Klarer Karriereplan

Der Brinkumer Daniel Hefele fasst in der Regionalliga Fuß

Jubelnd abgedreht: Daniel Hefele vom Lüneburger SK freut sich über sein Tor gegen den FC St. Pauli II.
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Dauerbrenner: Ehe der Lockdown die Saison beendete, stand Daniel Hefele jedes Mal in der Lüneburger Startelf. Und das in seinem ersten Jahr im Herren-Bereich. Hier feiert Hefele sein Tor gegen den FC St. Pauli II.
  • Der Brinkumer Daniel Hefele startete beim Lüneburger SK voll durch, schaffte in seinem ersten Herrenjahr beim Regionalligisten den Sprung in die Startelf. Doch die Corona-Pandemie mit dem Saisonabbruch bremste den 19-Jährigen aus. Er arbeitet trotzdem an seiner Fitness.

Brinkum/Lüneburg – Not macht erfinderisch. Das denkt sich scheinbar auch der Lüneburger SK. Unter der Rubrik „Mach dich fit für den Start“ veröffentlicht der Club kreative Homevideos seiner Regionalliga-Fußballer. Mit dabei: Der Brinkumer Daniel Hefele. „Ich mache euch fit für den Trainingsstart nach dem Virus“, leitet der 19-Jährige bei Youtube ein.

„Heute machen wir das Klappmesser, dafür benötigen wir drei Klopapierrollen.“ Er liegt ausgestreckt mit dem Rücken auf dem Boden, stapelt die Rollen über seinem Kopf, greift eine nach der anderen mit den Händen, klappt die Beine Richtung Kopf, legt die Rollen zwischen die weißen Tennissocken – und stapelt diese schließlich neu mit den Füßen. „Und wie viele Durchgänge schaffst du?“, beendet Hefele das Video.

Es ist eine amüsante Ablenkung in tristen Lockdown-Zeiten. Viel lieber würde Hefele selbstverständlich Bälle statt Klopapierrollen mit den Füßen streicheln. Da macht er aus seinem Herzen keine Mördergrube. Dass sein letztes Pflichtspiel nunmehr knapp sechs Monate zurückliegt, „ist natürlich scheiße“, betont der Mittelfeldspieler: „Vor allem in meinem Alter, da muss man eigentlich regelmäßig spielen. Und ich habe ja Ziele vor Augen, will es noch weit bringen im Fußball. Und wenn du dann vielleicht bald neun Monate oder so raus bist, ist das eigentlich ein Genickbruch als junger Fußballer.“

Dabei schien im Sommer und Herbst noch alles so perfekt zu laufen bei Hefele. Er war gerade erst aus der Jugend des JFV Nordwest zum Lüneburger SK gewechselt, akklimatisierte sich auf Anhieb bei seiner ersten Station im Herrenbereich. Hefele stand bis zur Saisonunterbrechung in jedem Regionalliga-Spiel in der Startelf. „Natürlich war davon nicht unbedingt auszugehen, dass ich sofort jedes Spiel von Beginn an machen darf“, sagt Hefele in der Rückschau. Er habe aber bereits in der Saisonvorbereitung so eine Ahnung gehabt: „Da bekommt man ja schon ein Gefühl dafür, wo man im Team steht.“ Dass er schnell das Vertrauen vom Chefcoach Qendrim Xhafolli geschenkt bekam, habe es ihm auch erleichtert, direkt Fuß zu fassen: „Wenn du dich wohlfühlst, spielst du einfach befreiter und besser auf – und so konnte ich dann auch direkt meine Leistung hier abrufen.“

Du willst unbedingt spielen, darfst aber nicht. Das ist als Fußballer einfach so mit das schlimmste Gefühl, das man haben kann. Deshalb hoffe ich einfach, dass es einfach mal weitergeht. So lange halte ich das nicht mehr aus.

Daniel Hefele vom Lüneburger SK

Dass die Verantwortlichen große Stücke auf Hefele halten, war schon rund um die Vertragsunterschrift im Frühsommer 2020 zu beobachten. „Daniel hat ein herausragendes Spielverständnis gezeigt“, betonte damals LSK-Teamchef Rainer Zobel auf der Clubhomepage nach den ersten Einheiten im Probetraining. „Er hat mir imponiert, auch mit seinem Zweikampfverhalten”, fügte der Ex-Profi des FC Bayern an. Und auch Coach Xhafolli war sofort angetan: „Daniel hat eine gute Passqualität und ein kluges Stellungsspiel. Dazu eine starke Physis. Ein sehr interessanter Spieler!“

Merkmale, die elementar wichtig auf Hefeles Lieblingsposition sind. Er sieht sich als Achter – also als Spieler, der im zentralen Mittelfeld zwischen dem Sechser und dem Zehner die Fäden zieht. „Auf der Position ist man sozusagen das Herz der Mannschaft, gefühlt alle meine Trainer haben das auch immer zu mir gesagt“, betont Hefele: „Von dieser Position aus hat man die Möglichkeit, alles zu steuern, man hat die perfekte Übersicht, kann die Angriffe aufbauen und die Defensive mitordnen. Ich übernehme einfach gern Verantwortung.“

Youngster spult Laufpläne ab

In Coronazeiten ohne Fußball kommt es noch mehr auf Eigenverantwortung und Eigenmotivation an. Auch hier scheint Hefele gut aufgestellt zu sein. „Ich arbeite jeden Tag an mir“, sagt der 19-Jährige. Seine Berateragentur „Triple M Sports“ hat ihm einen Personal Trainer an die Seite gestellt, zudem spult er seine Laufpläne gewissenhaft ab – „damit ich nicht die Ausdauer verliere“, erklärt Hefele, der kürzlich ein Sportmanagement-Fernstudium aufgenommen hat: „Man kann schon sagen, dass mein Tag trotz Corona gut durchstrukturiert ist.“ Insgesamt gebe er alles dafür, „mich bestmöglich und akribisch auf den Tag X vorzubereiten. Sobald es wieder losgeht, möchte ich direkt wieder angreifen.“ Um sein Langzeitziel zu verwirklichen: „Sicher ist, dass ich es auf jeden Fall in den Profifußball schaffen möchte – dass mich meine Eltern irgendwann auch mal live im Fernsehen sehen können.“

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