Bassums „Mister Relegation“: Offensivmann hält sein Team mit 1:0 im Bezirk

Und wieder Michael Wiehle!

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Nicht mehr einzufangen: Torschütze Michael Wiehle.

Aus Landesbergen Berichtet - Cord KrügerEr zögerte keine Sekunde. Als die Fußballer des Landesberger SV noch Schiedsrichter Maik Denecke anflehten, der aber doch die alternativlose Rote Karte gegen Mohamed Jabri wegen Handspiels auf der Torlinie zückte, stand Michael Wiehle vom TSV Bassum längst mit dem Ball am Punkt.

Es lief die 79. Minute, Wiehle rannte an, drosch den Elfmeter humorlos oben links ins Netz und war danach nicht mehr einzufangen. Wiehle, bereits der Matchwinner beim 2:1 im ersten Relegationsspiel am Samstag gegen Mellendorf, erzielte gestern Abend vor mehr als 600 Zuschauern beim Nienburger Kreisliga-Zweiten Landesbergen das Tor des Abends zum 1:0 (0:0) und hielt sein Team damit in der Bezirksliga.

„Ich habe gar nicht überlegt und mich sofort sicher gefühlt, weil ich mich schon das ganze Spiel über besser gefühlt habe als am Samstag“, verriet der 22-Jährige hinterher zwischen Bierduschen und La-Ola-Wellen. „Der Knoten ist zwar spät geplatzt, aber besser spät als nie. Dass wir das geschafft haben und im Bezirk bleiben, ist einfach nur geil.“ Und womöglich existenziell wichtig für diese Mannschaft, der als Kreisligist einige Abgänge gedroht hätten. Immerhin nicht in Gestalt des auch gestern wieder bärenstarken TSV-Schlussmanns Dominik Overmeyer, denn der stellte nach dem Abpfiff unmissverständlich klar: „Ich bleibe Bassumer!“

Tobias Cordes zum TSV Melchiorshausen?

Bei anderen, etwa Tobias Cordes, steht das noch nicht fest. Der zur Halbzeit für Roman Seidel eingewechselte Offensivmann sprach zwar davon, dass der „Klassenerhalt auch ein wichtiges Signal für unsere nachrückenden Jugendfußballer ist“, sich selbst will er aber erst „in den nächsten Tagen“ entscheiden, wo er in der nächsten Serie spielt. „Ja, es gab schon Gespräche mit Wilco Freund“, bestätigte „Tobi“ die Kontakte zum künftigen Trainer des Bremer Landesligisten TSV Melchiorshausen, „aber ich wollte das Thema während der Relegation komplett ausblenden. Jetzt spreche ich mit Bassum und Melchiorshausen, dann lege ich mich fest.“

Sein Noch-Trainer, Bassums Interimscoach Jürgen Schäfer, konnte Cordes' zwiespältige Gefühle verstehen. „Es war halt keine einfache Saison – und vor allem waren es keine leichten letzten Wochen“, räumte der sportliche Leiter in Erinnerung an den Rückzieher des im Frühjahr als TSV-Trainer vorgestellten Uwe Küpker ein: „Aber die Jungs haben bewiesen, dass sie ein intaktes Kollektiv sind.“

Und das diktierte gestern Abend zunächst eindrucksvoll das Geschehen. Die Gastgeber gingen früh und oft zu zweit auf den Ballführenden und zwangen den LSV so zu Fehlern. Zuerst Stürmer Oliver Meyer, der Zuheel Mohamad-Hasso in Verlegenheit brachte, aufs Tor drosch und Keeper Marco Nortmeier zur Rettungstat zwang (3.). Weitere glasklare Gelegenheiten sprangen zunächst nicht heraus, doch andererseits ließ die Bassumer Viererkette gegen den agilen Landesberger Drei-Mann-Sturm nur wenig zu. „Das muss man auch erstmal schaffen“, lobte Schäfer – vor allem mit Blick auf den erst am Samstag aus China zurückgekehrten Außenverteidiger Christopher Butt. Erst nach einer Viertelstunde musste Overmeyer gegen Sedo Haso erstmals eingreifen, und per Faustabwehr bei einem Freistoß von Juvan Haso bewahrte er Bassum ebenfalls vor einem Rückstand (23.).

So blieb's zur Pause beim 0:0 – und so ein Unentschieden hätte den Gastgebern für den Aufstieg gereicht. Doch Bassum drängte auf die Führung, der starke Chris Helms zielte aber zu hoch (48.). 20 Minuten später stand den TSV-Fans das Herz still, als Juvan Haso allein auf Overmeyer zulief – doch der Torwart blieb lange stehen und begrub die Kugel unter sich. Es folgte Wiehles Elfer und ein wütendes Anrennen Landesbergens – es reichte allerdings zur Rettung von Schäfers starkem Kollektiv.

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