Startnummer 6: Luis Knüpling

Louis Knüpling

Satz ins Glück: Dreispringer Louis Knüpling vom TSV Asendorf wurde bei den deutschen Junioren-Meisterschaften Dritter. - Foto: Görlitz

Asendorf - Von Arne Flügge. Als vor rund sieben Jahren ein hagerer, 15-jähriger Bursche auf dem Trainingsplatz erschien und darum bat, Leichtathletik zu betreiben, da ahnte noch niemand, was für ein Riesentalent da gerade an die Tür des TSV Asendorf geklopft hat. „Ich habe ihn dann werfen, springen, laufen lassen – und dachte: Da kommt aber eine Menge Arbeit auf mich zu“, erinnert sich Trainerin Ute Schröder. Doch Louis Knüpling, so der Name des Neuen, lernte schnell – ziemlich schnell sogar. Und Schröder wusste nach nur kurzer Zeit, dass da ein Rohdiamant war, der – mit dem richtigen Feinschliff – einmal leuchtend funkeln wird.

Rund einen Monat nach seinem Start in Asendorf fand in Papenburg ein Wettkampf statt. Seine Trainerin meldete Knüpling dafür an. „Du musst da aber Dreisprung machen“, sagte sie. „Wie geht das?“, fragte er. Und nach nur zwei, drei Trainingseinheiten schaffte Knüpling in Papenburg die Qualifikation für die Landesmeisterschaften. Der Quereinsteiger war innerhalb weniger Wochen zum Newcomer der hiesigen Leichtathletik-Szene geworden.

Heute, sieben Jahre und viele Erfolge später, blickt Louis Knüpling auf eine Saison zurück, die für ihn (fast) nicht besser hätte laufen können. Bei den deutschen Juniorenmeisterschaften in Wattenscheid gewann der mittlerweile 22-Jährige im Dreisprung mit einer persönlichen Bestweite von 15,18 Metern die Bronzemedaille. „Das war ein unglaubliches Gefühl“, erinnert sich der Student für Wirtschaftsgeografie, der momentan ein Auslandssemester in Grenoble belegt: „Es war einfach fantastisch.“

Der Wettkampf in Wattenscheid begann für den Asendorfer allerdings brutal: Die ersten beiden Versuche waren ungültig – übergetreten. „Wenn ich beim dritten Versuch wieder nicht das Brett getroffen hätte, wäre alles aus gewesen“, sagt Knüpling. Doch diesmal hatte er das richtige Timing, landete bei 14,70 Metern und qualifizierte sich als Sechster für den Endkampf. Und im fünften Versuch katapultierte sich das Sprung-Ass dann mit 15,18 Metern auf Platz drei.

Mit dieser Bestweite liegt Louis Knüpling in der niedersächsischen Rangliste unangefochten auf Platz eins, bundesweit bei den U 23-Junioren auf Rang neun und im gesamten U 23- und Herrenbereich des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ist er derzeit der fünfzehntbeste Dreispringer.

Die Bronzemedaille bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften ist aber nicht der einzige Erfolg, den Louis Knüpling im Jahr 2016 vorweisen kann. Er wurde im Dreisprung noch Norddeutscher Meister in der Halle, bei den deutschen Hochschulmeisterschaften belegte Knüpling Platz vier. „Da musste ich kurz zuvor die Vor- und Endläufe über die 100 Meter bestreiten, und beim Dreisprung waren meine Beine dann ein bisschen müde“, so der Asendorfer.

Denn die zweite Leidenschaft neben dem Dreisprung ist der Sprint. Und die Leistungsexplosion über die 100 und 200 Meter in diesem Jahr „hat mich selbst schon ein wenig überrascht.“ Bei den deutschen Hochschulmeisterschaften lief er als Sechster die 100 Meter in 10,97 Sekunden „das erste Mal in meinem Leben unter elf Sekunden“, strahlt Knüpling, der seine Bestzeit dann noch auf 10,86 Sekunden drückte. Über 200 Meter steht der 22-Jährige bei 21,97 Sekunden – eine herausragende Zeit. „Es war mein bisher bestes Jahr“, strahlt Knüpling hochzufrieden.

Für das er hart gearbeitet hat. Sechs Einheiten pro Woche, jeweils zweieinhalb Stunden. Und abends dann häufiger noch mal eine knappe Stunde Dehnen und Gymnastik. In Grenoble hat Louis Knüpling eine Trainingsgruppe gefunden, die explizit aus Springern besteht. „Ich kann hier sehr gut trainieren.“ Wenn auch zu dieser Jahreszeit unter verschärften Bedingungen. Denn eine Trainingshalle, wie Knüpling sie in Hannover, wo er studiert und wohnt, genießt, hat der Asendorfer dort nicht. „Da gehen wir auch schon mal bei minus fünf Grad draußen laufen und springen. Doch das härtet nur ab“, schmunzelt Knüpling. Er lässt sich eben nicht bremsen, verfolgt seine Ziele gewissenhaft und ehrgeizig. „Louis hinterfragt viel und experimentiert auch viel: Wie kann ich hier noch eine Zehntel oder da noch ein paar Zentimeter gewinnen? Er arbeitet auch unheimlich viel für sich selbst“, sagt seine Heimtrainerin Schröder.

„Er ist jetzt ein richtiger Mann“

Schließlich ist dies erst der Beginn der Karriere von Louis Knüpling. „Er ist jetzt ein richtiger Mann“, schmunzelt Schröder. Denn mit seinen 22 Jahren ist der Leichtathlet der U 23 nun entwachsen und startet ab sofort im Herrenbereich. Ein großer Schritt, den Knüpling mit viel Vorfreude und großen Zielen angeht. „Kurzfristig möchte ich die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften meistern. Die Weite liegt bei 15,20 Metern. Sollte ich das schaffen, möchte ich bei den Titelkämpfen gut abschneiden und meine Bestweite immer weiter verbessern“, zählt der Student auf. Ein Vorhaben, das ihm Ute Schröder zutraut: „Wenn Louis gesund bleibt, kann er 15,50 oder gar 15,60 Meter schaffen.“

Langfristig hat der vielseitige Athlet Louis Knüpling zudem sportlich einen ganz großen Traum: „Ich möchte irgendwann einmal einen Wettkampf im Nationaltrikot bestreiten.“

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