Knie-OP beim Rechtsaußen

Jeldrik Heemann von den Hunte-Aue Löwen II fehlt der Handball

Physiotherapeut Rehman Ahmad (l.) arbeitet mit Jeldrik Heemann.
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Das Comeback dauert noch: Physiotherapeut Rehman Ahmad (l.) beobachtet bei Jeldrik Heemann eine Stabilitätsübung für das operierte Knie am Keiser Functional Trainer. Biomechanische Probleme werden an diesem Gerät zieldirekt trainiert.

Jeldrik Heemann hat ein Problem: Er würde gerne Handball spielen, kann aber nicht. Erstens, weil Corona im Moment sowieso alles stilllegt. Und zweitens, weil er nach einer Knieoperation noch mitten in der Aufbauphase steckt.

  • Der 22-Jährige hat eine komplizierte Verletzungshistorie.
  • Er will in dieser Saison noch auf die Platte zurückkehren.
  • Trainer Helmerking hält große Stücke auf ihn.

Diepholz – Handball bedeutet Jeldrik Heemann viel, doch der rechte Flügelangreifer des Verbandsligisten HSG Hunte-Aue Löwen II ist nicht nur aufgrund des zweiten Lockdowns zum Zuschauen verdammt, sondern auch durch eine Knieoperation. „Ich hoffe, dass ich entweder im Februar oder März nächsten Jahres wieder anfangen kann. Der Handball fehlt mir“, sagt der 22-Jährige, der dreimal in der Woche zur Krankengymnastik geht.

Beim 28:20-Heimerfolg gegen den MTV Eyendorf – das letzte Spiel vor dem ersten Lockdown – passierte dem Akteur mit der Nummer 9 ein Malheur: „Ich habe mir bei einer Abwehraktion das rechte Knie verdreht.“ Bei einer Untersuchung stellte sich heraus, dass das vordere Kreuzband angerissen war. Wegen der Corona-Pandemie gab es keine Operation, das Kreuzband wuchs wieder zusammen. Da die Saison 2019/2020 abgebrochen wurde, ließ sich Heemann von Ärzten in der „SportOrthopädie Bremen“ am linken Knie operieren. Seit Jahren sprang ihm immer wieder die Kniescheibe heraus.

Erstmals geschah das im September 2013 im Training – damals noch als B-Jugendlicher. Da auch ein Stück Knorpel abgebrochen war, nähten es Ärzte im Diepholzer Krankenhaus wieder an. Der gebürtige Bremer pausierte anschließend zwei Jahre lang, stieg bei der HSG Barnstorf/Diepholz in der A-Jugend-Landesliga-Saison 2016/2017 wieder ein. Doch die Probleme mit der Kniescheibe blieben. Am 18. August diesen Jahres (einen Tag vor der Operation erfolgte noch ein Corona-Test) nahmen Ärzte in Bremen den 94 Minuten dauernden Eingriff vor, trennten eine Sehne heraus und stabilisierten damit das Knie (MPFL-Plastik). Danach begann die Reha mit Lymphdrainage und Krankengymnastik. Sechs Wochen ging Heemann mit einer Schiene an Krücken, war zehn Wochen krankgeschrieben. Anfang Oktober hat der gelernte Elektroniker seine Arbeit in einer Diepholzer Firma wieder aufgenommen.

Ich freue mich auf das Training und das Treffen mit Freunden ohne Einschränkung.

Jeldrik Heemann

Eigentlich trainiert der 1,83 Meter große Rechtsaußen zweimal in der Woche mit den Verbandsliga-Handballern der HSG Hunte-Aue Löwen II, geht zusätzlich noch viermal wöchentlich ins Fitnessstudio, betreibt Muskelaufbau. Aktuell darf er das allerdings nicht.

„Aufgrund von Corona fällt das alles weg, der Sport fehlt mir, aber auch der Kontakt zur Mannschaft. Ich fühle mich schon eingeschränkt: Das Fitnessstudio hat zu, und mit Freunden treffen ist nur bedingt erlaubt. Maske tragen ist zwar nervig, muss aber sein“, unterstreicht der in Diepholz wohnende Heemann. Er gewinnt der Saisonunterbrechung durch die Pandemie allerdings einen positiven Aspekt ab: „Für mich ist das gut, dann kann ich die Spiele wieder mitmachen.“ Doch bis zum Comeback dauert es noch länger. Heemann blickt aber positiv nach vorn: „Der Kopf geht nach oben. Ich hoffe, dass ich die Probleme mit der Kniescheibe nicht mehr habe.“

In Aktion: Auf solche Bilder müssen die Fans der HSG Hunte-Aue Löwen II noch warten, denn nach einer Knieoperation fällt Jeldrik Heemann länger aus.

Der Fan des SV Werder Bremen geht fest davon aus, dass er noch in seiner vierten Verbandsliga-Saison aktiv eingreifen kann. „Ich spiele am liebsten halbrechts in der Abwehr“, sagt der 47-fache Torschütze aus der abgebrochenen Serie. Er hat einiges von Deckungsspezialist Malte Helmerking gelernt, der jetzt sein Trainer ist. Im Angriff würde er zwar gern am Kreis spielen, doch da sind die „Löwen“ mit Dimitri Hofmann und Oliver Heuer gut besetzt. Da nach dem Ausstieg von Nils Mosel und Sascha Recht am rechten Flügel Handlungsbedarf besteht, versucht Heemann sein Glück: „Als Rechtshänder ist das nicht so einfach.“ Er hat jedoch schon einige Treffer von dieser Position aus erzielt, profitiert beim Gegenstoß von seiner Schnelligkeit.

Helmerking lobt seinen Schützling: „An Jeldrik schätze ich sehr, dass er sich auf und neben dem Platz voll reinhängt. Ich meine, es war aus der Not geboren, dass er Rechtsaußen spielt. Das war mit Sicherheit nicht seine Wunschposition, doch hat er die Aufgabe angenommen und sich voll reingehauen. Er würde sich auch auf jeder Position für die Mannschaft aufopfern, ich glaube sogar im Tor, wenn es sein müsste.“

Jeldrik Heemann würde gerne mit seinem Bruder Kevin in einem Team spielen

Eines schätzt der 35-Jährige an seinem Spieler besonders: „Ich weiß gerade gar nicht, wie oft er auch auf Krücken zum Training gekommen ist, nur um bei der Mannschaft zu sein. Im Training sage ich ihm was, und er versucht es sofort umzusetzen, zudem denkt er auch mit und bringt Ideen mit ein.“ Der in Eydelstedt lebende Coach weiß, dass Jeldrik nicht gerade in kleine Fußstapfen tritt, denn sein älterer Bruder Kevin ist „wieselflink, beweglich, hat eine top Kondition und gilt als überragender Abwehrspieler“: „Er ist bereit, das Ganze anzugehen und durch Einsatz und Willen aufzuholen.“ Helmerking gesteht: „Ich war schon sehr traurig, Kevin nicht mehr trainieren zu dürfen, doch Jeldrik steht ihm vom Einsatz in nichts nach, und das macht das Ganze nur noch halb so schwer.“

Bekanntlich zählt der 24-jährige Kevin Heemann zu den Leistungsträgern in der Oberliga-Mannschaft. Jeldrik verfolgt ein Ziel: „Ich würde gern mit meinem Bruder in einer Mannschaft spielen.“ Doch zunächst einmal arbeitet er verstärkt auf sein eigenes Comeback hin.

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