Brinkum drückt den Druck zur Seite, „sonst könnten wir auseinanderbrechen“

Kein Appetit auf Salat

Einer aus dem jungen Brinkumer Team: Marco Walker, 21.
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Einer aus dem jungen Brinkumer Team: Marco Walker, 21.

Brinkum - Sven Engelmann fühlte sich bestätigt. „Da haben wir den Salat“, murrte der Trainer des Handball-Oberligisten FTSV Jahn Brinkum gestern. Gesprächsthema war das deutsche Aus gegen Spanien bei der Handball-WM. Das war nicht nur, aber auch eingetreten, weil Rechtsaußen Patrick Groetzki in einer wichtigen Phase einen lässigen Dreher an- und neben das Tor gesetzt hatte. „Genau das, was ich immer sage. Das sind Schlüsselszenen“, urteilt Brinkums Coach. Genau die hatten vor einer Woche auch dem vierten Saisonsieg des Aufsteigers im Weg gestanden. Nun rückt der Abstiegskampf von Spieltag zu Spieltag näher.

Zwei Minuten vor dem Ende hatte der ansonsten starke Nicolas Karnick die mögliche Führung gegen abstiegsverdächtige Bützflether vergeben. Mitnichten per Dreher, „dazu fehlt uns ohne Backe der Spin“ (Engelmann), aber eben doch ärgerlich. „Drei Chancen in Folge“ habe sein Team zu diesem Zeitpunkt ausgelassen, erzählt der Jahn-Coach.

Durch das letztliche 36:36 habe seine Mannschaft nun beim TV Bissendorf-Holte morgen (17.30 Uhr) „mehr zu verlieren“, als es bei einem Sieg als Vorlage der Fall gewesen wäre, gibt Engelmann zu. Von Druck jedoch möchte der 46-Jährige noch nichts hören – selbst wenn morgen der Vorletzte (Bissendorf, sechs Pluspunkte) auf den Elften (Brinkum, neun) trifft. Noch seien „ein paar Spiele zu spielen“, beschwichtigt Engelmann. Und auch Konkurrenten wie Grambke hätten am vergangenen Spieltag nicht gewonnen.

Hinzu kommt ein Faktor, den das deutsche Nationalteam in Spanien fast ausschalten konnte: das Alter. „Wenn ich meine Mannschaft unter Druck setze, könnte es sein, dass sie auseinanderbricht. Gerade die Jungen könnten nervös werden“, glaubt ihr Trainer. Dazu gebe es jedoch keinen Anlass. Marco Walker beispielsweise, 21 Jahre jung und als Neuzugang bislang noch ohne die ganz großen Lichtblicke, habe das 36:36 laut Engelmann regelrecht geprägt: „Ich habe ihn im rechten Rückraum so stark wie noch nie gesehen.“ Eine Bestätigung dieser Leistung würde Jahn gut tun – weil in Ralf Warfelmann (Rotsperre) der bislang sicherste Rückraumschütze fehlt und Bissendorf im Hinspiel (24:24) ebenfalls einen überragenden zehnfachen Torschützen hatte: Jan Linne, Ex-Barnstorfer, A-Junioren-Bundesligaspieler.

Eine derart außergewöhnliche Leistung könne morgen aber vor allem der Gegner vertragen, findet Engelmann und wähnt Bissendorf unter Zugzwang: „Deren Trainer hat mir nach dem Hinspiel gesagt, dass sie eigentlich um Plätze im Mittelfeld der Tabelle mitspielen müssten.“ Klingt so, als hätte Bissendorf bislang zuviel Salat gegessen. · ahe

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