Seckenhausens Mittelfeldspieler beschenkt sich vorzeitig beim 1:0 gegen Vilsen

Kirchners perfekter Sonntag

Die Fußballer des SV Bruchhausen-Vilsen und der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst schenkten sich nichts. In einer intensiven, aber chancenarmen Partie erzielte Seckenhausens Sebastian Kirchner (links, gegen Vilssens Jan-Hendrik Schwirz) das Tor des Tages. - Foto: wie

Vilsen - Von Daniel Wiechert. 500 Kilometer fahren, um seinem Sohn beim Fußballspielen zuzuschauen? Es kann sich lohnen. Diese Erfahrung machten gestern Heinz-Peter und Birgit Kirchner.

Das Paar war beim Kreisliga-Spiel zwischen dem SV Bruchhausen-Vilsen und der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst dabei. Und sahen, wie sich ihr Sohn Sebastian Kirchner zum Matchwinner aufschwang. Der heute 28 Jahre werdende Mittelfeldspieler hatte das Tor des Tages beim 1:0 (0:0) erzielt.

„Meine Eltern sind zum ersten Mal zu Besuch, seitdem ich hier spiele“, verriet Kirchner: „Umso schöner, dass ich dann gleich ein Tor mache.“ Bei der Szene des Spiels hatte der Mittelfeldspieler goldrichtig gestanden. Seckenhausens Außenverteidgier Fabian Öhlerking erkämpfte sich auf der linken Seite den Ball, flankte quer zu Steffen Züdel. Der 27-Jährige legte volley in die Mitte, „sodass ich den Ball nur noch einnicken musste“, erklärte Kirchner. Es war der schönste Spielzug der gesamten Partie.

Bei den favorisierten Gästen lief spielerisch wenig zusammen – auch, weil „uns eine gesamte Achse“ (Kirchner) gefehlt hat. Christian Schult (privat verhindert), Hergen Corßen-Katenkamp und Nico Kiesewetter (beide mit Bänderverletzungen) konnten nicht mitwirken. „Die Jungs haben es aber super gemacht. Sie haben um jeden Zentimeter gefightet“, sagte TSG-Trainer Dirk Hofmann: „Wir haben kaum Torchancen zugelassen. Und ich habe meinen Spielern schon in der Halbzeit gesagt, dass wir ,die‘ eine Möglichkeit noch bekommen werden. Es zeichnet eine Spitzenmannschaft dann eben auch aus, diese zu nutzen.“

Weniger gut gelaunt war verständlicherweise Vilsens Trainer Jörn Meyer. „Ein Remis wäre verdienter gewesen. Ich glaube sogar, dass wir ein kleines Chancenplus hatten.“

Zumindest hatte seine Mannschaft die erste Großchance der Partie. Der dribbelstarke Moritz Warnke kam rechts bis zur Grundlinie, legte zurück auf Nico Schröder, doch der Schuss des 23-Jährigen rauschte links am Pfosten vorbei. Die dickste Möglichkeit hatten die Gastgeber aber in der 80. Minute: Nach einer Ecke landete der Ball bei Christian Mewes – gewitzt bugsierte der 28-Jährige die Kugel per Hacke in Richtung Torlinie, doch von ebendieser kratzte Seckenhausens Jan Dahlheuser den Ball.

Viel mehr Torraum-Szenen bot die Begegnung nicht. „Beide Teams haben sich taktisch neutralisiert“, lieferte Meyer die Begründung: „So kam kein wirklicher Spielfluss auf.“

Ähnlich sah es auch sein Gegenüber Hofmann. Allerdings war es ihm schnurz. „Wir wussten, dass es ein hartumkämpftes Spiel werden würde“, sagte Hofmann: „Wir hatten uns auf die Fahne geschrieben, unbedingt das Feld für die nächste Woche zu bestellen.“ Das hat geklappt. Da Seckenhausen gewann und der TSV Weyhe-Lahausen (1:3 gegen TuS Sulingen II) gleichzeitig verlor, kann das Hofmann-Team am Sonntag mit einem Heimsieg gegen Lahausen den Aufstieg perfekt machen. „Das zu Hause zu schaffen, wäre das i-Tüpfelchen, sagte der TSG-Trainer. Matchwinner Kirchner, der im Sommer von der SpVgg Herne-Horsthausen nach Seckenhausen kam, denkt schon weiter: „Wenn wir aufsteigen, dann bitte auch als Meister.“

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