Schmerzhaftes Andenken

Krasniqis Brummschädel bei Rehdens 0:5

Mit ihm hatte es Osnabrücks Stürmer Marc Heider (r.) schwerer: Rehdens Abwehrrecke Pierre Becken (links) kam nach der Pause in die Partie und nahm sich dem Doppel-Torschützen und Zweifach-Vorbereiter mehrfach an.
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Mit ihm hatte es Osnabrücks Stürmer Marc Heider (r.) schwerer: Rehdens Abwehrrecke Pierre Becken (links) kam nach der Pause in die Partie und nahm sich dem Doppel-Torschützen und Zweifach-Vorbereiter mehrfach an.

Nach langer Pause hat Fußball-Regionalligist BSV Rehden jetzt einmal wieder ein Testspiel bestritten. Auf eigenem Platz gab es am Samstag ein 0:5 gegen den Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück. Am Tag zuvor wurde Westfalen-Ligist Pr. Espelkamp mit 7:0 vom Platz gefegt.

Rehden - Nach dem Abpfiff dieses schlauchenden Duells gegen Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück hatte Sophia Schlömp am Samstagnachmittag noch nicht Feierabend. Die Physiotherapeutin des BSV Rehden musste quer über den Platz zum auf dem Rasen liegenden Bocar Djumo, um den Offensivmann des Fußball-Regionalligisten zu behandeln. Noch schlimmer hatte es Mittelfeld-Arbeiter Kamer Krasniqi erwischt, der nach nicht mal einer Viertelstunde mit einer Kopfplatzwunde ins Krankenhaus musste. An seinem Ausfall lag’s jedoch nicht (nur), dass die Schwarz-Weißen vor knapp 350 Zuschauern in ihren Waldsportstätten dem Drittligisten mit 0:5 (0:4) unterlagen.

Trotzdem war BSV-Trainer Andreas Golombek hinterher „nicht unzufrieden. Man darf nicht vergessen, dass der VfL gerade aus der 2. Liga kommt. Und wir haben auch längst nicht alle im Kader zusammen. Wir müssen noch nachlegen“, forderte der Fußballlehrer weitere Verstärkungen, „vor allem in Sachen Erfahrung: „Heute waren viele junge Leute im Team, die das gut gemacht haben. Aber einer wie Addy fehlte uns.“

Denn zum Wiedersehen mit Osnabrücks früherem Publikumsliebling Addy-Waku Menga kam es nicht – jedenfalls nicht auf dem Platz. Der BSV-Kapitän hatte sich im bisher letzten Rehdener Regionalliga-Spiel – bereits am 25. Oktober während der 1:3-Niederlage beim VfB Oldenburg – eine Syndesmoseverletzung zugezogen. Immerhin befindet sich der 37-Jährige wieder im Lauftraining.

Talent Wilhelm hütet BSV-Kasten

VfL-Trainer Daniel Scherning hatte einen Tag nach dem 7:3 über Rehdens Regionalliga-Konkurrent Jeddeloh wie Golombek diverse frische Kräfte aufgeboten. Die 150 VfL-Fans erkannten aber einige Bekannte wieder – etwa Marc Heider. Und der Kapitän der Lila-Weißen war gleich mit dem 1:0 zur Stelle, als er einen Querpass von Felix Higl aus sechs Metern einschob (5.) – keine Chance für Nachwuchskeeper Phil-Leon Wilhelm. Direkt im Anschluss scheiterte Rehdens Bocar Djumo frei vor Osnabrücks Schlussmann Philipp Kühn.

So stand es fünf weitere Minuten später 2:0 – per Elfmeter von Lukas Gugganig, bei dem Wilhelm in der richtigen Ecke war (11.). Das vermeidbare Foul an Davide Itter hatte BSV-Gastspieler Daniel Haritonov auf der linken Abwehrseite begangen.

Djumos Doppelpack beim 7:0 in Espelkamp

Am Vorabend des Tests gegen Osnabrück hatte sich der BSV Rehden schon richtig warmgeschossen – mit einem 7:0-Sieg beim Westfalen-Ligisten Preußen Espelkamp. Den Torreigen eröffnete Jaroslaw Lindner mit dem 1:0. „In der ersten Halbzeit hat Espelkamp noch gut dagegengehalten, in der zweiten ist die Mannschaft ein bisschen auseinandergefallen“, fasste Lindner die Partie zusammen: „Aber es war nach so langer Zeit ohne Spiele halt für beide Seiten schwer, wieder reinzukommen.“ Für die weiteren Treffer sorgten Kamer Krasniqi, Bocar Djumo und Gastspieler Umram Zambak (jeweils mit Doppelpacks) sowie ein weiterer Probeakteur. „Vielleicht ist dieser Sieg zu hoch ausgefallen – und die Niederlage gegen Osnabrück deshalb auch“, philosophierte BSV-Trainer Andreas Golombek tags darauf. ck

Kurz darauf folgte Itters schmerzhaftes Aus: Krasniqi rasselte bei einem Kopfballduell mit dem VfL-Neuzugang zusammen. Doch während Krasniqi nach einem Pflaster über der linken Augenbraue selbst den Platz verließ, wurde Itter acht Minuten lang auf dem Rasen behandelt, ehe er mit schwerem Verband und gestützt von Teamkollegen durch den Spielertunnel verschwand. Bei Krasniqi gab Golombek hinterher Teilentwarnung: „Es ist nur ein kleiner Cut. „Ich denke, dass er nach zwei Tagen wieder laufen darf.“

Der Drittligist steckte den Schock besser weg als der BSV: Nach einem Rehdener „Bock“ im Zentrum bediente Heider Higl zum 3:0 (27.). „So eine Mannschaft darf man nicht wie wir mit drei Fehlern zu drei Toren einladen“, monierte Golombek.

Kurz nach Beginn der Nachspielzeit die nächste Heider/Higl-Coproduktion: Kopfball Heider nach einer Ecke, starke Parade des für Wilhelm eingewechselten Gastspielers Brian Haak, Abstauber Higl zum 4:0 (45.+1).

Dabei blieb‘s lange im zweiten Durchgang – erstens, weil der eingewechselte Innenverteidiger Pierre Becken mit seiner Kopfball- und Zweikampfstärke der BSV-Abwehr mehr Stabilität gab, zweitens, weil Djumo – im Sturm meist Alleinunterhalter – in Minute 59 nur den Innenpfosten traf. Osnabrück wurde aus dem Spiel heraus kaum noch gefährlich. „Es ist ja klar, dass man bei so einem Spielstand dann zurückschaltet“, meinte Golombek.

Doch Heider hatte noch Lust: Einen 17-Meter-Freistoß knallte der Gefoulte humorlos zum 5:0 in den rechten Winkel (76.).

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