Vier Tore in drei Pflichtspielen – „jetzt will ich weiter Gas geben“

Kraftklotz Krefta – ein Glücksfall für Brinkumer SV

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Dennis Krefta (rechts) ist selbst ein bisschen überrascht, wie er beim Brinkumer SV eingeschlagen hat. Auch in der neuen Liga will er in der Torjägerliste oben mitmischen. ·

Brinkum - Von Cord KrügerDiese 73 Minuten hatten Frank Thinius gereicht. Nachdem der Trainer des Brinkumer SV Anfang Mai die Vorstellung des Dennis Krefta bis zu seiner Auswechslung gesehen hatte, wusste er, dass er dieses Muskelpaket für den Sturm des Bremen-Ligisten haben wollte. Allerdings gab's zu diesem Zeitpunkt noch ein Problem: Krefta spielte beim FC Huchting in der Bezirksliga, und Thinius hatte ihn während des Gastspiels bei der BSV-Reserve beobachtet. „Trotzdem wusste ich: Der Junge muss vor der zwei Klassen höheren Liga keine Angst haben.“ Hatte er auch nicht. Im Gegenteil: „Ich wollte ja auch nach Brinkum“, verrät Krefta.

Er selbst hatte über Brinkums Innenverteidiger Tom Witte ebenfalls seine Fühler ausgestreckt. „Ich brauchte eine Veränderung, und der Teamgeist dort hat mir gefallen.“ Und seit Sonntag fühlt er sich noch ein bisschen wohler. Denn der 21-Jährige erzwang beim 3:3 in Habenhausen mit zwei Toren die Punkteteilung und setzte damit seine ganz persönliche Erfolgsserie fort: Schon im ersten Punktspiel gegen Vatan ließ es der Neuzugang einmal klingeln, beim Pokalerfolg in Blumenthal traf er ebenfalls. „Auf keinen Fall“ hatte er damit gerechnet, dass er so einschlägt, gesteht der Azubi zur Fachkraft für Lagerlogistik grinsend. „Das ist natürlich schön, aber ich werde mich jetzt nicht zurücklehnen, sondern weiter Gas geben.“

Auch Thinius ahnt, dass er am „Huchtinger Jung'“ noch viel Freude haben wird: „Das ist ein Straßenfußballer im besten Sinn“, sagt er über den 1,89-Meter-Mann, dessen durchtrainierte Statur Respekt einflößt: „Dennis lebt von seiner Kraft und Schnelligkeit. Sollte er jetzt noch zulegen, ginge das nur zu Lasten seiner Sprintstärke.“

In dem Alter körperlich schon so weit – woran liegt das? An Kreftas früherem Hobby, dem Thai-Boxen. „Drei Jahre habe ich das gemacht, aber dann bekam ich Rückenprobleme, weil ich zu schnell gewachsen bin.“ Also kehrte er zum Fußball zurück – ein Glücksfall. Denn die positiven Begleiterscheinungen dieses Sports sind geblieben, hat Thinius beobachtet: „Das sieht man nicht nur an seinen Muskeln, sondern auch an seinem Verhalten auf dem Platz: Dennis lässt sich nicht provozieren, durch nichts aus der Fassung bringen.“

Außerhalb des Spielfelds passt der 21-Jährige ebenfalls wie die Faust aufs Auge zum Brinkumer SV. „Er ist bodenständig, spricht so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist – ein toller Typ“, schildert „Thini“.

Krefta selbst fühlt sich ebenfalls pudelwohl: „In Huchting hat mir ein bisschen der Teamgeist gefehlt, das ist hier anders. Gleichzeitig brauche ich aber den Konkurrenzdruck. Wenn mir jemand Feuer unterm Hintern macht, werde ich besser.“ Beim FC Huchting hingegen „war das Spiel stark auf mich zugeschnitten“. Allerdings aus gutem Grund, denn in der abgelaufenen Bezirksliga-Serie traf der Mittelstürmer 21 Mal und landete auf Platz drei der Torjägerliste. „Jedes Jahr sehe ich zu, dass ich in solchen Rankings oben mit dabei bin“, verrät der ehrgeizige Offensivmann. „Das will ich auch für Brinkum schaffen, denn unser Ziel ist wieder die Regionalliga-Relegation.“ Der 21-Jährige weiß jedoch, dass er für die entsprechende Trefferquote an seinem größten Defizit arbeiten muss: „Das ist meine Konzentrationsschwäche – aber das kriege ich hin.“

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