Glosse: Tierische Reporter-Erlebnisse

Fiese Attacken gegen Lebensretter

Glosse von Arne Flügge. Sportreporter sind viel mit dem Auto unterwegs. Vormittags, nachmittags und auch spät am Abend. Obacht ist geboten. Denn die heimische Tierwelt weiß einfach nicht um die Gefahren der Metall-Kolosse mit den tödlichen vier Rädern.

Arne Flügge

So musste ich vergangenen Donnerstag nach meinem Spätdienst auf dem Weg von Syke nach Schwaförden einem Reh, einem Fuchs, einem Igel und einem Hasen ausweichen (ob es die Maus zwischen Sudwalde und Mallinghausen geschafft hat, weiß ich nicht). Am Samstag bin ich dann zum Bezirksligaspiel zwischen dem SC Twistringen und dem FC Sulingen gefahren. Wie immer ohne Musik und das Fenster leicht geöffnet. Das hat einem kleinen Kerl vermutlich das Leben gerettet. Denn in Höhe Stelle hörte ich plötzlich einen Jaulen, Fiepen, Bellen – und schon jagte ein Rauhaardackel von links wie von der Tarantel gestochen über die Landestraße. Ich also voll in die Eisen. Es war knapp. Doch zu seinem Glück erwischte ich den Teckel nicht. Und zu meinem Glück kam von hinten kein Auto, das mir draufgenagelt wäre.

Das kleine Hündchen rannte unbeirrt weiter, ich war froh, dass ihm nichts passiert war – und setzte meine Fahrt fort; mit dem guten Gefühl, jetzt fünf, vielleicht auch sechs Tierleben (über das Schicksal der Maus weiß ich immer noch nichts…) in kurzer Zeit gerettet zu haben.

Am Sonntag bin ich dann zum TuS Sulingen gefahren. Landesliga-Spiel gegen Barsinghausen. Alles gut. Fast. Denn zehn Minuten vor dem Anpfiff stach mir plötzlich eine Wespe in den Hals. Drei Zentimeter hinter dem rechten Ohr. Von hinten hatte sich das feige Vieh angeschlichen und mir ihren Stachel ins Fleisch gerammt. Eine Wespe? Im Oktober, bei Schmuddelwetter und nur sieben Grad?

Keiner konnte es verstehen. Ich am wenigsten. Ich, der Tierretter, wurde diesem fiesen Angriff ausgesetzt. Vermutlich von der noch letzten aktiven Wespe in ganz Sulingen. Warum ich? Während die Sulinger Physiotherapeuten Horst Vielhauer und Markus Thannhäuser mit Eisspray Erste Hilfe leisteten (Danke nochmal, Jungs), wurde mir klar, dass ich solche Unglücke einfach anziehe. Vor Jahren ging ich mal im Winter ins Weserstadion. Mitten im Pulk von hunderten von Menschen löste sich Schnee vom Dach. Wem klatschte der auf den Deckel? Natürlich nur mir! Und dann war ich mal mit Werder Bremen im Trainingslager auf Norderney. Während eines Testspiels setzte plötzlich eine ausgeflippte Möwe zum Sturzflug ins Stadion an. Sie dürfen raten, wen dieses blutrünstige, mit seinem spitzen Schnabel hackende Federvieh unter den knapp 5000 Zuschauern attackiert hat…

Nun ja. Jedenfalls leben Reh, Fuchs, Igel, Hase, Dackel (und vielleicht auch Maus) noch. Und das ist gut so. Früher gab es mal Aufkleber fürs Auto: Ich bremse auch für Tiere. Den würde ich gerne haben. Mit dem Zusatz: Möwen und Wespen ausgeschlossen.

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung

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