„Komm, gehste ins Tor“

Wetschens Lukas Weyer und sein unverhoffter Weg zwischen die Pfosten

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Wetschens 18-jähriger Schlussmann Lukas Weyer überragte beim 1:1 seines TSV in Twistringen.

Wetschen - Von Felix Schlickmann. So schnell bringt Lukas Weyer normalerweise nichts aus der Ruhe. Doch als der damals zehnjährige Junge an der Seite von Clemens Fritz ins Weserstadion einlief, stieg bei ihm die Nervosität ins Unermessliche.

Das hat sogar dafür gesorgt, dass Weyer das damalige Ergebnis des Nordderbys der Bremer gegen den HSV nicht mehr kennt. „Ich glaube, Werder hat gewonnen“, lacht der Torwart vom Fußball-Bezirksligisten TSV Wetschen.

So die Fassung zu verlieren, ist eine Seltenheit bei Weyer. Für gewöhnlich strahlt der zurückhaltende Keeper eine bemerkenswerte Ruhe und Gelassenheit aus – und das, obwohl er erst 18 Jahre alt ist. So auch im letzten Spiel seines TSV beim SC Twistringen. Mit starken Paraden rettete Weyer seiner Mannschaft beim 1:1 einen Punkt. Und dabei war er sogar so gut, dass ihn Twistringens Trainer Walter Brinkmann „eine absolute Granate“ nannte.

Zunächst parierte er in einer Eins-gegen-eins-Situation gegen Lennart Bors mit dem Fuß. In der Schlussphase zeigte er erneut seine starken Reflexe: Wetschens Torwart sorgte dafür, dass der Ball nach einem 25-Meter-Schuss von Christoph Harms noch an den Pfosten flog: „Er wurde abgefälscht – und ich habe die Hand hochgerissen. Dann habe ich nur noch hinterher geschaut und gehofft, dass der Ball an den Pfosten prallt.“ Das tat er auch.

Position dem Zufall geschuldet

Dass Lukas Weyer überhaupt zwischen den Pfosten stand, war mehr dem Zufall geschuldet. Denn der etatmäßige Stammtorwart Jan Rösler hatte sich einen Kapselriss im Finger zugezogen. „Es ist schade, dass er sich verletzt hat“, meint Weyer: „Aber ich habe mich natürlich über die Chance gefreut, spielen zu können.“ Was passiert, wenn Rösler zurückkommt, weiß der Werder-Fan noch nicht: „Ich stelle keine Ansprüche. Das muss dann der Trainer entscheiden, ich vertrete Jan so gut ich kann.“

Und er kann es richtig gut. Eigentlich war eine solche Entwicklung gar nicht absehbar gewesen. Denn vor eineinhalb Jahren zog er sich das erste Mal überhaupt die Handschuhe über. In Wetschens U17 gab es gar erstaunlicherweise keinen Torwart: „Da dachte ich mir: ,Komm, das machste fürs Team, gehste ins Tor‘“. Seine damaligen Trainer Max-Philipp Feldhaus und Sebastian Buss waren ihm dankbar. „Vor allem Max konnte mir zum Glück viele Tipps geben, weil er selbst mal Torwart war“, zeigt sich der 18-Jährige dankbar. Mit Buss arbeitet er noch heute zusammen. Gemeinsam mit Thomas Richter gibt er Weyer beim TSV Torwarttraining.

Einer der Schwerpunkte dabei: Wetschens Schlussmann will seinen eigenen Stil entwickeln: „Ich bin gerne auf der Linie“, erklärt er: „Ich muss aber natürlich auch mitspielen können. Da kann ich mich definitiv noch verbessern.“ Die Postition des Torwarts beschreibt der „Sportverrückte“ als „sehr speziell. Du kannst der Held, genau so gut aber auch der Buhmann sein.“ Am Samstag war er eindeutig der Held.

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