Kleiner Kniff, große Wirkung: Sudweyhe geht in der Bezirksliga durch die Decke

Einschleichende Sechser

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Jan-Ove Bäker ist ein wichtiges Verbindungsglied im Sudweyher Spiel. Einerseits lässt sich der Sechser immer wieder in die Viererkette zurückfallen, andererseits strahlt der 25-Jährige noch immer Torgefahr aus.

Sudweyhe - Von Daniel Wiechert. Sudweyhes Trainer Uwe Behrens und sein Stürmer Stephen Bohl sind sich einig, wann der gordische Knoten durchschlagen wurde: Am 8. September beim 5:0-Pokalcoup gegen den Landesliga-Absteiger SC Uchte. Seitdem „läuft es wie ein Länderspiel“ (Bohl) in der Fußball-Bezirksliga. Mit fünf Siegen in Folge stürmte der TuS Sudweyhe auf Rang drei, ist damit nach einem Drittel der Saison die Überraschung schlechthin.

Nur drei Punkte fehlen auf Spitzenreiter SV BE Steimbke – das M-Wort nimmt trotzdem niemand in den Mund. „Es wird Rückschläge geben“, sagt Coach Behrens und stapelt tief: „Wenn wir am Ende im Mittelfeld landen, können wir alle zufrieden sein.“ Ein bisschen weiter denkt da schon Bohl: „Wenn wir weiter so punkten, können wir vielleicht schon bald eine kleine Nichtabstiegsfeier veranstalten. Ab dann kann man auch nach oben schauen.“

Noch machen beim TuS alle in Understatement – auch aufgrund des Wissens, dass es in der Liga schnell rauf, aber auch schnell runter gehen kann. Denn zum Saisonstart hatten die Sudweyher selbst arge Probleme, holten nur einen Sieg in den ersten fünf Spielen. Dann kam jener Bezirkspokalabend in Uchte. „Wer dort 5:0 gewinnt, braucht nicht mehr viel zu verändern“, sagt Bohl. „Das gab uns ordentlich Aufwind“, fügt Teamkollege Jan-Ove Bäker an.

Dass jener Erfolg keine Eintagsfliege war, bewiesen die fünf Siege danach. Ein Grund ist ein taktischer Kniff: Behrens baut seit dem Uchte-Spiel auf pendelnde Sechser. Heißt: Aus der taktischen 4:2:3:1- Grundordnung lässt sich intuitiv ein Sechser (zuletzt Bäker oder Marcel Wöbken) fallen, um das Zentrum zu verdichten. „Es ist einfach eine zusätzliche Absicherung, indem sich ein defensiver Mittelfeldspieler in die Viererkette einschleicht – das hat sich bewährt“, erklärt Behrens, dessen Team die wenigsten Gegentreffer der Liga kassiert hat.

Doch das Pendeln ist nicht einseitig. Die Sudweyher zeichnet aus, dass sowohl die Sechser als auch die Akteure der offensiven Dreierkette stets den Weg nach vorne suchen. „Es ist sicherlich eine Stärke von uns, dass alle Mittelfeldspieler immer Torgefahr ausstrahlen“, sagt der TuS-Coach, der den richtigen Draht zu seinen Spielern findet. Im April löste er Wilco Freund als Trainer ab, seitdem gab es in 18 Spielen 13 Siege, drei Unentschieden und lediglich zwei Niederlagen. „Uwe ist einfach ein Ur-Sudweyher“, sagt Bohl: „Er kennt uns fast alle aus seiner Zeit als Jugendtrainer. Daher weiß er auch, wann er wen und wie zu zwicken hat.“

Behrens‘ gutes Netzwerk aus seiner Sudweyher Jugendzeit hatte sich auch vor der Saison bezahlt gemacht, als er Max Jacobs, Romario Klausmann, Jonas Lüdeke und Nico Zumbruch zu sich lotste. „Sie haben alle schon unter mir trainiert, daher weiß ich, was sie können.“ Was Lüdeke drauf hat, zeigte sich beim 4:0-Erfolg am Sonnabend in Uchte, als er dreifach traf. „Wir sind derzeit sehr variabel vorne“, sagt Bohl, der auch die Breite des Kaders hervorhebt: „Jeder im Team erfüllt seinen Part. Das macht es für Uwe schwierig, eine erste Elf auszuwählen. Nico Zumbruch scharrt zum Beispiel mit den Hufen.“

Vor der Spielzeit hatte Behrens übrigens seine drei Meisterschaftsfavoriten genannt. Den ersten, Uchte, hat Sudweyhe schon abgefidelt. Gegen die anderen beiden, FC Sulingen (1. November) und Steimbke (8. November, spielt Sudweyhe in Kürze. Und wer weiß: Vielleicht wird das M-Wort danach ja doch in den Sprachgebrauch aufgenommen.

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