1:4 – Bassum patzt ohne Nestruev

Kein Visum für den besten Mann

Wollte schießen, durfte aber nicht: Russland verweigerte Michael Nestruev die Ausreise.
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Wollte schießen, durfte aber nicht: Russland verweigerte Michael Nestruev die Ausreise.

Bassum - Es sollten keine gemütlichen Stunden Autofahrt werden, die das Luftpistolen-Team der Sportgilde Bassum 98 am Samstagabend vor sich hatte, als es im hessischen Idstein auf die A3 einbog.

Dort hatte Aufsteiger SV Falke Dasbach die Bassumer nur kurz zuvor zum dritten Wettkampftag der Bundesliga Nord empfangen. Ein Auftritt, der für das etablierte Team der Gilde eigentlich gar nicht schief gehen konnte – zumal auch Spitzenmann Michael Nestruev seine Zusage gegeben hatte. Dann ging aber doch einiges gehörig schief, das zum überraschenden 1:4 der Bassumer beitrug.

Nestruev hatte kein Visum für eine Ausreise bekommen, obwohl der Bundesligist den Russen seit Jahren zu vielen Wettbewerben einfliegen lässt. „Unerklärlich“, schüttelte Betreuer Michael Meinhard den Kopf. „Vor zwei, drei Jahren“ sei das schon einmal vorgekommen. Er selbst hatte erst am Samstagmorgen von der Abwesenheit des Leistungsträgers erfahren. „Aber das ist für mich kein Grund für die Niederlage“, entgegnete Meinhard: „Unsere ersten Wettkämpfe haben wir auch ohne Michael bestritten. Und da hatte jeder von uns im Schnitt zehn Ringe mehr.“ Bis auf den nun an Position eins schießenden Artur Gevorgjan, der im Spitzenduell trotz Saisonbestleistung von 385 Ringen dem überragenden Valerij Samojlenko (387) unterlag, seien schlichtweg alle Athleten „unter ihren Möglichkeiten“ geblieben.

„Vielleicht lag es an der Einstellung. Es ging ja gegen den Tabellenletzten“, mutmaßte Meinhard direkt nach dem letzten Schuss. Kurios zudem: Nach der zweiten Serie hatten noch sämtliche Bassumer Schützen vorne gelegen. Letztlich brachte aber nur der erneut formstarke Pierre Michel, nach guten Vorleistungen an Position zwei schießend, den Vorsprung nach Hause und gewann mit 372:371 gegen Halil Karaca.

Dass die zuvor so gut aufgelegte Antje Noeske (368 Ringen) auch noch im Stechen verlor – es durfte den Gästen bereits egal sein. Nach den Niederlagen von Albert Grieskamp (369:373) und Günter Hettig (368:370) hatte die Pleite bereits festgestanden. Bitter, fand Michael Meinhard: „368 Ringe schießt man in der Bezirksliga – aber die Atmosphäre ist in der Bundesliga natürlich eine andere.“

Woran es letztlich lag, das sollte Meinhard am Samstag nur schwerlich herausfinden. Direkt nach dem Wettkampf könne man mit den Schützen kaum sprechen, „die müssen das erstmal verarbeiten“. Aber Bassum liegt ja auch nicht bei Idstein um die Ecke. Ein paar Stunden hatte er schon. · ahe

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