Kirchweyher mischt noch mächtig mit

Tischtennis-Evergreen Nolte: „Mit 85 ist Schluss“

Kirchweyhes Hans Nolte bringt seine Gegner auch mit 82 immer noch reihenweise an den Rand des Wahnsinns. - Foto: Westermann
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Kirchweyhes Hans Nolte bringt seine Gegner auch mit 82 immer noch reihenweise an den Rand des Wahnsinns.

Kirchweyhe - Von Carsten Drösemeyer. Der Mann ist wirklich ein Phänomen: Obwohl Hans Nolte bereits 82 Lenze zählt, misst sich die Tischtennis-Legende der SV Kirchweyhe unverändert mit Gegnern, die vom Alter her locker als seine Urenkel durchgehen könnten.

Und er treibt sie nach wie vor mit seinen unangenehmen Noppenbelägen zur Verzweiflung. Wohlgemerkt nicht in den Niederungen der 3. Kreisklasse: Nein, der SVK-Evergreen geht weiterhin für Kirchweyhes Reserve in der 2. Bezirksklasse an den Tisch und glänzt mit einer bislang makellosen Einzelbilanz. „Mir macht es halt immer noch Spaß, und recht fit bin ich ja auch noch“, lächelt Nolte: „Es ist schon ein schönes Gefühl, mit den jüngeren Semestern mithalten zu können, aber es ist für mich keine besondere Genugtuung, wenn ich einen Jungspund schlage. Ich finde, gegenseitiger Respekt ist gerade beim Tischtennis ziemlich wichtig.“

Den Respekt hat sich der pensionierte Postbeamte auch redlich verdient. Schließlich ist sein Werdegang alles andere als gewöhnlich. Mit zwölf Jahren entdeckte Nolte beim TuS Sulingen seine Liebe zum Tischtennis, musste dann aber relativ schnell aus beruflichen Gründen eine lange Pause einlegen. „Ich habe in jungen Jahren als Bergmann gearbeitet und so keine Zeit mehr für Sport gehabt“, erinnert sich Nolte zurück: „Erst als ich rund 20 Jahre später in Bremen einen Job als Postbeamter begonnen habe, bin ich an den Tisch zurückgekehrt.“

Immerhin fünf DM-Medaillen geholt

1975 war das, um genau zu sein. Damals trat Nolte in die SV Kirchweyhe ein und schlägt somit seit über 40 Jahren für das einstige Flaggschiff des Kreises auf. Zwar reichte es bei ihm nie für die Erste, die in der Verbandsliga mit Ikonen wie „Rückhand-Papst“ Gerd Töbelmann oder „Vorhand-Kanonier“ Ralf Bokelmann damals die Diepholzer Region beherrschte – aber in den unteren Herrenmannschaften punktete Nolte wie am Fließband. Seine größten Erfolge erkämpfte er allerdings erst im Seniorenalter. Unzählige Kreis- und Bezirksmeistertitel gingen seitdem auf sein Konto – und auch bei Landes- oder Norddeutschen Meisterschaften räumte der rüstige Pensionär kräftig ab. „Da habe ich häufiger Akteure geschlagen, die früher weit über mir gespielt haben. Aber die waren oftmals im Alter nicht mehr ganz so fit wie ich“, schmunzelt Nolte – und denkt ganz besonders gerne an seine Highlights bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren zurück: „Immerhin konnte ich dort fünf Medaillen ergattern. Darauf bin ich schon etwas stolz.“

Darf er auch sein: 2003 erkämpfte er mit dem Hannoveraner Helmut von Högen Bronze im Doppel, 2006 an der Seite von Waltraud Zehne (Göttingen) Silber im Mixed, 2007 gar mit Lieblingspartner Horst Hedrich (Salzgitter) Gold im Doppel, ehe sich Nolte 2009 neben einer weiteren Bronzemedaille mit Hedrich erstmals bei einer DM über Edelmetall im Einzel freuen durfte. Mit dem dritten Platz krönte er seinerzeit seine großartige Karriere – wirkt indes keinesfalls satt.

Medaillenhamster wie eh und je

Im Gegenteil: Immer noch betätigt sich der offenbar in einen Jungbrunnen gefallene 82-Jährige bei Bezirks- oder Landesmeisterschaften als Medaillenhamster. Nur zur Deutschen Meisterschaft fährt Nolte mittlerweile nicht mehr, wie er verrät: „Früher ist meine Frau ja immer mitgekommen. Aber das möchte sie jetzt nicht mehr. Also spiele ich nur noch Turniere, wo ich nicht übernachten muss.“

Eigentlich schade, da der SVK-Altmeister bei jeder DM zum Favoritenkreis zählen würde, doch selbst Nolte möchte langsam aber sicher „etwas kürzer treten. Ich lasse das jetzt langsam ausklingen. Bis ich 85 geworden bin, würde ich gerne noch weiter machen, doch dann ist Schluss.“

Naja, so recht glauben kann man diese Aussage nicht. Wer den lebenslustigen Hans Nolte am Tisch erlebt, der mag ihm sein angekündigtes Karriereende kaum abnehmen. Zumal der Tischtenniskreis Diepholz dann um eine Attraktion ärmer wäre.

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