Landesligist Wetschen hat Lehren aus dem Saison-Abbruch gezogen

Keine Freudensprünge nach der Rettung

Christian Bei der Kellen, Trainer des TuS Sulingen II, an der Seitenlinie.
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Schob Frust in der abgebrochenen Saison: Christian Bei der Kellen, Trainer des TuS Sulingen II.

Beim erneuten Saison-Abbruch ohne Auf- und Absteiger gab es bei den geretteten Mannschaften keine Freudensprünge, sie hätten lieber weiter Fußball gespielt. Doch die Pandemie machte ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Syke/Diepholz – Aufgrund der Corona-Pandemie brachen die Verantwortlichen des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) die Saison 2020/2021 ab, es gab weder Auf- noch Absteiger. Von der Annullierung profitieren beispielsweise die Tabellenletzten der unterschiedlichen Klassen. Wir sprachen mit Trainern aus der Landes-, Bezirks- und Kreisliga.

TSV Wetschen

Defensiv hielt der sieglose TSV Wetschen, Tabellenschlusslicht der Landesliga (Staffel Nord), in den fünf absolvierten Spielen (einen Punkt geholt) durchaus mit, aber im Angriff drückte der Schuh. Das erkannte auch Coach Oliver Marcordes: „Nach vorn hin fehlte die Durchschlagskraft.“ Lediglich Torge Rittmeyer traf beim 1:1 gegen den TSV Godshorn. Dem Neuling brachen wichtige Offensivakteure zum Auftakt weg: Moritz Raskopp musste wegen einer Patellasehnenreizung passen, und der erfahrene Ramiz Pasiov hatte nach einer längeren Pause mit muskulären Problemen zu kämpfen. Aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden wirkte Finn Raskopp nur sporadisch mit. „Der Abbruch kam uns entgegen, aber die Jungs hätten auch gern weiter gespielt“, unterstreicht B-Lizenz-Inhaber Marcordes.

Um in der kommenden Landesliga-Serie besser gerüstet zu sein, hat sich der TSV Wetschen mit den Offensivkräften Ricardo Tenti (TuS Wagenfeld) und Christoph Hainke (Barnstorfer SV) verstärkt. Ganz zur Freude des 40-jährigen Übungsleiters: „Wir haben mehr Qualität auf dem Platz stehen.“

TSV Okel

Der TSV Okel, Letzter der Bezirksliga (Staffel 1), kassierte in neun Spielen acht Niederlagen und behielt nur beim 2:1 gegen den TV Stuhr die Oberhand. Lutz Schröder, der die Mannschaft zusammen mit den spielenden Co-Trainern Rico Volkmann und Marlon Reyher trainierte, nennt Gründe für den Absturz ans Tabellenende: „Wir hatten vor der Saison einen großen Umbruch mit beispielsweise sieben A-Jugendlichen vom TuS Sudweyhe. Ferner hatten wir eine starke Qualifikationsgruppe mit dem SV Heiligenfelde, TuS Sudweyhe, SV Bruchhausen-Vilsen und dem SC Twistringen. Nach den ersten Niederlagen hat die Motivation nachgelassen. Außerdem konnten wir die entstandene Lücke von Stürmer Marvin Zwiebler nicht annähernd schließen.“

Der 53-Jährige freut sich über den Klassenverbleib nicht so recht: „Wir hätten in der Abstiegsrunde das schon gern sportlich bewiesen. Aufgrund der Pandemie sehe ich beim erneuten Saison-Abbruch nur Verlierer.“ Der in Okel wohnende Schröder hofft, dass ab September der Ball wieder rollt: „Es ist doch wichtig, auf dem Sportplatz zu stehen und sich zu messen. Der sportliche Vergleich fehlt uns doch allen.“

Der C-Lizenz-Inhaber steht als Coach beim TSV Okel bekanntlich nicht mehr für die Spielzeit 2021/2022 zur Verfügung. Einen Nachfolger (bereits mehrere Gespräche geführt) gibt es bislang noch nicht. Aktuell kümmert sich Schröder um die E-Junioren (U 11) des TuS Sudweyhe.

TuS Sulingen II

Aufgrund eines dünnen Kaders zahlte der personell arg gebeutelte TuS Sulingen II in der Bezirksliga (Staffel 2) Lehrgeld, verließ in neun Begegnungen nur beim 2:1 in Diepholz den Platz als Sieger. Der Tabellensiebte kam auf fünf Punkte, hatte ein miserables Torverhältnis von 6:41 Treffern. In dem einen oder anderen Spiel wirkten Akteure aus dem Landesliga-Kader mit, sorgten für mehr Stabilität.

„In der Pandemie kann es gar keine Gewinner geben. Für den Verein und die Spieler ist es sicherlich Glück, dass sie nicht absteigen“, sagt Trainer Christian Bei der Kellen, der die abgebrochene Saison als „sehr frustrierend“ empfand. Seine Nachfolger Tim Bösche, Oliver Borstelmann und Sebastian Schacht bilden ein Trio, haben künftig bessere personelle Voraussetzungen, denn von den Landesliga-A-Junioren stoßen mehrere Nachwuchskicker zur Zweiten (U 23).

TSV Barrien

TSV-Coach Daniele Guerra freut sich über den Klassenverbleib: „Wir sind glücklich, dass wir dringeblieben sind. Wir hätten es auch so geschafft, denn das nötige Potenzial dazu hat die Mannschaft.“ Der Tabellenachte der Nordstaffel der Kreisliga hatte nur gegen den TV Neuenkirchen mit 3:2 gewonnen, ging in den restlichen acht Begegnungen leer aus.

Der 51-jährige Guerra, der mit dem TSV Barrien in seine fünfte Saison geht, nennt rückblickend einen entscheidenden Schwachpunkt beim Aufsteiger: „Wir hatten vor allem Probleme in der Abwehr.“ Aufgrund einer möglichen Ansteckungsgefahr wirkten mehrere Spieler nicht mit, so halfen notgedrungen Akteure aus der Zweiten aus.

Guerra blickt optimistisch nach vorn, denn personell hat er mehrere Neuzugänge, die er noch nicht nennen mag, für die zweite Kreisliga-Spielzeit in der Hinterhand.

SV Dickel

Nach acht Partien belegte der sieglose SV Dickel in der Südstaffel der Kreisliga mit drei Zählern den achten Platz. „Wir hätten gern weiter Fußball gespielt und uns sportlich in der Abstiegsrunde beweisen wollen“, betont Trainer Sebastian Schmidt. Die Dickeler, die immer wieder auf Stammspieler verzichten mussten, hielten streckenweise auch gegen die starken Mannschaften mit, spielten sich Chancen heraus, nutzten diese aber nicht.

Der 42-jährige Schmidt nennt rückblickend ein Manko: „Uns hat ein Knipser gefehlt.“ Der in Rehden wohnende Ingenieur, der als Coach von Rückkehrer Horst Pranga in der neuen Saison abgelöst wird, glaubt an seine alte Mannschaft: „Dickel hat ein Team, das Kreisliga-tauglich ist.“

Ist froh über den Kreisliga-Verbleib des TSV Barrien: Trainer Daniele Guerra.
Hat beim TSV Okel eine Lücke hinterlassen: Stürmer Marvin Zwiebler (l.). Er erzielte in der abgebrochenen Bezirksliga-Saison drei Tore für den TuS Sudweyhe.
Soll das Angriffsspiel des Landesligisten TSV Wetschen beleben: Offensivmann Christoph Hainke. Der 24-Jährige schoss zuletzt neun Tore für den Barnstorfer SV.

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