Vier auf einen Streich – das gab’s noch nie

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Gleich vier Bundesligisten setzen auf fußballerische Klasse aus dem Landkreis Diepholz: Özkan Yildirim (links, Werder Bremen) und Timo Perthel (rechts, Eintracht Braunschweig) sind noch recht neu in der Eliteklasse, Christian Schulz (oben, Hannover 96) und Jan Rosenthal (Eintracht Frankfurt) dagegen schon ganz erfahrene Profis.

Syke - Von Björn Knips. Dieter Plaggemeyer überlegt nur kurz, dann stellt der langjährige Vorsitzende des Fußball-Kreises Diepholz voller Überzeugung fest: „Das gab es noch nie!“ Gleich vier aktuelle Bundesliga-Profis stammen aus dem Fußball-Kreis Diepholz.

Der Bassumer Christian Schulz verteidigt für Hannover 96, der Syker Timo Perthel für Eintracht Braunschweig; Özkan Yildirim aus Sulingen ist beim SV Werder Bremen für die spielerische Komponente zuständig – genauso wie Jan Rosenthal bei Eintracht Frankfurt.

„Darauf dürfen wir schon stolz sein“, sagt Plaggemeyer und hofft: „Vielleicht beflügelt das ja den einen oder anderen Spieler, einen ähnlichen Weg zu gehen.“ Es ist allerdings ein Weg, der die Talente früh zu den Profi-Clubs führt. So wechselte Özkan Yildirim schon mit neun Jahren vom TuS Sulingen zum SV Werder. Für seine Familie bedeutete dies: fahren, fahren, fahren. Alles mussten mithelfen, dass das große Talent mehrfach in der Woche pünktlich zum Training im 60 Kilometer entfernten Bremen war.

„Diese Belastung ist nicht zu unterschätzen“, sagt Walter Brinkmann. Der DFB-Stützpunkttrainer im Fußball-Kreis Diepholz und Coach des Landesligisten TuS Sulingen ist deshalb froh, dass die Nachwuchskicker inzwischen nicht zwangsläufig so früh wechseln müssen. Es gibt eine Zwischenlösung, Werder nennt es das U 13-Talentteam. Einmal im Monat wird gemeinsam in Bremen trainiert, dazu kommen noch Turnierteilnahmen. Für Brinkmann eine gute Alternative, weil der Nachwuchskicker im gewohnten Umfeld bleibt. Aber lange geht das nicht. Brinkmann verweist auf die niedersächsische U 15-Auswahl, „da spielen fast nur Jungs von Profi-Clubs“. Ein Wechsel sei deshalb fast unabdingbar. „Wir haben aber durchaus einen Standortvorteil“, behauptet Brinkmann. Schließlich gibt es nicht nur in Bremen ein Nachwuchsleistungszentrum, sondern auch in Osnabrück und in Hannover.

In der Landeshauptstadt hat einst Jan Rosenthal sein Fußball-Glück gefunden. Mit 14 Jahren war er aus dem kleinen Staffhorst ins große Hannover gewechselt, machte dort sechs Jahre später sein erstes Bundesliga-Spiel und kickt inzwischen mit Eintracht Frankfurt sogar in der Europa League. „Man kann es also doch vom Dorf nach ganz oben schaffen“, schwärmt Plaggemeyer. Und würden Rosenthal nicht immer wieder Verletzungen stoppen, so wie zu Saisonbeginn, dann wäre für den 27-Jährigen sogar noch mehr drin. Er galt als Kandidat für die Nationalmannschaft und war ein absoluter Wunsch-Transfer von Eintracht-Coach Armin Veh, der ihn aus Freiburg weglockte. Nun kämpft der Mittelfeldspieler darum, diesem Status gerecht zu werden.

Auch Christian Schulz muss kämpfen. Mit seinen 30 Jahren ist der Ex-Bremer auf die Zielgerade seiner Karriere eingebogen und bei 96 vom Führungsspieler zum Notnagel geworden. Allerdings zu einem sehr wertvollen – in der Innenverteidigung war auf ihn Verlass. Im Sommer läuft der Vertrag von Schulz in Hannover aus. Da ist es umso wichtiger, dass „Schulle“ nach der Entlassung von Coach Mirko Slomka eine gute Rückrunde hinlegt.

Die braucht auch Timo Perthel – genauso wie sein Club Eintracht Braunschweig. Ansonsten ist deren Bundesliga-Abenteuer nach einer Saison wieder vorbei. Der 24-Jährige wandelt zwischen Stammplatz und Ersatzbank, machte gute Spiele wie beim 2:0-Coup in Wolfsburg, aber auch ganz schlechte wie beim 0:2 gegen Berlin inklusive Ampelkarte. Perthel muss noch beweisen, dass er dauerhaft in die Bundesliga gehört. Bei Werder hatte man ihm das nicht zugetraut und ihn einst ziehen lassen.

Auf Yildirim wurde dagegen gesetzt, der Vertrag bis 2016 verlängert. Der kleine Ballzauberer ist aber zu oft verletzt und deshalb bei Werder nur Joker. Mit 20 Jahren gehört ihm noch die Zukunft. Wie vielleicht auch Nick Gutmann. Der 17-Jährige kam vor sieben Jahren vom SV Bruchhausen-Vilsen zum SV Werder, spielt dort in der U 19. Und wer weiß, vielleicht macht der Außenverteidiger aus dem Diepholzer Quartett mal ein Quintett.

Das Quartett im Überblick

Christian Schulz

Alter: 30 Jahre (1. April 1983)

Heimatverein: TSV Bassum

Vereine: Hannover 96 (seit 29. August 2007), Werder Bremen (1995 - 2007), TSV Bassum (1989 - 1995).

Position: Abwehr/Mittelfeld

Bundesliga-Spiele/-Tore: 285/20

BL-Spiele/Tore in dieser Saison: 10/1

„kicker“-Note in dieser Saison: 3,43

Jan Rosenthal

Alter: 27 Jahre (7. April 1986)

Heimatverein: SV Staffhorst

Verein: Eintracht Frankfurt (seit 1. Juli 2013), SC Freiburg (2010 - 2013), Hannover 96 (2000 - 2010), SV Staffhorst (1992 - 2000)

Positon: Mittelfeld

Bundesliga-Spiele/-Tore: 149/23

BL-Spiele/Tore in dieser Saison: 9/1

„kicker“-Note in dieser Saison: 3,75

Länderspiele: 4

Özkan Yildirim

Alter: 20 (10. April 1993)

Heimatverein: TuS Sulingen

Vereine: Werder Bremen (seit 1. Januar 2003), TuS Sulingen (1999 - 2002).

Position: Mittelfeld

Bundesliga-Spiele/-Tore: 17/0

BL-Spiele/Tore in dieser Saison: 9/0

„kicker“-Note in dieser Saison: 4,75

Timo Perthel

Alter: 24 Jahre (11. Februar 1989)

Heimatverein: TuS Syke

Vereine: Eintracht Braunschweig (seit 1. Juli 2013), MSV Dusiburg (2012 -2013), Hansa Rostocj (2011 - 2012), Sturm Graz (2010 - 2011), Werder Bremen (1999 - 2010), TuS Syke (1995 - 1999).

Position: Abwehr/Mittelfeld

Bundesliga-Spiele/-Tore: 10/0

BL-Spiele/Tore in dieser Saison: 9/0

„kicker“-Note in dieser Saison: 4,31

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