Sportgilde entreißt Braunschweig Platz zwei und freut sich auf den Showdown

Kostevych, Gevorgjan und Noeske holen die Big Points

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Bestleistung am Samstag, Bestleistung tags darauf: Besser konnte es für Bassums Olena Kostevych nicht laufen.

Bassum - Von Cord KrügerEs ist angerichtet für einen packenden Bundesliga-Showdown! Nach ihrem kompromisslosen 5:0-Sieg am Samstag über das Schlusslicht Hengsbach nutzte die Sportgilde Bassum 98 gestern ebenfalls ihr Heimrecht und rang die Braunschweiger SG mit 3:2 nieder. „Jetzt haben alle Mannschaften zwei Minuspunkte, und es kommt wieder auf die Einzelergebnisse an“, blickt Gilde-Trainer Michael Meinhard gespannt auf die letzten beiden Begegnungen am 11. und 12. Januar beim aktuellen Spitzenreiter SV 1935 Kriftel. Die Bassumer reisen als derzeit ärgster Verfolger an, nachdem sie den Braunschweigern gestern Platz zwei entrissen haben.

Allerbeste Aussichten also auf das Erreichen der Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Auch, weil Meinhard mit Blick auf den Gesamtkader spätestens seit Samstag ganz entspannt dreinblickt: „Egal, wer bei uns reinkommt – derjenige ist immer ein Kandidat für einen Punkt.“

Am Samstag traf das auf Günter Hettig zu, der an Position fünf Hengsbachs André Ermes besiegte. An drei reichten Antje Noeske 378 Ringe zum nächsten Zähler, „und mit ein bisschen Glück wäre sie auch in die 380 gekommen“, wusste der Gilde-Coach, lobte aber trotzdem ihre „souveräne Leistung“. Pierre Michel knackte die 380er-Marke in seinem Duell locker mit 386 Ringen – und bewies laut Meinhard so, dass er „zu den Top-Schützen der Liga zählt“. Bassums Nummer zwei Valerij Samojlenko bewies beim 376:373 über Matthias Krombach sein stabiles Niveau. Doch das alles überragte der Auftritt von Olena Kostevych, die im Spitzenduell Enrico Abram mit 391:366 deklassierte und in ihrer letzten Serie makellose zehn Zehnen ins Ziel brachte. „Mehr geht nicht – und das noch am Ende, nach hinten raus – so etwas habe ich hier erst zwei Mal gesehen – zuletzt 2004 von Michael Nestruev“, verdeutlichte Meinhard die Leistung der ukrainischen Weltmeisterin und Olympiasiegerin.

Also ging's gestern mit viel Selbstbewusstsein in den Vergleich gegen Braunschweig. Schon in der ersten Minute flimmerten nacheinander Auftakt-Zehnen von Pierre Michel, Artur Gevorgjan und Antje Noeske über die Leinwand – und die knapp 40 Zuschauer jubelten. Ein noch deutlicheres Ausrufezeichen setzte Olena Kostevych zum Auftakt gegen ihren Landsmann Oleg Omelchuk, dem sie in ihrer ersten Serie gleich 99 von 100 Ringen vor die Nase setzte – verdienter Szenenapplaus. „Das war schon mal eine echte Duftmarke“, wusste Meinhard um die Wichtigkeit dieses Zwischenresultats, das den Grundstein zum erneuten Tagesbestwert legte.

Trotzdem sagte die erste Hochrechnung ein 3:2 für Braunschweig voraus, weil Valerij Samojlenko an Position zwei zunächst nicht so in sein Match fand und gegen den starken Patrick Meyer früh ins Hintertreffen geriet. Zwar zeigte er in der zweiten Serie ein stark verbessertes Trefferbild – am Ende ging der Einzelpunkt aber an Meyer.

An Position drei lieferte sich Gevorgjan mit Markus Gather einen packenden Fight mit zunächst nur je einem Ring Unterschied in den ersten beiden Serien. Mitte des dritten Durchgangs haderte er mit sich, schüttelte den Kopf – doch den bekam er dadurch wieder frei. „Das ist manchmal so – da will der Schuss nicht so rauskommen, wie man es sich vorstellt, und der Körper reagiert anders als man denkt“, schilderte der Ex-Olympionike, seit Jahren eine feste Bank in Bassum. Trainer Meinhard ahnte zudem, warum Gevorgjans Auftakt zunächst verhalten verlief: „Artur macht sich die meisten Gedanken ums Team, etwa, ob die Aufstellung richtig war. Das kann er nicht immer sofort im Wettkampf abschütteln. Er ist eben der Kopf der Mannschaft.“

Aber in den letzten beiden Serien blieb der Kopf kühl, so dass es zum Sieg über Gather reichte. Pierre Michel musste sich hingegen Marco Angermann-Günzel beugen, doch Bassums Nummer fünf Antje Noeske ließ keinen Braunschweiger Gesamtsieg zu: Mit 377:364 wies sie Claudia Döring in die Schranken. „Antje hat sich wieder zu alter Form zurückgekämpft“, attestierte Meinhard ihr eine „große Stabilität“. Diese kann die Sportgilde auf der Zielgeraden der Bundesliga bestens gebrauchen.

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