Keeper Kühn patzt im Spitzenspiel gegen Stuhr

Schlussmann des FC Sulingen leitet 3:5-Niederlage ein 

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Was für eine Partie: Jan-Hendrik Schwirz (r.) vom Tabellenführer TV Stuhr setzte sich gestern im Spitzenspiel der Bezirksliga gegen den Dritten FC Sulingen, hier mit Bennet Lüdecke (2.v.l.), am Ende mit 5:3 durch.

MOordeich - Von Julian Diekmann. Patrick Kühn war nach dem Abpfiff untröstlich. „Der Ball ist mir durch die Hosenträger gerutscht“, ärgerte sich der Schlussmann des FC Sulingen. „Wenn ich meine Enttäuschung auf einer Skala bis zehn einordnen müsste, wäre es eine klare Acht“, meinte Kühn, der mit seinem Fehler in der 63. Minute die Niederlage seines Clubs beim Klassenprimus TV Stuhr einleitet hatte. Dabei spielte der Tabellendritte im Spitzenspiel der Fußball-Bezirksliga stark auf, holte mehrere Rückstände auf, musste sich am Ende aber noch mit 3:5 (3:3) geschlagen geben.

„Der Fehler zum 3:4 war der Anfang vom Ende. Es tut mir vor allem fürs Team leid. Das ist einfach nur scheiße“, suchte Sulingens Keeper nach der gestriegen Partie erst gar nicht nach Ausreden. Sein Trainer sah es ähnlich. „Die Situation war der Knackpunkt des Spiels. Aber ich muss Patrick in Schutz nehmen. Klar geht das Tor auf seine Kappe. Aber solche Dinge passieren nun mal im Fußball“, ordnete Stefan Rosenthal die Situation ein.

Dabei hielt der FCS bis zu diesem Zeitpunkt bärenstark mit, war dem TVS ebenbürtig, der allerdings den besseren Start in die Begegnung erwischt hatte. Bereits nach acht Minuten durfte die TVS-Trainerbank um Coach Stephan Stindt das erste Mal jubeln, als Dimitri Steen nach einer Flanke von Jan-Hendrik Schwirz aus kurzer Distanz per Kopf zur Führung traf. 16 Minuten später baute der Favorit den Vorsprung aus. Dieses Mal durfte sich Stuhrs treffsicherster Schütze, Riccardo Azzarello, in die Torjägerliste eintragen. Nach Vorlage von Adrian Herrmann brachte der Stürmer den Ball mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze im Tor unter.

Bis dahin lief für die Hausherren alles nach Plan. Doch das änderte sich nur eine Minute später, da sich Sulingens Torben Weigmann aus gefühlten 30 Metern ein Herz nahm und abzog. Der Ball schlug für TVS-Torwart Kevin Keßler unhaltbar in der linken unterern Ecke ein. Doch es kam noch besser für die Gäste. Nach 29 Minuten stand es auf einmal 2:2. Ein Freistoß von Benjamin Barth aus gut 40 Metern (!) landete erst am Innenpfosten, sprang dann wieder heraus, sodass Bennet Lüdecke aus zwei Metern den Ball nur noch über die Linie stochern musste. „Das Tor darf natürlich nicht fallen“, monierte Stuhrs Coach Stephan Stindt: „Wir haben gerade in der ersten Halbzeit eine katastrophale Defensivleistung geboten.“

„Ein schöner Treffer“

Stinds Gesichtszüge erhellten sich erst in der 41. Minute wieder, als erneut Azzarello traf. Nach einer Vorlage von Tobias Peters ließ Stuhrs Nummer 27 Keeper Kühn aus 14 Metern keine Chance – 3:2. Aber nur zwei Minuten später gingen Stindts Gesichtszüge wieder herunter – Lüdecke traf aus rund 18 Metern per Traumtor zum erneuten Ausgleich. „Ein schöner Treffer“, lobte auch der TVS-Trainer.

Nach der Pause änderte sich nicht viel am Spielverlauf. Stuhr dominierte weiter, Sulingen hielt ebenso stark dagegen, erarbeitete sich weiterhin Chancen. Doch dann folgte die besagte 63. Minute. Azzarello kam an der Strafraumgrenze an den Ball, zog mit links ab. Eigentlich kein druckvoller Schuss, dennoch rutschte er Kühn durch die Beine – 4:3. Zwar rannten die Gäste noch einmal an, Stuhr spielte es jedoch clever herunter, kam sogar zum 5:3-Endstand, nachdem Timo Wetjen aus der Distanz getroffen hatte (70.). „Unterm Strich ein verdienter Sieg, trotz couragierter Gäste“, fasste Stindt zusammen.

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