Torwart Sadeghi ist beim 22:28 gegen Barnstorf lange der einzige Widersacher

„Keine Eier in der Hose“ – Brinkum im Derby drucklos

Brinkum - Von Arne HelmsEine lausige erste Halbzeit aus Sicht des FTSV Jahn Brinkum neigt sich gerade dem Ende entgegen, da jagen Marco Walker und Ralf Warfelmann ihrem Trainer die nächste Gänsehaut über den Rücken: Ein Querpass, der im Aus landet, statt eines druckvollen Angriffs der Gastgeber. „Wir hatten keine Eier in der Hose“, moserte Sven Engelmann am Samstagabend, als das 22:28 (6:15) im Handball-Oberliga-Derby gegen die HSG Barnstorf/Diep holz schon Geschichte war.

Aus Brinkumer Sicht war es vielversprechend losgegangen. Nach nicht mal 120 Sekunden hatte Keeper Aschkan Sadeghi gegen Andrius Gervé den ersten von vier Siebenmetern pariert, ein Zeichen für den Aufsteiger. „Aber ich kann die Tore ja nicht auch noch selbst werfen“, beklagte der Schlussmann die miese Ausbeute von nur sechs Treffern in Durchgang eins. „Wir haben zu drucklos agiert und vorne viele Fehler gemacht. Da hätte ich noch so viele Auszeiten nehmen können“, meinte Coach Engelmann, der trotz schwacher Leistung seiner Mannschaft darauf verzichtet hatte, die grüne Karte auf dem Tisch der Zeitnehmer abzulegen. Insgesamt 42 Fehler hatten sich am Ende auf seinem Notizzettel aufgereiht – nicht alle mit Gänsehautpotenzial, aber doch viele.

Und so kamen die Gastgeber kein einziges Mal in Schlagdistanz zu den Barnstorfern, die sich ihrerseits auf eine stabile Deckung um Martin Golenia, Spielmacher Jan-Eric Rechtern, Torhüter Donatas Biras und Rechtsaußen Nils Mosel verlassen konnten, der seine zehn Tore im ungleichen Zweikampf mit dem unerfahrenen Julian Wilkens erzielte (siehe Text rechts). Als Biras den Strafwurf von Meik Schäfer entschärfte, stand es bereits 8:2 (20.) für die favorisierten Barnstorfer, die Brinkums Rückraum um Ralf Warfelmann (3 Tore), Matthias Schneider (1) und Marco Walker (3) mittels 3:2:1-Deckung überhaupt nicht zur Entfaltung kommen ließen. Aus zehn bis zwölf Metern waren die Jahn-Würfe ein ums andere Mal ein gefundenes Fressen für den Litauer im Tor der HSG. Erst nach 26 Minuten konnte Schäfer den ersten gelungenen Spielzug der Brinkumer verwerten – zum 5:13. „Dass wir nicht gewinnen würden, war mir im Grunde nach einer halben Stunde klar“, sagte Sven Engelmann und schlussfolgerte: „Es war ein Lernspiel.“ Beobachtet von 200 Zuschauern.

Es stand 12:20, 39 Minuten waren vorbei, da setzte ein kleiner Lernprozess ein, wenn auch nur für einen Bruchteil der Partie. Engelmann hatte noch einmal den Querpässe ebenfalls verachtenden Fußball-Bundestrainer Joachim Löw geben müssen („Wir wollen Druck zum Tor und nicht parallel spielen“), dann verschwand die Zögerlichkeit zumindest für zehn Minuten aus dem Brinkumer Spiel. Schneider erzielte plötzlich beherzt ein Tor, auch Walker setzte den körperlich überlegenen Barnstorfern nun mehr Robustheit entgegen, Eins-gegen-Eins-Situationen klappten.

„Das typische HSG-Ding“, meckerte Kapitän Mosel, „wir dachten wohl, wir hätten schon gewonnen.“ Auch gegen nachlässige Gegner kamen die Brinkumer aber nicht näher als auf 15:22 (45.) heran, was Barnstorfs Trainer Heiner Thiemann in der Nachbetrachtung doch milde stimmte: „Es wird besser bei uns, aber noch sind wir nicht da angekommen, wo wir hinwollen.“

Die Brinkumer gewiss auch nicht, doch Thiemann fand noch ein paar warme Worte: „Wenn die so weitermachen, werden sie sich in der Oberliga etablieren. Das ist ja eine junge Mannschaft.“ Thiemann selbst war am Samstagmorgen zum ersten Mal als 61-Jähriger aufgestanden . . .

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