„Zollstock-Gespräch“ mit Rallyefahrer Nico Knacker

Siedenburger steigt auf die Konsole um

Rallyefahrer Nico Knacker (re.), zusammen mit Sportredakteur Julian Diekmann, vor seinem Auto.
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Hofft, bald wieder Rennen bestreiten zu können: Rallyefahrer Nico Knacker (re.). Im „Zollstock-Gespräch“ mit Sportredakteur Julian Diekmann erläutert der 23-Jährige wie er mit dem zweiten Lockdown umgeht, und wen er in der Zeit der Corona-Pandemie am meisten vermisst.

Siedenburg – Nico Knackers große Leidenschaft gilt dem Motorsport. Genauer gesagt dem Rallyesport. Denn: Querfeldein fühlt sich der Siedenburger am wohlsten. Und in der Rallyeszene hat sich der erst 23-Jährige bereits einen Namen gemacht. Zuletzt ging er bei der Junior-Rallye-Weltmeisterschaft an den Start. Damit wandert er auf den Spuren des Kirchdorfers Christian Riedemann, der ebenfalls in dieser Klasse an den Start ging. Im „Zollstock“-Gespräch mit unserer Zeitung erklärt der 1,86 Meter große Rallyepilot Knacker, wie sehr ihm der Motorsport seit der Pandemie fehlt, welche Projekte er jetzt angeht und wie er das Weihnachtsfest plant.

Steckbrief

Name: Nico Knacker

Alter: 23 Jahre

Wohnort: Sulingen

Beruf: Industriemechaniker

Größte sportliche Erfolge: Teilnehmer der Junior-Rallye-Weltmeisterschaft; diverse Podiumsplätze beim ADAC Opel-Rallye-Cup; bestes deutsches Team beim ADAC Opel-Rallye-Cup; 2. Platz Citroen Junioren-Racing-Trophy R1

Verein: MSC Siedenburg

Privates: liiert mit Marina Maschmann, keine Kinder

Wie beurteilen Sie die aktuellen Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung, die erneute Zwangspause für den Amateursport – und was nervt mehr als beim ersten Lockdown?

Die Auflagen sind auf jeden Fall richtig. Das Ziel ist natürlich, dass die Pandemie eingedämmt wird. Aber natürlich ist es für den Sport eine schwierige Zeit, gerade auch für den Rallyesport. Dort wurden viele Veranstaltungen abgesagt, aber im Endeffekt muss damit fast gerade jede Sportart leben und mit umgehen. Ich hoffe natürlich, dass es 2021 dann wieder aufwärts geht. Das wird aber natürlich nicht einfach – gerade im Motorsportbereich, der sehr kostenintensiv ist, ist es in der jetzigen Zeit schwierig, Unterstützer zu finden. Auch, weil viele Firmen Probleme haben, durch die Pandemie zu kommen. Zum zweiten Lockdown kann ich gar nicht so viel sagen und klagen, weil die Rallye-Saison bereits vorbei ist. Meine freie Zeit nutze ich momentan, um mich auf die kommende Saison vorzubereiten. Dazu zählt unter anderem das Simracing (Rennsimulation, d. Red.). Damit kann man sich auch sehr gut vorbereiten.

Welches ist Ihr nächstes/neues Corona-Projekt?

Sehr beliebt ist momentan der Kampf mit meiner Freundin beim Joggen. Da duellieren wir uns in letzter Zeit doch sehr viel. Das ist momentan unser größtes Projekt.

Wie halten Sie sich momentan fit – und welche ist Ihre Lieblingsübung?

Ich gehe sehr viel mit meiner Freundin joggen. Unter anderem bin ich auch im Fitnessstudio, was jetzt aufgrund des Lockdowns geschlossen ist. Ich habe mir aber bereits schon einige kleine Geräte für zu Hause angelegt, mit denen ich bestimmte Übungen für den Rallyesport mache, wie Nacken- und Rückenübungen, die sehr wichtig sind für den Rallyesport. Da halte ich mich gerade über den Winter mit fit.

Kein Training, keine Wettkämpfe, vielleicht andere Hobbys: Wie sehr beschäftigen Sie sich in der Corona-Zeit damit, weniger leistungsorientierten Sport zu treiben oder gar ganz damit aufzuhören? Oder ist die Lust aktuell größer denn je?

Gerade weil die Pause über das Jahr doch relativ lang war, ist die Motivation natürlich noch einmal stark angestiegen, gerade jetzt den Sport weiterzuführen. Nach so einer langen Auszeit merkt man doch, dass die Motivation immer größer und größer wird – und dass man unbedingt wieder ins Lenkrad greifen möchte. Von daher bin ich noch verbissener als vorher.

Welche Absage für die kommenden Wochen/Monate schmerzt am meisten?

Ich habe jetzt keine direkten Veranstaltungen mehr. Ich hoffe natürlich, dass bis Ende März, wo unsere erste Veranstaltung stattfinden soll, sich die Lage wieder etwas gelegt hat. Denn ich möchte endlich wieder durchstarten.

Buch, Serie oder Film – was haben Sie zuletzt gelesen oder geschaut?

Weder Buch, Serie noch Film. Ich bin abends dann doch eher an der Konsole, spiele dann meistens Dirt Rallye 2.0. Zudem habe ich Podcast für mich entdeckt, weil ich einen sehr langen Arbeitsweg habe. Besonders der Podcast von Felix Lobrecht gefällt mir sehr gut.

Arbeiten im Homeoffice – angenehme Abwechslung oder Belastung?

In meinem Job als Industriemechaniker habe jetzt nicht die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten. Da ist mir die Möglichkeit nicht gegönnt (lacht).

Wen in Ihrem Sport vermissen Sie am meisten?

Besonders das Team-Leben. Im Rallyesport ist das Team schon sehr groß. Dazu zählt natürlich auch meine Beifahrerin Ella Kremer, die ich schon fast eine Ewigkeit nicht mehr gesehen habe. Aber auch mein allgemeines Umfeld fehlt mir sehr.

Kann Festtagsstimmung aufkommen? Wie werden Weihnachten und Silvester in diesem Jahr?

Ich verbringe Weihnachten, wie die Jahre zuvor auch, im ganz kleinen Familien-Kreis. Und was Silvester betrifft, finde ich es jetzt nicht so dramatisch, dass man dieses Jahr nicht so feiern kann, wie wir es sonst gewohnt sind. Davon bin ja nicht nur ich alleine betroffen, sondern jeder muss sich damit zurechtfinden. Von daher habe ich damit nicht so das Problem mit.

Stadion, Konzert, Theater? Was machen Sie zuerst, wenn es wieder erlaubt ist?

Ich freue mich ganz besonders darauf, endlich mal wieder in großer Runde an einem Tisch mit meinen Freunden zusammenzukommen und dann einfach über viel Quatsch reden.

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