Wenn Maik Bhola Hof hält, muss so mancher neuer Spieler schon mal zittern

Der „König“ von Brinkum

Seit 25 Jahren im Verein: Maik Bhola (am Ball) vom FTSV Jahn Brinkum hat in der Mannschaft einen besonderen Stellenwert. ·
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Seit 25 Jahren im Verein: Maik Bhola (am Ball) vom FTSV Jahn Brinkum hat in der Mannschaft einen besonderen Stellenwert. ·

Brinkum - Von Arne FlüggeEs ist nicht überliefert, ob die Kandidaten nun Purzelbaum schlagen, die Vereinschronik auswendig herunterbeten oder gar übers Wasser laufen müssen. Die Aufnahmezeremonie für neue Spieler bei Handball-Oberligist FTSV Jahn Brinkum ist ein streng gehütetes Geheimnis. Fakt ist aber: Sie müssen den „König“ überzeugen. Er entscheidet: Daumen rauf – du bist dabei; Daumen runter – der Delinquent erhält einen Nachschlag und muss erneut durchs Fegefeuer. Der „König“ heißt mit bürgerlichem Namen Maik Bhola, ist Linksaußen und seit 25 Jahren im Club.

Und das Wort des Monarchen, der beim 27:24-Erfolg gegen Schwanewede nach 37 Minuten kam, eine Klasseleistung ablieferte und mit sechs Treffern wesentlich dazu beitrug, dass Brinkum das Spiel noch drehte, hat Gewicht. Selbst Trainer Sven Engelmann musste kürzlich zittern, nachdem er in Cloppenburg wegen Meckerns auf die Tribüne musste. Für solche disziplinarischen Vergehen hat Brinkum einen Strafenkatalog. Bei Wiederholungstätern tritt wieder der „König“ auf den Plan, der dann zusammen mit Carsten von der Heyde und Stefan Schröder, dem Ältestenrat, die Höhe der Buße verkündet. „Sie haben dann die Köpfe zusammengesteckt und über mich gerichtet“, schmunzelt Engelmann.

Und wenn „König“ Bhola den Raum betritt, wissen die jungen Gefolgsleute gleich, was tu tun ist: Bälle einsammeln, Getränkekisten tragen. „Das ergibt sich schon von allein. Manchmal muss ich sie aber noch darauf hinweisen“, grinst Bhola.

Der 31-Jährige, der als Werkzeugmechaniker bei Mercedes arbeitet und gerade die Techniker-Meisterschule im Bereich Maschinenbau besucht, hat sich seinen Stellenwert ganz oben in der Hierarchie beim FTSV Jahn Brinkum verdient. Seit 25 Jahren spielt Maik Bhola für den Club. „Ich bin mit dem Verein durch alle Höhen und Tiefen gegangen, habe mich von der zweiten Mannschaft in die erste gekämpft, den Abstieg miterlebt, jetzt wieder den Aufstieg in die Oberliga“, berichtet Bhola. Und wenn man so lange für einen Verein spielt, ist er ihm natürlich ans Herz gewachsen.

An eine Veränderung hat Maik Bhola nur einmal gedacht. Vor 14 Jahren, als Jugendspieler, wechselte er für wenige Wochen nach Habenhausen. „Das war nicht mein Ding“, erinnert sich der Handballer, „in Brinkum – da fühle ich mich wohl.“

Dort ist Bhola jetzt Führungsspieler, Ansprechpartner für die jungen Leute und manchmal auch mal Seelentröster, wenn es nicht so gut läuft. „Maik ist ein Pfundskerl, keiner, der einfach drauf haut. Er hat das nötige Feingefühl, die Jungs aufzumuntern, er versucht jeden bis zum Schluss zu motivieren“, sagt Coach Engelmann. Auf dem Feld besticht Bhola durch seine Schnelligkeit, sein Durchsetzungsvermögen, seine Laufwege – und durch Tore aus den wildesten Winkeln. Wie zuletzt gegen Schwanewede praktiziert. „Ich wusste, wie sich der Torwart bewegt“, will Bhola seine Kunstwürfe nicht überbewerten, „ich hätte nicht geworfen, wenn es unmöglich gewesen wäre.“ Für ihn vielleicht nicht – für andere schon . . .

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