Er schließt weiteres Engagement nicht aus

Interview mit Torben Budelmann: „Kommen sicherlich zusammen“

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Torben Budelmann schätzt die familiäre Atmosphäre in Heiligenfelde, hadert aber mit den Platzverhältnissen.

Heiligenfelde - Von Carsten Drösemeyer. Etwas über 100 Tage ist Torben Budelmann mittlerweile beim Fußball-Bezirksligisten SV Heiligenfelde als Trainer in Amt und Würden: Grund genug, um mit ihm ein erstes Zwischenfazit zu ziehen und den 33-jährigen Niederlassungsleiter zu seinen Zielen zu befragen.

Herr Budelmann, nach zwölf Spielen rangiert Heiligenfelde mit 18 Punkten auf Platz sechs. Kann man von einem gelungenen Saisonstart sprechen?

Torben Budelmann: Mit der bisherigen Punkteausbeute bin ich durchaus zufrieden. Ich sehe die Saison ja ohnehin eher als Übergangsjahr. Im Vordergrund steht für mich, unsere jungen Spieler zu entwickeln und besser zu machen.

Für ganz vorne wird es also eher nicht reichen?

Budelmann: Wahrscheinlich nicht. Nachdem sich Tobias Dickmann in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zugezogen hatte und so ein kaum zu ersetzender Leistungsträger nicht mehr zur Verfügung steht, wird es äußerst schwer, in die Top Fünf zu kommen. Wenn wir unseren sechsten Platz verteidigen sollten, wäre das für mich ein Erfolg.

Mit der sportlichen Situation scheinen Sie sehr zufrieden zu sein. Wie fällt Ihr erstes Fazit zum Drumherum in Heiligenfelde aus?

Budelmann: Wie bei meinem vorherigen Verein, der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, ist beim SVH alles sehr familiär. Das mag ich total und war auch ein wichtiger Grund, mich für Heiligenfelde zu entscheiden. Verbesserungswürdig ist allerdings die Infrastruktur. Die Plätze in Seckenhausen sind deutlich besser als hier.

Bei der TSG haben Sie ja von 2007 bis 2013 erstmals ein Herrenteam trainiert. Damals allerdings noch als Spielertrainer der Ersten. Welche Position gefällt Ihnen besser: Nur an der Linie oder mittendrin auf dem Platz?

Budelmann: Das ist sehr schwer zu vergleichen. Aber als Spielertrainer musst du sportlich unantastbar und eigentlich auch immer einen Tick besser als deine Spieler sein. Sonst macht man sich angreifbar. Mit fast 34 bevorzuge ich jetzt den etwas ruhigeren Job an der Seitenlinie (schmunzelt).

In Frank Fischer hört zum Jahresende ein erfahrener Trainerkollege von Ihnen beim SV Bruchhausen-Vilsen auf, weil er die Arbeit nicht mehr alleine stemmen kann. Sehen Sie Trainer-Duos auch als das ideale Modell für die Zukunft an?

Budelmann: Die Wichtigkeit eines zweiten Mannes nimmt seit Jahren zu. Ich bin durchaus ein Fan von gleichberechtigten Tandems. Das funktioniert allerdings nur, wenn dann die Chemie tausendprozentig stimmt. Ohne totales Vertrauen ist so ein Modell undenkbar.

Als einer von nur vier A-Lizenzinhabern des Kreises (Anmerkung der Redaktion: Ansonsten weisen noch Wilco Freund, Dirk Hofmann und Walter Brinkmann die A-Lizenz auf) könnten Sie trotzdem Aufgaben abgeben?

Budelmann: Natürlich. Es müssen auch Dinge delegiert werden, und regelmäßigen Austausch halte ich ohnehin für sehr wichtig.

Bleiben wir bei der A-Lizenz: Will man mit dem zweithöchsten deutschen Trainerschein später auch höherklassigere Mannschaften trainieren? Wie lauten Ihre Zukunftsplanungen?

Budelmann: Das will ich nicht völlig ausschließen. Es wäre logischerweise schon reizvoll, vielleicht mal ein Regionalliga-Team zu trainieren. Aber momentan konzentriere ich mich komplett auf Heiligenfelde.

Und wie sieht es dort aus? Könnten Sie sich eine Vertragsverlängerung beim SVH vorstellen?

Budelmann: Prinzipiell spricht vieles für eine weitere Zusammenarbeit. Aber es hängt auch von den Spielern ab. Wenn der Großteil der Mannschaft den Daumen senken sollte, würde noch eine Saison keinen Sinn machen. Deshalb warte ich erst einmal die Befragung des Teams ab.

Falls diese positiv ausfällt, verlängern Sie also den Vertrag?

Budelmann: Sollte die Mannschaft größtenteils auch weiter mit mir arbeiten wollen, setzte ich mich mit dem Heiligenfelder Präsidenten Christian Gerlach zusammen und bespreche einige Dinge wie die schlechte Situation des Hauptplatzes. Wenn wir dafür eine Lösung finden und uns auch in den anderen Punkten einig werden, kommen wir sicherlich zusammen.

Eine langfristige Zusammenarbeit wäre also denkbar?

Budelmann: Im Idealfall schon, wenn beide Seiten es wollen.

Und falls Ihre große Liebe, die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst anfragen würde?

Budelmann: Dann müsste ich mir Gedanken machen. Seckenhausen ist mein Leib- und Magenverein. Ein ganz besonderer Club.

Muss sich ihr Nachbar Dirk Hofmann als Coach der TSG sich jetzt Sorgen um seinen Job machen?

Budelmann: Auf keinen Fall. Dirk ist nicht nur mein Nachbar, er ist auch ein guter Freund. Ich würde ihn nie aus dem Amt drängen wollen. Aber wenn er irgendwann vielleicht etwas anderes machen möchte und Seckenhausen mich dann fragen sollte, käme ich ins Grübeln. Wie gesagt, ich hänge noch sehr an der TSG. Aber das ist ja alles nur Spekulation.

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