Ab sofort drei größere Kreisklassen

Die 4. Kreisklasse in Diepholz ist nun Geschichte

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Ausgezeichnet: Fußballkreis-Vorsitzender Andreas Henze (2. v. l.), seine Stellvertreter Heinz Dumke (l.) und Peter Miklis (r.) und der Kreisehrenamtsbeauftragte Heino Dahlskamp (2. v. r.) verliehen (v. l.) Gerald Hertzer, Martin Wolle, Kai-Christian Siemering, Manfred Plate, Johannes Stamminger und Wilhelm Hohlt die silberne Ehrennadel des Kreises.

Sudwalde – Wer zur neuen Fußballsaison im Kreis Diepholz nach den Tabellen der 4. Kreisklassen sucht, der wird nicht fündig. Denn auf Antrag der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst legt der Spielausschuss alle 3. und 4. Kreisklassen zusammen – zu drei 3. Kreisklassen mit je 14 Mannschaften.

„Wir haben die betreffenden Vereine befragt, 16 waren dafür, den 24 anderen war es anscheinend egal, weil sie sich nicht zurückgemeldet haben“, berichtete Spielausschuss-Vorsitzender Michael Steen: „Der Antrag ist somit angenommen“, sagte er unter dem Applaus vieler Delegierter des Fußball-Kreistags am Samstag im Sudwalder Gasthof Stühring.

Die „Verschmelzung“ ist jedoch nicht einem etwaigen Mannschafts-Schwund geschuldet, denn zuvor hatte Steen während der Arbeitstagung erklärt, dass zur neuen Serie weiter insgesamt 119 Männer-Teams gemeldet seien – wie im Vorjahr. Doch bisher spielten 13 Teams in der 3. Kreisklasse Nord, nur zehn in der Südstaffel. Die 4. Kreisklasse Süd beheimatete elf Mannschaften, die Nordstaffel zehn. Das Aufstocken dürfte nun mehr Abwechslung zur Folge haben.

Trotzdem trieb den Fußballkreis-Vorsitzenden Andreas Henze das Thema „Mitgliederschwund“ um: „Der DFB und der Niedersächsische Fußballverband haben dazu ihre eigene Meinung, die ich nicht immer teile“, unterstrich der Bassumer. Positiv stehe er dem „Funino“ gegenüber. Doch „ob man durch das Forcieren des e-Footballs mit geplanten Ligen auf Verbands-, Bezirks- und Kreisebene neue Interessierte für den Fußball werben kann, wird sich herausstellen. Für mich passiert unser Sport noch immer draußen oder in der Halle, aber nicht an der Spielekonsole“, urteilte Henze: „Wofür bilden wir denn seit Jahren Trainer und Schiedsrichter aus, wenn einem die Konsole alles abnimmt?“

Henze, selbst noch aktiver Schiri, weiß, dass der Job eines Unparteiischen nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig ist. Doch Jan-Eike Ehlers als Kreisschiedsrichterobmann zog ein positives Fazit der abgelaufenen Serie: „Wir befinden uns hier noch auf der Insel der Glückseligen, es läuft alles sehr human ab.“ Gleichwohl spüre er einen „Sittenverfall“, wenn er die Sonderberichte einiger Referees zu unflätigen Äußerungen lese. Als Beispiele nannte Ehlers Äußerungen wie „Mann, bist Du schlecht. Kauf' Dir mal eine neue Brille“ oder „Du bist lächerlich!“. Die betreffenden Trainer zeigten dabei keine Reue. „Es sind Ausnahmen, aber dabei sollte es bleiben“, appellierte Ehlers an die Delegierten.

Diese faire Geste hatte ein Nachspiel: Fußballkreis-Boss Andreas Henze (r.) zeichnete Mongi Abdelhak (hier mit Töchterchen Jana) aus.

Auch Sportgerichts-Vorsitzender Marcel Thalmann sprach von einem ruhigen Jahr mit insgesamt nur zwölf Verfahren. Als kuriosesten Fall nannte er einen Akteur, der in der zweiten Mannschaft festgespielt und unter falschem Namen für die Dritte aufgelaufen war. Als ein Vertreter des Gegners den Schiedsrichter darauf nach der Partie aufmerksam machte, war der Beschuldigte bereits mit der Spielerpass-Mappe durchs Kabinenfenster geflüchtet. „Das bedeutete 150 Euro Geldstrafe für den Spieler, 275 Euro für den Trainer und noch mal 150 Euro für den Verein“, berichtete Thalmann. Abschließend dankte er seinen Beisitzern und allen „unauffälligen“ Clubs.

Im positiven Sinne auffällig verhielt sich in der abgelaufenen Serie Mongi Abdelhak vom SV Dreye aus der 4. Kreisklasse Nord. Als er im Oktober gegen die SG Bramstedt/United ein Tor erzielte, ging er kurz darauf zum Schiedsrichter und bat darum, den Treffer zurückzunehmen – er habe den Ball mit der Hand gespielt. Uniteds Betreuer Martin Wolle meldete diese sportsmännische Geste – und so bekam Abdelhak am Samstag während des Kreistags den Fairplay-Preis. Die damalige Partie endete übrigens 2:2.

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