FAMILIENBANDE

Kramer-Trio für Twistringen ein Glücksfall

Jens, Felix und Lars Kramer halten Tischtennisschläger in der Hand.
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Trio für Twistringen: Ohne Jens, Felix und Lars Kramer (von links) wäre die Tischtennissparte des SCT nicht so erfolgreich.

Jens, Lars und Felix Kramer prägen die Tischtennissparte des SC Twistringen. Das Trio kommt auf weit über 1000 Einsätze für den Verein.

  • Jens Kramer glänzt seit Jahrzehnten als Spitzenspieler. Bald ist er auch Spartenleiter.
  • Lars Kramer gilt als verlässlicher Dauerbrenner.
  • Felix Kramer ist auf der Überholspur.

Twistringen – Was wäre die Tischtennissparte des SC Twistringen (SCT) wohl ohne ihre „Kramer-Dynastie“? Mit ziemlicher Sicherheit wesentlich weniger erfolgreich. Das steht fest.

So glänzt Jens Kramer auch mit 46 Lenzen als Spitzenspieler der Ersten in der Bezirksoberliga, sein vier Jahre jüngerer Bruder Lars hält seit langer Zeit das Reserveteam in der 1. Bezirksklasse auf Kurs – und „Kronprinz“ Felix rüttelt bereits mit 18 Jahren heftig am „Thron“ von Vater Jens. Ohne dieses Trio würde dem SCT einiges fehlen – zumal insbesondere die Kramer-Brüder erheblich zum Zusammenhalt der Sparte beitragen.

Da passt es bestens ins Bild, dass Jens Kramer künftig den langjährigen Twistringer Boss Georg Wiegmann beerben wird. „Als ,Schorse‘ seinen Rückzug nach der nächsten Spartenversammlung angekündigt hatte, haben alle anderen betreten zu Boden geschaut“, schmunzelt der Energieanlagen-Elektroniker: „Also werde ich den Job übernehmen.“

Jens Kramer entwickelt sich schnell zu einem der stärksten Spieler des Kreises

Ohne Zweifel, eine exzellente Wahl für den SCT. Schließlich kennt Jens Kramer „seinen“ Verein in und auswendig. 28 Jahre (25 davon in der Ersten) schwingt er schon im Erwachsenen-Bereich für Twistringen den Schläger, kommt dabei auf sensationelle 616 Pflichtspiele und hat bei den „Blaumeisen“ sämtliche Höhen und Tiefen mitgemacht. Allerdings deutlich mehr Höhen.

Dabei schwankte der Natenstedter zunächst noch zwischen Fußball und Tischtennis. „Ich habe anfangs beide Sportarten ausprobiert. Aber beim Fußball fehlte mir schlichtweg das nötige Talent“, lacht der 46-Jährige. Beim Tischtennis hingegen entwickelte er sich schnell zu einem der stärksten Spieler des Kreises. Nach zwei „Lehrjahren“ im legendären „Faxe-Team“ mit altgedienten Recken wie Norbert Buller oder Markus Jürgens rückte der Offensivspieler in die Erste auf und bekam den damaligen Twistringer Höhenflug so aus nächster Nähe mit. Es war die Zeit, in der sich beim SCT eine Tischtennisgröße des Kreises nach der anderen die Klinke in die Hand gab. „Ich hatte schon viele unfassbar gute Mitspieler“, schwärmt Jens Kramer noch heute: „Es gab die Abwehr-Ikone Dimitri Reder, den ehemaligen UdSSR-Nationalspieler Alexander Stadnitschenko oder einen Spieler wie Dietmar Scherf, der in der Jugend auf einem Niveau mit Doppel-Weltmeister Steffen Fetzner war. Und damit habe ich nur drei genannt.“

Mit solchen Könnern schoss Twistringen 2007 bis in die Verbandsliga empor, stürzte nach deren Abgang dann allerdings auch wieder einige Klassen herunter. Aber damit konnte das Twistringer Urgestein leben und bezeichnet sogar die Bezirksliga-Meisterschaft im Jahr 2011 als den „mit Abstand schönsten Titel. Wir mussten damals im letzten Spiel in Barsinghausen unbedingt gewinnen und haben sie mit 9:1 weggefegt. An die legendäre Party danach mit Matthias Weber, Andreas Radünzel, Maik Beermann, Bernd Siemers und Dennis Wünschmann kann ich mich noch genau erinnern. Selbst für Twistringer Verhältnisse gingen da ziemlich viele Kaltgetränke über den Tisch.“

Für Lars Kramer ist Jens ein „Diesel-Motor“

Aber nicht nur als Leistungsträger der Ersten bewies Jens Kramer seinen enormen Wert für den SCT: Seit 2010 betätigt er sich mit „Nobbi“ Buller als Talenteschmied und schleifte in dieser Zeit Rohdiamenten wie Marvin Kramer (nicht verwandt oder verschwägert), Hendrik Wiese und Lukas Bollhorst zu Edelsteinen. Zudem noch seinen Spross Felix. Aber zum Kramer-Filius kommen wir später.

Erst einmal wäre da Lars Kramer, die „gute Seele“ der zweiten Herren. Auch der jüngere Bruder von Jens bringt es für Twistringen auf bemerkenswerte 505 Pflichtspiele, davon stolze 23 Jahre im Reserveteam.

Mit dem Schläger umgehen kann der 42-Jährige also ebenfalls, trotzdem stand er sportlich stets im Schatten seines großen Bruders, mit dem er in den ganzen Jahren lediglich 2008 eine Saison lang zusammenspielte. Was den Personalleiter indes nie störte: „An Jens bin ich nie herangekommen. Einmal habe ich ihn in den ganzen Jahren bei einer Vereinsmeisterschaft geknackt und zweimal im Training. Jens ist nicht nur besser, er ist einfach auch das viel größere Kampfschwein. Wenn sein alter Diesel-Motor erst mal angesprungen ist, dann ist er kaum noch zu stoppen.“

„Die Zweite ist einfach genau meine Mannschaft“

Ein nimmermüder Kämpfer ist Lars Kramer zwar auch, doch sein Ehrgeiz ist nicht ganz so riesig wie der seines Bruders. „Ich muss nicht jeden Samstag durch Hannover touren“, gibt „Kramer 2“ ehrlich zu: „Das ist mehr etwas für Jens. Bei mir haben Familie und Beruf Vorrang. Deshalb spiele ich total gern am Freitagabend in der Zweiten, trinke danach mit den Jungs noch ein paar Bierchen und habe anschließend das Wochenende noch vor mir. Die Zweite ist einfach genau meine Mannschaft, und auch in der 1. Bezirksklasse fühle ich mich pudelwohl.“

Wenn Not am Mann war, half Lars Kramer indes natürlich immer in der Ersten aus – und dies durchaus erfolgreich. Aber die erste Reihe war nie das Ding des im gesamten Kreis überaus beliebt und geschätzten Allrounders.

Von dieser Seite droht Jens Kramer also keine Wachablösung, aber dafür könnte ihm Sohn Felix in Zukunft seinen Nummer-eins-Status streitig machen. Seit 2016 geht der 18-Jährige schon im Erwachsenenbereich auf Punktejagd. Erst an der Seite von Onkel Lars, seit 2018 zusammen mit Vater Jens.

Ehrgeiz des Vaters färbt auf Felix Kramer ab

Fehlte dem Youngster anfangs noch manchmal die nötige Wettkampfhärte („Da habe ich mir zu schnell den Schneid abkaufen lassen“), gilt der Edeltechniker mittlerweile bereits als kommende Nummer eins. „Felix bringt von den Schlägen her alles mit, um an mir vorbeizuziehen. Aber ich bin einfach noch abgezockter“, grient sein alter Herr. Was Spross Felix auch nicht in Frage stellt: „Dad ist einfach der größere Kämpfer. Aber es bleibt mein Ziel, ihn abzulösen. Den Ehrgeiz hat er mir in den letzten zehn Jahren schließlich vermittelt.“

Ob es am Ende so kommen wird? Möglich. Sicher ist jedoch eines: Die „drei Kramers“ werden auch in Zukunft die Geschicke der Twistringer Tischtennis-Sparte maßgeblich mitbestimmen.

Steckbrief - Jens Kramer

Alter: 46 Jahre

Wohnort: Natenstedt

Beruf: Energieanlagen-Elektroniker

Größte sportliche Erfolge: Landesliga-Meister 2006/07

Privates: Verheiratet, zwei Kinder

Steckbrief - Lars Kramer

Alter: 42 Jahre

Wohnort: Twistringen

Beruf: Personalleiter

Größte sportliche Erfolge: 2. Bezirksklassen-Meister 2007/08; Fritz-Göhns-Pokalsieger Jugend

Privates: Verheiratet, zwei Kinder

Steckbrief - Felix Kramer

Alter: 18 Jahre

Wohnort: Natenstedt

Beruf: Schüler

Größte sportliche Erfolge: Bezirksklassen-Meister Jugend Saison 2013/14

Privates: ledig

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