„Perfektes Wochenende“ für den Stuhrer

Kohlwes beim Berlin-Marathon nun Nummer eins in Niedersachsen

Die Straßen in Berlin waren zwar nass, aber das störte Sebastian Kohlwes (rechts) nur sehr wenig.

Berlin - Lang, lang ist es her, dass ein Marathonläufer aus dem Kreis Diepholz die Nummer eins in Niedersachsen war. Genau das gelang Sebastian Kohlwes vom LC Hansa Stuhr beim 44. BMW Berlin-Marathon. Mit neuer persönlicher Bestzeit von 2:26:44 Stunden schickt sich der 28-Jährige an, in die Fußstapfen des früheren Stuhrer Spitzenläufers Thomas Bartholome zu treten.

Was ihm da in Berlin bei nasskaltem Wetter gelungen ist, fasst Sebastian Kohlwes hochzufrieden in einem kurzen Satz zusammen: „So, wie ich es mir vorgenommen hatte, ist es auch aufgegangen!“ Vorgenommen hatte er sich in einer größeren Gruppe mitzulaufen, in Teamarbeit, in gleichmäßig schnellem Tempo, so wie es beim Bremen-Marathon am kommenden Sonntag kaum möglich gewesen wäre. Mit Jan Knutzen (SV Lemwerder) sowie den beiden Osnabrückern Philip Champignon und Dustin Karsch verständigte er sich auf eine 3:30er Pace für den Kilometer. Obwohl die Bedingungen mit Regen und Pfützen etwas schwierig waren, war die Gruppe mit 34:45 Minuten für die ersten zehn Kilometer sogar noch etwas schneller. „Beim Halbmarathon (1:13:18 Std.) waren wir dann genau im Plan. Nun hieß es, dass Tempo hochzuhalten, wobei die Gruppe immer kleiner wurde“, berichtet Kohlwes.

Brandenburger Tor als letzte Motivation

Dennoch wurde im Team mit wechselnder Führungsarbeit gelaufen. Zusätzliche Motivation gab es durch das Überholen von diversen Eliteläufern. Die letzten Rennkilometer erlebte Kohlwes sehr emotional: „Als es dann auf die Straße Unter den Linden ging, hatte ich nur noch das Brandenburger Tor vor Augen und dachte, da will ich durch. Dahinter sah ich die Zeit und war einfach sprachlos, das so erreicht zu haben und meine Eltern im Ziel zu sehen. Es war ein perfektes Wochenende!“ Zum Familienglück trug Bruder Hendrik bei, der sein Marathondebüt in 3:49:47 Stunden gab.

Sebastian Kohlwes traf in Berlin auch 5000-Meter-Olympiasieger Dieter Baumann (re.), der das Rennen für die ARD kommentierte.

Sebastian Kohlwes kam in Berlin als sechstschnellster Deutscher ins Ziel und belegte den 72. Gesamtplatz. Zeitgleich mit dem Stuhrer finishte Philip Champignon. Beide Läufer stehen nun an der Spitze der niedersächsischen Bestenliste.

Trainer Hartmut Selz, der die Langstrecklerszene bestens kennt und in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder herausragende Läufer/innen betreut hat, weiß die Leistung seines Schützlings bestens einzustufen: „Solch eine Zeit wurde seit 1999 (Thomas Bartholome, 2:21:09 Std., die Redaktion) von Sportlern aus unserer Region nicht mehr gelaufen. Selbst die Bestzeit von Oliver Sebrantke als überragender Marathonläufer der letzten Jahre wurde um 2:36 Minuten unterboten!“

Sebrantke will siebten Sieg beim Bremen-Marathon

Sebrantke wird am Sonntag seinen siebten Sieg beim Bremen-Marathon anstreben. Doch auch Sebastian Kohlwes wird wohl in Bremen anzutreffen sein: „Vielleicht werde ich nur zuschauen oder spontan entscheiden, ob ich dort über eine der Strecken starte. Erstmal wird jedenfalls locker ausgelaufen.“

Über eine neue Bestzeit konnte sich in Berlin auch Vereinskollege Andreas Janßen (M 35, 3:03:47 Std.) freuen. Maria Neubauer kam nach 4:08:50 Stunden ins Ziel.

Für Senior Gerhard Neye (M 70, 5:18:37 Std.) war es Ehrensache, auch in diesen Jahr beim Berlin-Marathon dabei zu sein.

el

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