1:0 – Rehden rackert Hannover nieder / „Endlich mal keinen Bock geschossen“

Konzentriertes Kollektiv und Winkelmanns Maßarbeit

Marius Winkelmann (2.v.l.) auf dem Weg zum 1:0: Hannovers Jannik Pläschke sieht im Liegen zu, seine Teamkollegen Niko Gießelmann (rechts) und Tim Wohlfahrt (vorn) kommen zu spät – so kann Rehdens Mittelfeldmann aus 25 Metern abziehen. ·
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Marius Winkelmann (2.v.l.) auf dem Weg zum 1:0: Hannovers Jannik Pläschke sieht im Liegen zu, seine Teamkollegen Niko Gießelmann (rechts) und Tim Wohlfahrt (vorn) kommen zu spät – so kann Rehdens Mittelfeldmann aus 25 Metern abziehen. ·

Kreis-Diepholz - Aus Hannover berichtetCord KrügerHANNOVER · Als sich alle Jubeltrauben am Samstagnachmittag aufgelöst hatten, überzeugte Marius Winkelmann nochmals als Abräumer. Der Matchwinner des BSV Rehden, dessen Tor zum 1:0 (1:0)-Triumph bei Hannover 96 II reichte, hinkte nach dem Abpfiff zur Gäste-Bank des Ricklinger Beekestadions und sammelte den Träger mit den Wasserflaschen zusammen, den das Trainerteam im Freudentaumel vergessen hatte. Auf seinen unrunden Gang zur Kabine wollte der Mittelfeldmann nicht näher eingehen – lieber auf die Gesamt-Gefühlslage: „Es war ein Schlag auf den Fuß, nichts Ernstes. Jetzt sind wir einfach nur glücklich.“

Glücklich über drei Punkte beim Regionalliga-Dritten, die der Aufsteiger so nicht eingeplant hatte, die aber viel Selbstvertrauen geben – für „unsere sechs Endspiele“, wie BSV-Trainer Predrag Uzelac das Restprogramm nannte. „Schade nur, dass es nächstes Mal um nichts geht“, bedauerte Winkelmann mit Blick aufs Heimspiel gegen den aus der Wertung genommenen Pleite-Club VfB Lübeck am Maifeiertag: „Ich hoffe nicht, dass wir da aus dem Rhythmus kommen.“ Doch Maarten Schops, sein Kollege in der Doppel-Sechs, sieht diese erste Arbeitswoche ohne Pflichtspiel seit Ende März positiv: „Gut, dass wir mal zum Luftholen kommen, denn im Moment gehen wir ziemlich auf dem Zahnfleisch“, verriet der Kapitän.

Dass sein Team trotzdem noch beißen kann, bewies es gegen die Bundesliga-Reserve: „Wir haben dem Gegner wenig Raum gelassen, sind früh auf den Ballführenden gegangen. Hannover kam nicht zum Spielen“, strahlte Uzelac: „Jeder war voll konzentriert.“ Schops ergänzte: „Von Nummer eins bis Nummer elf und denen, die reinkamen: „Alle haben stark gekämpft.“

Jene Nummer eins, Celio Rocha mit Namen, strahlte Ruhe aus und entschärfte, was auf seinen Kasten kam. Das Innenverteidiger-Trio Michael Wessel, Francis Banecki und Stefan Heyken stellte das Zentrum zu und gewann fast alle Duelle. Die Außenverteidiger Viktor Pekrul und Christian Hegerfeld hatten mehr Freiräume für Flankenläufe. Vor der Abwehr sicherte Schops stark ab, was Winkelmann häufigere Ausflüge nach vorn erlaubte. „Vielleicht liegen uns offensive Mannschaften eher als solche, die tief stehen“, mutmaßte Winkelmann. Jedenfalls freute er sich, dass er bei seinem Solo in Minute 37 fast ungestört blieb und aus 25 Metern draufhalten durfte – ein Kracher zur verdienten Führung.

Denn Rehden hatte bis dato zwar kein Feuerwerk an Hochkarätern abgebrannt, hätte aber durch Alexander Neumann (6.) und wenig später Paul Kosenkow führen können. Beide Stürmer mühten sich – Neumann auch als Arbeiter nach hinten. Kosenkow fiel hingegen seltener auf. Vor allem, weil der 28-Jährige Jannik Löhden um sich hatte, einen gefühlt einen Meter größeren Gegenspieler: „Ich wusste schon früh, dass ich bei dem wohl keinen Kopfball kriege“, grinste Kosenkow. „Aber egal: In der ersten Halbzeit war der Ball einmal drin, das hat auch für die zweite gereicht. Super.“

Dies hört sich nach Ergebnisverwaltung an, doch eine derartige Darstellung wäre ungerecht. Selbst wenn Hannovers Trainer Valerien Ismael das anders sah. Zwar monierte Werders Ex-Profi „zu viele Ballverluste“ und „ungenaue Zuspiele“ seiner Akteure, klagte aber im selben Atemzug: „Rehden hat gemauert.“ Danach sah es kurz nach Wiederanpfiff nicht aus, denn Banecki vergab aus spitzem Winkel (53.), Kosenkow und Neumann zwangen 96-Keeper Samuel Radlinger zu zwei Paraden (54./62.).

Doch die Schlussphase gehörte den Platzherren, die am Ende alles nach vorn warfen – einschließlich Torwart Radlinger. Trotzdem reichte es für Rehden, weil „wir diesmal endlich keinen Fehler gemacht, keinen Bock geschossen haben“, wusste Winkelmann.

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