Eystrup scheidet schon im Kreispokal-Viertelfinale aus / „Leben geht weiter“

Kein Geniestreich bei Geister-Elfern

Enttäuscht: Die Eystruper Herren schieden am Sonntag schon im Viertelfinale des Kreispokals aus. 
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Enttäuscht: Die Eystruper Herren schieden am Sonntag schon im Viertelfinale des Kreispokals aus. Foto: töbelmann
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Nienburg – Ein Kreispokal-Finale im Fußball ohne Zuschauer? Eigentlich undenkbar. Aber genau so passierte es am Sonntagnachmittag auf der Anlage des ASC Nienburg. Die Nienburger mussten ihre Kreispokal-Spiele wegen der Corona-Krise im März absagen – und holten sie nun am Sonntag gebündelt nach. Und dies per Elfmeterschießen. Bei den Herren mussten die beiden Finalisten VfL Münchehagen und TV Wellie gar dreimal ran, weil dort noch die Viertelfinals ausstanden. Am Ende setzte sich der VfL im Finale mit 5:3 durch und darf nun auch im Bezirkspokal starten. Für den Kreisligisten TSV Eystrup war die Sache schon in der ersten Runde gelaufen, verlor das Team von Trainer Martin Schultz doch mit 3:4 gegen Wellie.

Dabei hatten sich die Eystruper sehr viel vorgenommen. Vor dem ersten Strafstoß meinte Schultz noch recht selbstbewusst: „Wenn wir hier schon starten, dann nehmen wir das auch ernst und wollen natürlich auch gewinnen.“ Und Keeper Rene Rabe machte die jüngere Vergangenheit Mut: „In der regulären Saison sind die letzten vier Elfmeter gegen uns nicht reingegangen.“

Rückblende: Nachdem sich der Nienburger Spielausschuss für ein Elferschießen vor Geisterkulisse zur Ermittlung der Kreispokalsieger ausgesprochen hatte, bat Schultz sein Team noch zweimal zum Training: „Einmal haben wir dann natürlich auch intensiv Elfmeterschießen geübt. Und danach habe ich die Jungs mental vorbereitet und ihnen gesagt, dass sie sich vorher eine Ecke aussuchen sollen.“

Blieb danach noch die Frage: Wer sollen denn nun die fünf Schützen und der Keeper sein? Beim Torwart gab es am schon erwähnten Rabe kein Vorbeikommen. Bei den Feldspielern hatte Schultz die Auswahl aus gleich zwölf Akteuren. Letztlich fiel seine Wahl auf Marek Lieske, Mivan Houra, Siyar Houra, Christoph Diers und Joost Cordes.

Insgesamt waren alle froh, mal wieder einen echten Wettbewerb, wenn auch unter Wahrung der Hygiene- und Abstandsregelung, zu haben. Spielausschuss-Chef Hartmut Siepert meinte dazu: „Wir wollten die Sache auf alle Fälle irgendwie sportlich regeln und nicht das Los entscheiden lassen. Die Resonanz bei den Vereinen war sehr gut. Kein qualifiziertes Team hat abgesagt. Alle sind angetreten. Dass das ohne Zuschauer sein musste, war natürlich nicht so toll. In diesem Zusammenhang bedanke ich mich noch einmal beim ASC Nienburg, der uns seine große Anlage zur Verfügung gestellt hat.“

Und dann ging es los. Die gerade nicht im Einsatz befindlichen Teams mussten auf der Tribüne Platz nehmen. So zunächst auch der TSV Eystrup. Dann ging es im dritten Viertelfinale gegen den TV Wellie (1. Kreisklasse) zur Sache.

Siyar Houra knallte die Kugel gleich einen Meter über den Balken – aber auch Wellies erster Schütze vergab. Danach behielten alle die Nerven. Bei Eystrup waren das Lieske, Mivan Houra und Cordes. Beim Stande von 3:3 ging Underdog Wellie erneut in Führung. Nun war es an Christoph Diers, sein Team in die „Elfer-Overtime“ zu retten. Diers trat an, doch der TV-Keeper hielt. Alles vorbei? Nein. Der Strafstoß musste wiederholt werden, weil sich Wellies Torhüter nicht regelgerecht verhalten hatte. Nutzte aber auch nichts, denn auch im zweiten Versuch brachte Diers die Kugel nicht unter. Eystrup war damit (zu) früh ausgeschieden. „Es hat eben nicht gereicht. Christoph hatte wohl zu große Angst vor dem Versagen. Aber das Leben geht natürlich weiter“, meinte Schultz.

Von Gerd Töbelmann

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