Ausgerechnet ein Horror-Auftakt legt den Grundstein für Seckenhausens Aufstieg

Der Kirchdorf-Effekt

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Klar, dass sich auch die Trainer Dirk Hofmann (rechts) und Burkhard Züdel freuten, dass es bald in die Bezirksliga geht.

Seckenhausen - Von Daniel Wiechert. Sonntag, 9. August 2015, kurz vor halb vier: Die Sonne scheint, aber über Neu-Trainer Dirk Hofmann brauen sich erste dunkle Wolken zusammen. Seine TSG Seckenhausen-Fahrenhorst wird überrollt, liegt nach 26 Minuten mit 0:3 gegen den TuS Kirchdorf zurück – am Ende steht es ein 1:4 auf dem Kreisliga-Spielbogen. Was ein Fehlstart für einen der Liga-Favoriten! Doch statt auf seine Mannschaft draufzuhauen, wählt Coach Hofmann Worte mit Bedacht, greift in die psychologische Trickkiste: „Leute, es ist noch weit bis zum letzten Spieltag am 5. Juni“, sagt Hofmann seinen Spielern: „Dann wollen wir so weit sein, dass wir im Rückblick gemeinsam über dieses Kirchdorf-Spiel lachen können.“

Sie sollten sogar fünf Wochen früher drüber lachen können. Denn seit Sonntag ist es amtlich: Die TSG ist nach zwei Jahren im Kreis zurück im Bezirk! Zwar verlor Seckenhausen mit 2:3 gegen Okel, aber auch Weyhe-Lahausen patzte mit dem 2:2 beim TSV Holzhausen-Bahrenborstel. „Erstmal überwog die Enttäuschung“, beschreibt Hofmann seine Gefühlswelt vom Sonntagnachmittag: „Aber als das Ergebnis aus Bahrenborstel durchsickerte, sprang die Enttäuschung schnell in Freude um.“

Zu Recht: Schließlich gelang Hofmann gleich in seinem ersten Jahr als TSG-Coach der Aufstieg: „Wenn mir einer im August gesagt hätte, dass wir vier Spieltage vor Schluss aufgestiegen sind, hätte ich das blind unterschrieben“, sagt der ehemalige Profi-Fußballer (Borussia Dortmund, VfL Osnabrück, SpVgg Unterhaching).

In Seckenhausen sei ihm die Trainerarbeit sehr leicht gemacht worden, berichtet der gebürtige Sauerländer. Bereits ein halbes Jahr vor der Amtsübernahme habe er mit Ex-Spielertrainer Torben Budelmann im regen Austausch gestanden: „Und das ist immer noch so. Wir lernen beide viel voneinander. Außerdem hat er mir eine intakte Mannschaft übergeben“, sagt Hofmann und stimmt ein Loblied auf seine Spieler an: „Es gibt hier keine durchgeknallten Jungs, alle sind gescheit. Ihr Einsatz stimmt immer, daher verzeihe ich ihnen auch mal die eine oder andere Niederlage. Es macht einfach Riesen-Spaß.“

Ein Kompliment, das TSG-Kapitän Christian Schult zurückgibt. Der Coach habe einen „Riesen-Anteil“ an der diesjährigen Erfolgssträhne. Und auch der 35-Jährige erinnert sich an den ersten Spieltag zurück: „Der eine oder andere Trainer hätte danach anders reagiert – nicht mit so einer gewinnbringenden Art.“ Die Spieler merkten früh: Der Coach vertraut uns trotz Rückschlägen. Sie zahlten dieses Vertrauen mit Erfolgen zurück: Elf Siege in Serie feierten die Seckenhauser nach dem Kirchdorf-Schock, so setzten sie sich gemeinsam mit dem TuS Sulingen II rasch vom Rest der Liga ab. Als Seckenhausen am 23. Spieltag mit 1:0 in Bruchhausen-Vilsen gewann, „war uns allen klar, dass es mit dem Aufstieg etwas wird“, erzählt Hofmann von einem weiteren Knackpunkt.

Und auch für die Bezirksliga-Aufgabe sieht das Seckenhauser Urgestein Schult seine Mannschaft gerüstet. „Wir werden stärker als vor zwei Jahren sein“, glaubt Schult: „Ich bin guter Dinge, dass ein Mittelfeldplatz drin sein wird.“

Mit Prognosen hält sich Hofmann noch zurück, trotz des Blitzaufstiegs müsse erst einmal an Stellschrauben gedreht werden. „Die Saison hat gezeigt, dass wir uns in der Breite besser aufstellen müssen. Bestimmte Spieler können wir nicht eins zu eins ersetzen.“ Abgänge werde es keine geben.

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