Rehden verliert gegen Goslar, feiert aber wie der Meister / Meyers Abschiedstor

Kleine Tränen, sechs Tore und ein versöhnter Trainer

Auch Rehdens eingewechselter Stürmer Cüneyt Özkan (l.) konnte die Wende nicht mehr herbei führen. ·
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Auch Rehdens eingewechselter Stürmer Cüneyt Özkan (l.) konnte die Wende nicht mehr herbei führen. ·

Kreis-Diepholz - Von Cord KrügerREHDEN · Als fast alles vorbei war, hellte sich die Miene des sonst so stoisch ruhigen Manuel Meyer wieder auf – trotz des Handelfmeters, zu dem der scheidende Kapitän des BSV Rehden in seiner letzten Szene für die Schwarz-Weißen antrat. Ein Feixen mit Nico Lauenstein, dem am Samstag bärenstarken Torwart des Goslarer SC, ein Flachschuss unten rechts – Tor. Rehdens 500 Fans in den Waldsportstätten jubelten, Goslars Anhang und Ersatzspieler ebenso – denn es war „nur“ der Endstand zum 2:4 (1:2) zwei Minuten vor Schluss. Oberliga-Primus Goslar feierte somit die Niedersachsenmeisterschaft, Rehden den Aufstieg – trotz der Trauer wegen des Abschieds von Meyer und anderen Stützen.

„Es war schon schön“, beschrieb Meyer den Nachmittag, der für ihn mit Tränen in den Augen begann. „Klar hatte ich da Wasser in den Augen“, räumte „Manu“ ein. Stadionsprecher Matthias Giese ließ zum Ende des Verabschiedungs-Reigens vor dem Anpfiff seine sechs Jahre beim BSV Revue passieren, „die Leute standen auf, dann diese Musik – schon toll“.

Weniger toll fand der künftige Abwehrchef des TuS Sulingen, „dass wir heute drei Tore durch Standards kassiert haben. Das passiert uns sonst nicht.“ Und ihm passiert sonst auch nicht ein so kapitaler Fehlpass wie der zu Steve Ridder in Minute 65. Der „Zehner“ bedankte sich, bediente Blerim Rrustemi, der wiederum Torwart Rene Damerow auf sich zog und auf Muhamed Alawie zum 3:1 ablegte (65.). „Das ärgert mich maßlos“, gestand Meyer. Doch sein Trainer Jürgen Stoffregen tröstete ihn: „Goslar ist einfach konsequent.“ Dabei wusste der 55-Jährige, dass sein Team ihm in seinem ebenfalls letzten Spiel wenigstens eine 3:1-Pausenführung hätte schenken können.

Denn „die beste Mannschaft der Liga“ (Meyer) begann zwar überaus ballsicher und tanzte die Gastgeber oft durch Kurzpass-Spiel aus, doch Rehden ging das höhere Tempo und kam gefährlicher über die Flügel – vor allem durch den starken Viktor Pekrul über rechts. So hielt Goslars frühe Führung durch den Freistoß-Aufsetzer von Peter Endres (6.) nicht lange, weil sich Michael Wessel bei einer Ecke von Jens Buddecke geschickt am ersten Pfosten an Slavomir Lukac vorbei schob und zum 1:1 traf (8.).

Nun wollte Rehden mehr: Danny Arend verzog knapp nach Diagonalpass von Pekrul (17.), Lauenstein parierte einen Buddecke-Schuss aus zehn Metern (24.) und einen Kracher des kompromisslosen Abräumers Maarten Schops (33.), nachdem vorher Mehmet Koc und Schiffbänker Pech hatten. Die Strafe – man ahnt es – folgte: Ridders Freistoß drückte Mirhudin Kacar aus zentraler Position über die Linie – fernab jeglicher Rehdener Innenverteidigung (45.).

Nach bereits geschildertem 3:1 war es erneut ein Ridder-Freistoß, den Corvin Behrens irgendwie vors Tor brachte und Michael Wessel auf der Linie klären wollte – doch die Kugel befand sich bereits dahinter (69.).

Stoffregen reagierte, wollte den Anschluss erzwingen und brachte in Erdal Ölge den dritten Stürmer. Später kam noch Strafraum-Brecher Cüneyt Özkan – doch Goslar spielte den Stiefel ruhig herunter. „Man sieht, dass diese Jungs sich fast nur auf Fußball konzentrieren müssen“, beschrieb Stoffregen Goslars semi-professionelle Formation. „Ein Sieg gegen diese Mannschaft wäre das i-Tüpfelchen auf einer Super-Saison gewesen.“ Für Goslar endete sie mit der Überreichung der Niedersachsenross-Meistertrophäe, für Rehden mit einer Aufstiegsfeier, die erst am späten Abend endete.

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