„Können trotzdem stolz sein“

Brinkumer SV verpasst Aufstieg in die Regionalliga – 0:4

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Brinkums Marcel Dörgeloh (am Ball) und seiner Mannschaft blieb die Krönung einer starken Saison verwehrt. Auf eigenem Platz erwies sich der VfL Oldenburg als eine Nummer zu groß.

Brinkum - Von Daniel Wiechert. Wutentbrannt stürmte Benjamin Schimmel auf Schiedsrichter Konrad Oldhafer zu, während Dennis Offermann mit dem Assistenten schimpfte und immer wieder Handspiel anzeigte. Doch der Protest des Brinkumer Torwarts und seines Trainers brachte natürlich nichts. Das Tor von Jonas Siegert galt.

Und es war der Anfang des 4:0 (1:0)-Sieges vom VfL Oldenburg vor 1.000 Zuschauern beim Brinkumer SV. Damit verpasste das Offermann-Team den Aufstieg in die Fußball-Regionalliga, Oldenburg ist hingegen dabei in der vierthöchsten Liga.

„Wir können trotzdem stolz auf diese Saison sein“, betonte Offermann nach Spielende: „Wir haben gezeigt, dass mit uns zu rechnen ist.“ Oldenburg sei der „verdiente Sieger. Uns hat der Mut nach vorne gefehlt. Wir haben zu sehr Sicherheitsfußball gespielt“, führte der BSV-Coach aus.

Die Partie der Aufstiegsrunde hatte um eine Viertelstunde verspätet begonnen. Die Brinkumer Organisatoren hatten wohl nicht mit so vielen Zuschauern gerechnet. Der Andrang vor den wenigen Kassen war zu groß, die Schlange riesig.

Zu Beginn Spiel auf Augenhöhe

Als es losging, war es ein Spiel auf Augenhöhe. Brinkum begann mit der gleichen Startelf, wie beim jüngsten 6:4-Erfolg gegen Teutonia 05 Ottensen. Einzig Marcel Brendel (von links auf rechts) und Dimitri Khoroshun tauschten die Positionen auf den Außenpositionen der Viererkette. 

Die erste Torannäherung hatte der Vizemeister der Oberliga Niedersachsen. Torjäger Pascal Steinwender setzte sich gegen drei Brinkumer durch, zog in den Sechzehner, legte sich den Ball aber einmal zu weit vor – und Schimmel stibitzte das Spielgerät (8.). Danach wurde es Rasen-Schach.

Risiko sollte gering gehalten werden

Risikominimierung stand bei beiden Teams im Vordergrund. Die Gehirnwindungen waren mehr gefragt als die Beinmuskeln. Die Abstände mussten eingehalten werden, die freie Passbahn gefunden werden, der richtige Pressing-Moment gesetzt werden. Torchancen waren absolute Mangelware. 

Nach 16 Minuten gab Malik Gueye den ersten Brinkumer Warnschuss ab, doch sein Versuch trudelte rechts am Tor vorbei. Kurz danach behauptete Marcel Dörgeloh stark den Ball, legte ab auf BSV-Kapitän Jannik Bender, doch sein strammer Schuss aus 25 Metern rauschte am Tor vorbei. 

Acht Minuten vor der Pause jubelten dann die Gäste. Kai-Sotirios Kaissis schickte Steinwender über den rechten Flügel. Seine Flanke fand Siegert, der den Ball aus sechs Metern über die Linie bugsierte. Zumindest für Offermann und Schimmel jedoch regelwidrig mit der Hand. „Es ist jetzt irrelevant. Der Schiedsrichter hat das Tor gegeben“, sagte Offermann.

Rückschläge nach dem Seitenwechsel

Nach dem Seitenwechsel gab es direkt den nächsten Rückschlag für den Bremen-Liga-Meister. Simon Brüning fand Steinwender, der Torjäger schob aus 15 Metern eiskalt unten rechts ein (47.). Und zwei Minuten später hätte es fast erneut in Schimmels Kasten geklingelt. Steinwender lief Jürgen Heijenga weg, passte quer, doch Kaissis schoss am leeren Tor vorbei. Auf der Gegenseite verfehlte Dörgeloh nach schöner Flanke von Ali Ibrahimi per Kopf knapp den linken Winkel (51.).

Zehn Minuten später war die Partie jedoch entschieden. Erneut setzte sich der unglaublich schnelle Steinwender über links durch, Kaissis schob am langen Pfosten stehend zum 3:0 ein. Dann köpfte Kaissis nach zu kurzer Faustabwehr von Schimmel über den leeren Kasten (64.). Das Duo Steinwender/Kaissis bekamen die Brinkumer nun nicht mehr in den Griff. 

Kaissis stellte nach erneuter Vorarbeit Steinwenders auf 4:0 (73.). „Wir haben gut begonnen – und dann kriegen wir dieses unglückliche Gegentor“, ärgerte sich Dörgeloh: „Wir werden jetzt ein paar Tage darüber schlafen müssen. Dann können wir hoffentlich realisieren, dass wir eine mehr als erfolgreiche Saison gespielt haben.“

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