Corona hat Bassums Trainer schwer erwischt / Inzwischen „über den Berg“

Torsten Klein warnt vor dem Virus: „Das ist kein Spaß“

Torsten Klein
+
Das Sofa hat Torsten Klein tagelang kaum verlassen. Corona hatte ihm die „volle Breitseite“ verpasst, wie der Trainer des TSV Bassum sagt.

Wietzen – Mit seinem Gardemaß von fast zwei Metern gilt Torsten Klein als Baum von einem Mann: Den früheren Klassekeeper und jetzigen Trainer des Fußball-Bezirksligisten TSV Bassum haut eigentlich so schnell nichts um – doch Corona hätte die „Wietzer Eiche“ fast gefällt.

  • Kopf- und Halsschmerzen, schmerzhafter Husten, totale Schlappheit: Plötzlich wusste Torsten Klein, wie sie sich eine Covid-19-Infektion anfühlt.
  • Der baumlange, durchtrainierte Coach des Fußball-Bezirksligisten TSV Bassum war tagelang „schachmatt“.
  • Für alle, die dieses Virus verharmlosen, hat Klein klare Worte parat.

Im Prinzip unvorstellbar, denkt man an die aktive Zeit des 49-Jährigen zurück. Wenn sich der Hüne vor gegnerischen Stürmern aufbaute, dann schlotterten diesen oft die Knie. Auch nach seiner Karriere wirkte der Logistikmitarbeiter stets topfit und verpasste als Coach krankheitsbedingt nicht ein einziges Punktspiel. Zur Corona-Risikogruppe gehört Klein also ganz sicher nicht.

Torsten Klein: „Ich wollte nur noch schlafen“

Aber das heimtückische Virus wütet halt nicht nur in Seniorenheimen, wie der Ex-Keeper am eigenen Leib erfahren musste. Drei Tage vor Weihnachten plagten Klein von einer Sekunde zur anderen plötzlich Hals- und Kopfschmerzen. Für ihn damals aber „noch kein größerer Grund zur Besorgnis. Anfangs dachte ich mir noch nichts. Aber dann kam ein stechender Husten hinzu – und ich war völlig untypisch die ganze Zeit schlapp. Ich wollte praktisch das gesamte Wochenende nur noch schlafen.“

Glück im Unglück: Familie und Kollegen nicht angesteckt

Spätestens jetzt schrillten bei Klein alle Alarmglocken: „Ich habe am Montag dann sofort bei meinem Hausarzt einen Termin für einen Test gemacht – und wie befürchtet war das Ergebnis positiv. Zum Glück hat mein Arbeitgeber Vilsa gleich vorbildlich reagiert und alle Angestellten testen lassen, mit denen ich Kontakt hatte.“

Glück im Unglück: Angesteckt hatte er niemand, aber bei ihm selbst wurden die Symptome immer schlimmer. „Das Fieber stieg an, und beim Husten hatte ich höllische Schmerzen. Als ob ich eine Wunde im Hals hätte“, denkt Klein mit Schaudern zurück: „Und ich wurde auch immer schlapper. Schon der Gang vom Sofa ins Badezimmer fühlte sich wie ein Marathon an.“

 „Ich habe mich immer an alle Regeln gehalten, brav die Maske getragen – und trotzdem hat es mich erwischt. Es kann also jeden treffen. Und das ist dann kein Spaß.“

Torsten Klein (49), Trainer des TSV Bassum, nach seiner nun überstandenen Corona-Erkrankung

Kein Wunder, dass beim Wietzer „kaum Feiertagsstimmung aufkam. Das Problem war ja auch, dass ich meine Lebensgefährtin und ihren Sohn nicht anstecken wollte. Das ist in einer gemeinsamen Wohnung gar nicht so einfach, hat aber glücklicherweise funktioniert. Ich lag praktisch die gesamte Weihnachtszeit und dann auch noch Silvester alleine auf der Couch. Solche Feiertage muss ich echt nicht wieder haben.“

Und selbst nach dem Jahreswechsel war für Klein die Leidenszeit noch nicht beendet. Einem kleinen Aufschwung folgte „eine heftige Breitseite, die mich sofort wieder umwarf. Erst nach fast zwei Wochen wurde es besser – und die Beschwerden nahmen endlich ab. Mittlerweile fühle ich mich einigermaßen fit. Sicherlich ist noch nicht alles hundertprozentig, doch ich bin zumindest über den Berg.“

„Lasse mich sofort impfen, wenn. . .“

Seine Erkrankung hat den 49-Jährigen nachdenklich werden lassen: „Ich habe mich immer an alle Regeln gehalten, brav die Maske getragen – und trotzdem hat es mich erwischt. Es kann also jeden treffen. Und das ist dann kein Spaß.“

Steckbrief

Name: Torsten Klein

Alter: 49 Jahre

Wohnort: Wietzen

Beruf: Logistikmitarbeiter

Größte sportliche Erfolge: Landesliga-Aufstieg mit dem FC Stadthagen (als Spieler); Kreisliga-Aufstieg mit dem TSV Eystrup und Bezirksliga-Klassenverbleib 2017 mit dem TSV Bassum (als Trainer)

Vereine: SC Marklohe, SC Uchte, FC Stadthagen, Landesberger SV, BSV Rehden, ASC Nienburg, TSV Wietzen (alle als Spieler); TSV Wietzen, TSV Eystrup, TSV Bassum (alle als Trainer)

Privates: Ledig, zwei Kinder

Mit Corona-Leugnern kann Klein deshalb rein gar nichts anfangen:. „Wer dieses Virus verharmlost und mit einer Grippe vergleicht, hat keine Ahnung“, meint er: „Ich habe die Gefährlichkeit am eigenen Leib erfahren und kann nur zur höchsten Vorsicht raten.“

Ein eindringlicher Appell, dem noch ein zweiter folgt: „Ich bin ganz sicher kein Fan von Spritzen. Im Gegenteil. Blutabnehmen war nie mein Ding. Aber selbstverständlich lasse ich mich sofort impfen, wenn ich an der Reihe bin. Nur als Gemeinschaft können wir dieses tückische Virus bezwingen.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Mulweme zieht es zur TSG Seckenhausen-Fahrenhorst

Mulweme zieht es zur TSG Seckenhausen-Fahrenhorst

Mulweme zieht es zur TSG Seckenhausen-Fahrenhorst
Viele neue Gesichter bei der SG Diepholz: Brüggemann „befördert“ acht Talente

Viele neue Gesichter bei der SG Diepholz: Brüggemann „befördert“ acht Talente

Viele neue Gesichter bei der SG Diepholz: Brüggemann „befördert“ acht Talente
FC Sulingen froh über Zusage von Sebastian Elvers

FC Sulingen froh über Zusage von Sebastian Elvers

FC Sulingen froh über Zusage von Sebastian Elvers
Drama: Es waren nur zwei Zentimeter

Drama: Es waren nur zwei Zentimeter

Drama: Es waren nur zwei Zentimeter

Kommentare