie aufzubringen, um oben anzugreifen. Bemerkenswert, wie die Mannschaft das immer wieder angegangen ist.“ Fünf Mal war Mörsen auf Platz vier gelandet, zwei Mal auf Platz drei, einmal auf Rang zehn, „wobei uns vor drei Jahren im Vergleich mit dem TuS Sudweyhe nur ein einziges Tor gefehlt hat“, erinnert sich Siegmann: „Das war richtig bitter.“

Umso größer ist jetzt natürlich die Erleichterung. „Die Freude ist riesengroß“, strahlte Siegmann, „es ist eine große Herausforderung, in der Bezirksliga zu spielen. Wir lassen uns gern auf dieses Abenteuer ein.“

Und der SV Mörsen-Scharrendorf wird mit Trainer Rainer Gläser in die neue Saison gehen. Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen darüber gegeben, ob der Coach weiterhin zur Verfügung steht. „Rainer hat es verstanden, eine Mannschaft zu formen, die jetzt den sportlichen Erfolg auch errungen hat“, formulierte Siegmann: „Er genießt unser absolutes Vertrauen. Es stand für mich nie in Frage, weiter mit Rainer zusammenzuarbeiten.“

Auch Gläser hätte gestern Abend lieber gespielt, blickte dann aber auf eine „tolle Saison“ zurück: „Wir sind froh, dass wir es gepackt haben, die Jungs haben sich die Fete verdient.“ Wer vor dem letzten Spieltag mit 65 Punkten und der besten Defensive der Liga „da oben steht, der hat den Aufstieg auch verdient“, meinte der Coach.

In der Bezirksliga wird die Mannschaft kein ganz neues Gesicht bekommen. „Alle Leistungsträger und Führungsspieler bleiben dem Verein erhalten. Dazu werden wir uns punktuell auf einigen Positionen verstärken“, kündigte Siegmann an.

Dass es für Mörsen ein schweres Jahr in der Bezirksliga wird, dessen ist er sich natürlich bewusst. Doch mit Druck hat die Mannschaft gelernt umzugehen. „Wir haben auch in diesem Jahr von keinem Gegner etwas geschenkt bekommen. Wir mussten uns diesen Aufstieg hart erkämpfen und schwer verdienen“, so Mörsens Chef.

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